Nachhaltigkeit in der Bar Das Rüssel

Nachhaltigkeit im Unternehmen Das Rüssel

energiekonsens belohnt Rüssel-Inhaber Mike Heilmann für sein energieeffizientes Engagement mit der Auszeichnung

Viele Effizienzmaßnahmen sind eine Kleinigkeit – kein Hexenwerk

Nachhaltigkeit war für Mike Heilmann schon immer ein Thema. Daher ist Heinfried Becker, Leiter des Bremerhavener Büros der Klimaschutzagentur energiekonsens, bei dem Inhaber der Bar „Das Rüssel“ auf fruchtbaren Boden getroffen. „Vor ein paar Jahren habe ich vor Ort einige Gastronomen angesprochen, ob eine Energieanalyse für sie infrage kommt. Gesagt, getan. Mike Heilmann hat sie in Anspruch genommen“, sagt Heinfried Becker. Beraterin Susanne Korhammer, TARA-Ingenieurbüro, empfahl dem Rüssel-Inhaber verschiedene Maßnahmen. Zusammengenommen spart Mike Heilmann dadurch 2.050 Euro und 4,2 Tonnen CO2 im Jahr. Für sein Engagement erhielt er die Auszeichnung von energiekonsens.

Zu den Effizienzmaßnahmen zählen der umfassende Einsatz von LED-Lampen – das hat der Gastronom bereits zu 50 Prozent realisiert. Seit der Analyse kümmert sich zudem ein festangestellter Mitarbeiter um Wartung von Kühlaggregaten und Reinigung diverser Filter. Die TV-Geräte, Beamer, Rechner und Drucker werden in der Sports-Bar nur bei Gebrauch eingeschaltet, ansonsten vermeidet Mike Heilmann Stand-by-Betrieb. Weniger aus Effizienz- als vielmehr aus technischen Gründen tauschte der Bar-Inhaber die drei Fernsehgeräte aus. Darüber hinaus schaltet er seinen 400-Watt-Pizzaofen abends eine halbe Stunde vor Küchenschluss ab und erläutert: „Der Stein ist dann immer noch heiß genug. Früher lief der Ofen 365 Tage im Jahr, acht Stunden täglich. Jetzt spare ich 182 Stunden Betriebszeit im Jahr, umgerechnet sind das 23 Tage. Diese Maßnahme ist eine Kleinigkeit, kein Hexenwerk. Das können sich andere Gastronomen gern abschauen.“

Mike Heilmann ist es wichtig, den Irrglauben zu widerlegen, Energiesparen sei teuer. Er liefert ein Beispiel: „Vor dem Rüssel hing eine Lichterkette mit 37 bunten Glühlampen à 40 Watt. Sie leuchtete täglich acht bis zehn Stunden und verbrauchte im Jahr etwa 4.000 Kilowattstunden Strom. Kostenpunkt: rund 1.000 Euro. Um dieses Geld zu erwirtschaften, muss ich einen Umsatz mit Getränken in Höhe von 4.000 Euro machen. Also habe ich gerechnet und gehandelt. Vier Power-LED ersetzen nun die alte Lichterkette. Alle zusammen, nicht jede einzeln, benötigen 40 Watt und liefern die gleiche Helligkeit. Die Investition lag bei knapp 260 Euro. Im Jahr verbrauchen die Strahler nur 240 Kilowattstunden Strom – das kostet mich knapp 60 Euro.“

Seine Mitarbeiter hat er ins Boot geholt und spricht die Themen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit regelmäßig an. Läuft der Wasserhahn beispielsweise die Nacht durch, weil der letzte Gast vergessen hat, ihn zuzudrehen und die Mitarbeiter dies nicht kontrolliert haben, legt Mike Heilmann die Rechnung offen: Für die zwölf Euro Wasserkosten müssten seine Leute eineinhalb Stunden arbeiten. „Seitdem haben sie das Thema auf ihrer Agenda“, sagt er.

Bilanz

Einsparung pro Jahr
Energiekosten: 2.050 Euro
CO2: 4,2 Tonnen

«zurück zu den Praxisbeispielen