Klimaschutzsiedlungen als Bremer Standard?!
Die Projektbeteiligten (v.l.n.r.): Andreas Gries (EnergieAgentur.NRW), Alina Fischbeck und Martin Grocholl (energiekonsens), Reiner Schümer (Projektgesellschaft Gartenstadt Werdersee), Prof. Dr. Winfried Osthorst und Prof. Michaela Hoppe (Hochschule Bremen), Olaf Mosel (M Projekt) und Uwe Schierloh (Projektgesellschaft Gartenstadt Werdersee)
24.10.2019

Klimaschutzsiedlungen als Bremer Standard?!

Neue Klimaschutzsiedlungen für Bremen – Wir haben unser weiterentwickeltes Konzept vorgestellt und zusammen mit Projektbeteiligten diskutiert, wie geeignet der Ansatz für die Bremer Stadtentwicklung ist.

Klimaschutz und Stadtentwicklung – diese beiden Themen sind aktuell von großem Interesse, was auch die hohe Besucherzahl unserer Veranstaltung zu diesem Thema zeigte. Zusammen mit dem Forschungscluster Region im Wandel der Hochschule Bremen haben wir uns dabei dem Ansatz der Klimaschutzsiedlungen gewidmet.
  


Das aus Nordrhein-Westfalen stammende Konzept wurde 2016 von energiekonsens adaptiert und für das Land Bremen angepasst. Der dortige Projektleiter Andreas Gries stellte das erfolgreiche Programm sowie einige Beispiele der insgesamt bereits 94 Klimaschutzsiedlungen aus NRW vor und machte die Bandbreite der verschiedenen Projekte deutlich.

In 2019 wurde das Konzept für das Land Bremen von energiekonsens erneut weiterentwickelt. Die Veranstaltung nutzten wir zur Präsentation des neuen Konzepts und um die Anwendung gemeinsam mit den Projektbeteiligten und dem Fachpublikum aus den Bereichen Architektur, Wohnungsbau und Stadtentwicklung zu diskutieren. Mit dem neuaufgelegten Konzept fordern wir eine weitere Reduzierung der CO2-Emissionen im Gebäudebestand sowie eine Qualitätssicherung. Daneben finden auch weitere Themen nachhaltiger Quartiersentwicklung stärkere Berücksichtigung.

Zudem gaben die Entwickler der bisherigen Klimaschutzsiedlungen – Tauwerkquartier und Gartenstadt Werdersee – Eindrücke aus der Praxis.
Bei der Planung der ersten Klimaschutzsiedlung im Tauwerkquartier haben er und seine Firma den Aufwand unterschätzt, so Mosel. Mit den gewonnenen Erfahrungen im Prozess führte dies aber zu neuen Fachkompetenzen innerhalb des Unternehmens. Die strategische Ausrichtung auf Energieeffizienz und Klimaschutz sei rückblickend die richtige gewesen. Und man wolle weitere Klimaschutzsiedlungen bauen – so kündigte Mosel bereits Planungen zweier Projekte nach neuem Konzept an.

Auch die Entwickler der Gartenstadt Werdersee wollen nach der erfolgreichen Auszeichnung der ersten beiden Baufelder weiterhin nach den Leitlinien der Klimaschutzsiedlung planen und streben die Auszeichnung des gesamten Quartiers am Werdersee an.

Bei den Bauprojekten spielen neben der Energieeffizienz der Gebäude und einer effizienten Wärmeversorgung auch weitere Themen eine Rolle, beispielsweise die Verwendung umweltverträglicher Rohstoffe und der Bezug dieser aus der Region, das Thema Mobilität und die Gestaltung der Grünflächen im Quartier.

In der Abschlussdiskussion gingen wir u.a. der Frage nach, ob der Ansatz der Klimaschutzsiedlung die Basis für einen Standard im Neubau für das Land Bremen sein könnte. Auch wenn die Anwendung des Ansatzes als stadtübergreifender Standard von Referent*innen mit Schwierigkeiten behaftet angesehen wird, so werden die Klimaschutzsiedlungen jedoch als wichtiger Baustein und innovatives Element für eine klimafreundliche Stadtentwicklung gesehen.

Der neue Planungsleitfaden Klimaschutzsiedlungen ist da! Zur Broschüre geht es hier entlang.