Ein CO<sub>2</sub>-Fußabdruck für die Böttcherstraße
20.11.2015

Ein CO2-Fußabdruck für die Böttcherstraße

energiekonsens führt Modellprojekt in der Einkaufsstraße fort

Dass Klimaschutz sogar in einem ganzen Straßenzug umgesetzt werden kann, zeigt das Modellprojekt „Klimaschutz im Einzelhandel“ der gemeinnützigen Bremer Klimaschutzagentur energiekonsens.
  

Während das Projekt im Vahrer Einkaufszentrum Berliner Freiheit bereits erfolgreich anlief, fiel der Startschuss für die Böttcherstraße am Dienstag, den 17. November. Den Anfang der knapp 20 teilnehmenden Unternehmen machte die Bar Freytag, der mittels eines Energie-Checks mögliches Einsparpotenzial aufgezeigt wurde. Am Ende des Projektes steht die Ermittlung einer CO2-Bilanz für die gesamte Einkaufsstraße.

„Energiesparen ist ein wichtiges Thema in der heutigen Zeit, zum einen natürlich hinsichtlich des Klimaschutzes, zum anderen aber auch, weil sich so Kosten einsparen lassen“, sagt Susanne Gerlach, Geschäftsführerin der Böttcherstraße GmbH. Drei eigene Geschäfte gehören zur Verwaltungsgesellschaft, in diesen achte man bereits auf Energieeffizienz - „aber es ist interessant zu erfahren, was man noch tun kann.“

Die Bar Freytag hat fünf Tage die Woche geöffnet, Betrieb herrscht dann jeweils für etwa zehn Stunden. Ein Zeitrahmen, in dem relativ viel Energie verbraucht wird. „Das Unternehmen achtet jedoch bereits darauf, Energie zu sparen, so sind die Kühlschubladen beispielsweise nicht zu kalt eingestellt. Die Temperatur beträgt 4 °C, in Benutzung erhöht sich diese durch das regelmäßige Öffnen allerdings auf etwa 5 °C, was für Getränke optimal ist“, erklärt Energieberaterin Silke Strüber, die den ersten Energie-Check in der Böttcherstraße durchführte. „Bedarf besteht hingegen bei den rund 100 Halogenspots, die wir an der Decke vorfinden.“ Je Spot beträgt der Verbrauch laut Expertin etwa 20 bis 25 Watt, was jährlich rund 5.000 kWh ausmacht. „Würde man sie gegen LEDs eintauschen, sind 3.000 kWh Einsparung durchaus möglich, so amortisiert sich die Neuanschaffung bereits binnen eines Jahres.“

Majda Baum-Bouhsina ist die Geschäftsführerin der Bar Freytag – ihr Eindruck des Energie-Checks: „Das war genial. Bis zum Schluss war die Beratung professionell und gut verständlich, auch für Nicht-Experten. Ich würde jedem Gastronomen raten,
sich dafür Zeit zu nehmen, denn man erfährt, wie man viel Geld sparen und gleichzeitig etwas fürs Klima tun kann.“ Gemeinsam mit ihrem Elektriker möchte sie nun die Auswechslung der alten Beleuchtung gegen LEDs besprechen, vielleicht sollen auch Dimmer integriert werden. Finanzielle Unterstützung leistet dabei energiekonsens: Für die Teilnehmer des Projektes gibt es eine spezielle Förderung für Umsetzungsmaßnahmen in Höhe von 50 Prozent und bis zu einem Wert von 1.000 Euro.

„Es gibt zahlreiche Maßnahmen, wie man in einer Einkaufsstraße oder in einem Einkaufscenter Energie einsparen kann und die möchten wir gerne aufzeigen“, so Janina Schultze von energiekonsens. Dabei, betont die Projektmanagerin, sollen nicht nur die Verwaltungsgesellschaft, das Centermanagement und die einzelnen Händler eingebunden werden, sondern auch Kunden und Mitarbeiter. „Wir möchten mehrere Zielgruppen aus dem Kontext Handel für das Thema Klimaschutz sensibilisieren.“ Zum Schluss gibt es für die Unternehmen noch die Möglichkeit, ein Umsetzungscoaching in Anspruch zu nehmen: Ein Energieberater gibt Hilfestellung bei der Umsetzung der im Energie-Check aufgezeigten Maßnahmen – mit 320 Euro übernimmt die Klimaschutzagentur einen Großteil der Kosten des Coachings.