energievisite:solar bei "Im Jaich"

Erst prüfen, dann investieren!

Das Hotel „Im Jaich“ in Bremerhaven will sauberen Strom produzieren – am liebsten mit einer Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach. Im Rahmen der energievisite:solar checkte eine unabhängige Expertin kostenfrei, ob vorhandene Dachflächen für die Erzeugung von Sonnenenergie geeignet sind.

Ein hoher Energiebedarf im Sommer, obwohl die Heizung aus ist? Hausmanager Rüdiger Magowsky weiß ganz genau, warum das im Hotel „Im Jaich“ und dem benachbarten Boardinghouse so ist: „Wir haben viele Segler unter unseren Gästen, die bei uns vor der Haustür im Bremerhavener Hafen anlegen und die Sanitäranlagen unserer Häuser für eine heiße Dusche nutzen. Das werden wir nicht ändern, wollen aber die vom Betrieb ausgehenden CO2-Emissionen dennoch senken.“ Wie das gelingen soll, dafür gibt es bereits eine Idee: „Unser Hotel hat ein Flachdach, das die Installation einer Photovoltaikanlage nahelegt. Doch um beurteilen zu können, ob es sich für die Erzeugung erneuerbarer Energie eignet, fehlt uns das Know-how“, sagt Rüdiger Magowsky. Ein neues Angebot der Klimaschutzagentur energiekonsens für Unternehmen kam da gerade recht: die energievisite:solar, die von unabhängigen Energieberatern durchgeführt wird. Eine von ihnen ist Siecke Martin, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND). Anfang April machte sie eine Dachbegehung im Hotel „Im Jaich“ und sah auf den ersten Blick: Die Statik stellt wahrscheinlich kein Problem dar, doch die für Photovoltaik-Module nutzbare Fläche ist relativ klein. „Es befinden sich dort etliche Entlüftungsrohre sowie Blitzschutzleitungen, zu denen ein Abstand von einem halben Meter eingehalten werden muss“, erklärte die Expertin Rüdiger Magowsky. Ihre Messungen mit einem Sonnenbahnindikator ergaben zudem, dass die vorhandene Attika – die Aufmauerung als Abschlusswand des Daches – so hoch ist, dass es in Dachrandnähe zu störenden Verschattungen kommt. „Werden verschattete und unverschattete Module in einem Strang verschaltet, bremst das auch die optimal produzierenden in ihrer Leistung aus. Um das zu umgehen, gibt es verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Es kann entweder ein größerer Abstand eingehalten, alle verschatteten Module gemeinsam verschaltet oder ein Leistungsoptimierer eingesetzt werden. Letzterer sorgt dafür, dass jedes Modul ohne negative Beeinflussung optimal arbeitet“, erläuterte Siecke Martin weiter.

Ziel: eine wirtschaftliche Lösung

Ob sich die Installation einer Photovoltaikanlage trotzdem lohnt, berechnet die Energieberaterin nun im Anschluss an die energievisite anhand verschiedener Daten. Dafür benötigt sie von Rüdiger Magowsky nicht nur Informationen über den Einsatz des Blockheizkraftwerks mit Kraft-Wärme-Koppelung im Haus, sondern auch die Energieabrechnung aus dem letzten Jahr und den Stromlastgang des Hotels. Aus letzterem gehen der jährliche Eigenverbrauch an Strom sowie die täglichen Bedarfsspitzen hervor. Siecke Martin: „Wenn alle Zahlen ausgewertet wurden, lässt sich genau sagen, wie groß die installierbare Modulfläche in Quadratmetern ist, welche Stromerträge in Kilowattstunden im Jahr erreichbar sind und ob diese ausreichen, um für das Unternehmen eine wirtschaftliche Lösung darzustellen.“ Rüdiger Magowsky ist dankbar für diese erste Einschätzung, der eine Empfehlung folgen wird. „Wir wollen uns schließlich sicher sein, dass die Investition sich wirklich lohnt.“ Sollte dem nicht so sein, will er einen Plan B verfolgen: „Dann lassen wir das Dach auf unserem Boardinghouse prüfen.“