Lohnt sich Mülltrennung überhaupt?
Die Fortbildungsgruppe an einer der Sortieranlagen von Nehlsen GmbH
22.10.2019

Lohnt sich Mülltrennung überhaupt?

Abfallvermeidung im Kita-Alltag

Erstmalig steht unsere trägerübergreifende Fortbildung für Erzieher*innen unter einem Themenschwerpunt: Abfallvermeidung. Den haben sich die Teilnehmenden im vergangenen Jahr selbst gewünscht. Auch im dritten Jahr unserer trägerübergreifenden Fortbildung wird es methodisch abwechslungsreich und interaktiv. Gemeinsam begeben wir uns mit 17 pädagogischen Fachkräften auf Exkursion an erlebbare Orte: Am 22.Oktober haben wir das KlimaCafé - Klimazone in Findorff und die Bremer Recyclingeinrichtung von Nehlsen GmbH besucht.
  

Dort zeigt uns der Geschäftsführer Thorben Meppelink die riesige Müllaufbereitungsanlage und erzählt, dass dort ca. 45% unseres Abfalls tatsächlich nicht wiederaufbereitet werden könne. Es läge aber hauptsächlich daran, dass von Verbraucherseite nicht richtig getrennt werde. Mülltrennung zu Hause lohnt sich also auf jeden Fall! Dabei sollte unbedingt beachtet werden, auch die unterschiedlichen Materialen einer Verpackung voneinander zu trennen. Also z.B. Alu-Deckel und Etikett von Joghurtbechern abzumachen und getrennt in den gelben Sack zu werfen. (Ausgewaschen werden müssen sie aber nicht!) Die Materialien werden in der Aufbereitungsanlage von Infrarot-Scannern erkannt und sortiert. Generell sollte man sich möglichst an die Unterteilung von Bio-, Verpackungs- und Restmüll und Altpapier und Altglas halten. Denn Biomüll im gelben Sack lässt z.B. die Verpackungen miteinander verkleben und macht sie so für die Wiederverwertung unbrauchbar. Selbst Biomülltüten müssen extra wieder heraussortiert werden und haben in den Biomülltonnen nichts zu suchen! Abgesehen vom Informationsgehalt ist der Besuch bei Nehlsen auf jeden Fall ein Erlebnis. Neben diesen riesigen Bergen von Industrieabfall fühlt man sich verhältnismäßig winzig und zwischen Matratzen, Schutt und Resten von Plastikfolie wird einem gleich ganz anders zumute. Wir gehen durch ein Labyrinth von Laufbändern. Über, unter und neben uns fallen kleinere Teilchen durch Löcher in riesigen rotierenden Trommeln und leichte Holzstücke werden als solche erkannt und in ihre nächste Station gepustet. Am Ender ihrer Laufband-Reise werden sie noch einmal kontrolliert und per Hand sortiert.
 
Wie beim Thema Ernährung stellt sich womöglich auch hier die Frage: „Was hat das denn eigentlich mit Klimaschutz zu tun?“ Und wieder antworten wir: „Sehr viel!“ Denn z.B. durch Wind, Flüsse und Kreuzfahrtschiffe gelangen etliche Tonnen an Plastikmüll in unsere Meere – auch aus Deutschland. Dort bildet er ganze Inseln, verfängt Tiere und hindert Plankton daran, CO2 zu speichern. Die Meere sind neben den Regenwäldern die größten CO2-Senker auf der Erde. Außerdem haben Plastik und Verpackungen allein schon durch ihre Rohstoffgewinnung, Verarbeitung und Transport einen großen Anteil an Schadstoffemissionen und Umweltschäden.

Im November geht es in der KlimaWerkStadt um Zero Waste und Upcycling. Interessante Referent*innen wie Alexandra Herget von TUTAKA aus Hamburg zeigen uns, wie wir unsere Mitmenschen, vor allem natürlich Kinder, für Themen wie Klimaschutz begeistern.

Die seit 2017 jährlich stattfindende Fortbildung Klimaschutz im Kita-Alltag ist unser kostenfreies Angebot für Erzieher*innen aus Kindertagesstätten aller Träger in Bremen und Bremerhaven. Auch, wer nicht im Projekt ener:kita dabei ist, hat hier die Chance sich rund ums Thema Klimaschutz in der Kita auszutauschen, Hintergrundinformationen, Material und Tipps zu bekommen!