Säen, pflanzen, ernten – kinderleicht!
Hochbeet-Bepflanzung bei Arbeit & Ökologie in Huchting
06.08.2019

Säen, pflanzen, ernten – kinderleicht!

Fortbildung für pädagogische Fachkräfte in Kitas

Was hat denn eigentlich gärtnern mit Klimaschutz zu tun? Eine ganze Menge! Das konnten wir gemeinsam mit pädagogischen Fachkräften für Kitas unterschiedlicher Träger in Bremen selbst erfahren und zwar auf dem ca. 2 ha großen Lehr- und Erfahrungsgelände von Arbeit und Ökologie in Huchting. In rund 80 verschiedene Gärten, Biotopen und Erfahrungselementen werden hier Führungen, Seminare, Schulunterricht, Aktionstage, Bildungsurlaube, Vorträge etc. zu verschiedenen Garten- und Naturthemen für Kindergartengruppen, Schulklassen, Multiplikator*innen und Erwachsene angeboten.
  

Die Gemüsegärtnerin Monica Zöpfgen zeigt uns an einem Vormittag unterschiedliche Methoden, um Kinder spielerisch an die Gestaltung eines kindergerechten Obst- und Gemüsegartens heranzuführen. Sie erklärt, was man braucht um ein Hochbeet zu bauen und wie man auch kleine, aber erstaunliche Ideen auf der Fensterbank umsetzen kann, wenn man keinen Garten hat. Eine Bohne im Teebeutel, beispielsweise, lässt mit Aha-Effekt die Wurzelbildung am Rande eines Wasserglases nachvollziehen. An einem vorbereiteten Hochbeet dürfen wir alle Schritte im Schnelldurchlauf selbst ausprobieren. Auch für Tagesausflüge mit Kindergruppen gibt es hier viel zu entdecken: einen Barfußpfad, ein Insektenhotel, Fühlkästen mit unterschiedlichen Naturmaterialien, ein Labyrinth aus alten Mauern und Hecken, eine Kräuterspirale zum Klettern. Wir gehen durch viele abwechslungsreiche Gärten, vorbei an seltenen unbekannten Blumen und unter Apfelbäumen hindurch. An einem Riechbeet dürfen wir raten, welche Kräuter wir gerade unter der Nase haben. Am Teich bleiben wir stehen und untersuchen, welchen Tieren er Lebensraum bietet. Als kleines Highlight zeigt Monica uns einen selbstgebauten Lehmofen, in dem gerne auch mal Brot gebacken wird. An einem halbfertigen Exemplar können wir sehen, wie so ein Ofen gebaut wird. Anschließend haben wir uns im Mütterzentrum den gegrillten Schafskäse in Zucchini-Scheiben mit einem leckeren, frischen Salat so richtig schmecken lassen! Natürlich bleibt dieses Gelände nicht von alleine so wunderschön – hier packen viele helfende Hände mit an. Das Lern- und Erfahrungsgelände ist ein Projekt von Arbeit & Ökologie e.V. in Kooperation mit der Gewoba und der ÖkoNet gGmbH, in dem Langzeitarbeistlose in ökologisch orientierten Arbeitsbereichen beschäftigt und qualifiziert werden.

Und nun noch einmal zu unserer Ausgangsfrage zurück: Was hat denn eigentlich gärtnern mit Klimaschutz zu tun? Neben einer Naturverbundenheit, die sich während der Tätigkeiten im Garten insbesondere im jungen Alter fast nebenbei einstellt und unsere Umwelt als etwas schützenwertes anerkennen lässt, gibt es auch einen ganz pragmatischen Aspekt: Wer im eigenen Garten anbaut, vermeidet CO₂-Emissionen durch den Transport von Lebensmitteln in unsere Supermärkte. Auch die Produktion von mineralischem Stickstoffdünger, wie er im konventionellen Anbau eingesetzt wird, verursacht den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid. Außerdem wird bei der Ausbringung des Düngers Lachgas freigesetzt, das 300 Mal klimaschädlicher ist als CO₂. Darüber hinaus bekommen Kinder einen Bezug zum Wachstumsprozess und zur Saisonalität einer Pflanze: Sie verstehen, dass Gemüse und Obst nicht überall zu jeder Jahreszeit wächst, sondern auch in energieintensiven Gewächshäusern herangezogen oder mit dem Flugzeug transportiert wird.

Anbauvergleich bei Tomaten