Fortbildung für Pädagog*innen in der KlimaWerkStadt
Hier stellen wir ganz einfach selbst festes Shampoo und Badekugeln her. Weil sie nicht flüssig sind, benötigen sie keine Plastikverpackung.
16.12.2019

Fortbildung für Pädagog*innen in der KlimaWerkStadt

Abfallvermeidung im Kita-Alltag

In kreativer Atmosphäre fand am 20. November 2019 der zweite Teil unserer trägerübergreifenden Fortbildung „Klimaschutz im Kita-Alltag“ statt. Neben interessantem Input zum Thema Nachhaltigkeit gab es für die 17 Teilnehmenden an sechs Stationen die Möglichkeit, aus unterschiedlichen gebrauchten Materialien Neues herzustellen.

Workshop-Station Wachstücher. Eine tolle Alternative zu Frischhaltefolie

Austausch und Input zu nachhaltigen Alternativen in Kitas

Nicht nur, weil das Thema Abfallvermeidung ein ungeahnt großes C0₂-Einsparpotential birgt, haben wir es für die diesjährige Fortbildung als Schwerpunkt gewählt. Sondern auch, weil Interesse und Bedarf in Kindertagesstätten enorm hoch sind. Als Referentin war die junge Unternehmerin Alexandra Herget mit dabei, die in Hamburg zusammen mit ihrer Kollegin Unternehmen zum Thema Nachhaltigkeit berät. In unserer Fortbildung sammelte sie Müll-Herausforderungen denen sich Erzieher*innen in Kitas täglich stellen müssen, zeigte Lösungsansätze und klärte über Hintergründe von Wertschöpfungsketten auf. Zwei der größten Probleme stellen mitgebrachtes Frühstück und der hohe Verbrauch von Einweg-Handschuhen beim Wickeln dar. Die Kommunikation zu Nachhaltigkeitsthemen sollte auf mehreren Ebenen stattfinden, um alle anzusprechen. Dabei sollte man nicht moralisieren oder belehren, sondern Mehrwerte wie Wohlbefinden und Gemeinschaft in den Vordergrund stellen.

Nach einer kleinen Mittagspause ging es weiter mit Tanja Bruns, die in ihrem Alltag beinahe ohne Müll auskommt. Sie nahm uns mit auf ihre spannende Zero Waste Reise, die in Guinea-Bissau ihren Anfang nahm. Dort wurde ihr das Ausmaß unseres heutigen Konsumverhaltens bewusst, denn einige Menschen leben regelrecht in Müllbergen, die an die Küsten gespült oder aus Europa dorthin verschifft werden. Daraufhin begann sie mit ihrer Familie, Schritt für Schritt konsequent ihre Konsumgewohnheiten umzustellen – in der Küche ist alles in wieder befüllbaren Gläsern verpackt und den Großteil ihrer Kosmetik macht sie ganz einfach selbst. Heute muss der 5 L-Mülleimer ihrer dreiköpfigen Familie nur einmal pro Monat entleert werden. Dabei findet sie es wichtig, auf bestimmte Gewohnheiten, wie z.B. die Lieblingsschokolade nicht zu verzichten. Denn Zero Waste ist eine Lebenseinstellung, die nicht einschränken, sondern Spaß machen soll.

Im Anschluss konnten sich die teilnehmenden Erzieher*innen an sechs Upcycling-Stationen austoben und festes Shampoo, Wachstücher, Vogelfutterstationen, Fenstergärten, Weihnachtsbaumschmuck oder Badekugeln herstellen. Mehr zum Thema und zum ersten Teil des Workshops lest Ihr in unserer Aktuelles-Meldung vom 22. Oktober 2019!