Kooperationsprojekt seit sechs Jahren erfolgreich
15.12.2016

Kooperationsprojekt seit sechs Jahren erfolgreich

„EnergieSparChecks“: GEWOBA-Mieter sparen Geld und schützen das Klima

Mit den kälteren Temperaturen beginnt eine lange Heizperiode, die sich im nächsten Jahr auf die Nebenkostenabrechnung vieler Mieterhaushalte auswirken wird. Um ihren Mietern zu helfen, ihre Nebenkosten für Heizung und Strom zu senken, haben das Bremer Wohnungsunternehmen GEWOBA und die gemeinnützige Klimaschutzagentur energiekonsens vor sechs Jahren den „EnergieSparCheck“ gestartet.
  

Seit Januar 2011 haben über 2.500 GEWOBA-Mieter das Angebot in Anspruch genommen. Zertifizierte Energiesparberater berieten dabei zum Heizverhalten und installierten in den Haushalten rund 18.500 Stromsparhilfen, durch die die Mieter insgesamt über zweieinhalb Millionen Kilowattstunden Strom einsparten. „Wir investieren jedes Jahr viele Millionen in die energetische Modernisierung unseres Wohnungsbestandes“, sagt Peter Stubbe. „Eine Dämmung alleine ist jedoch bei unverändertem Nutzungsverhalten kein Garant für moderate Wohn-Nebenkosten. Mit diesem Service möchten wir den Mietern helfen, ihre Nebenkosten im Griff zu behalten und gleichzeitig von den Vorzügen der von uns geschaffenen baulichen und technischen Veränderungen zu profitieren“, nennt der Vorstandsvorsitzende der GEWOBA die Gründe, seinen Mietern einen solchen Service mit dem Plus der kostenlosen Stromsparhilfen anzubieten.

Haushalte sind nach der Industrie der zweitgrößte Stromverbraucher in Deutschland. Rund 26 Prozent des gesamten Netto-Stromverbrauchs fällt in Privathaushalten an. Kein Wunder: Ob Kochen, Waschen oder permanente Internetverbindung – für fast alle Tätigkeiten des täglichen Lebens brauchen wir Strom. Dazu entfällt etwa ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs auf Heizung und Warmwasser. Und in nahezu jedem Haushalt finden sich Schwachstellen, die unnötig Energie verbrauchen: Stand-by-Betrieb am Fernseher, die zugestellte Heizung oder veraltete Elektrogeräte. „Deshalb ist eine effiziente Nutzung der Ressourcen Wasser, Strom und Gas nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus ökonomischer Hinsicht wichtig“, sagt Martin Grocholl, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur energiekonsens. „Für viele Privathaushalte stellen hohe Nebenkosten eine Belastung dar. Energie- und Wassersparen bietet für Privathaushalte daher eine Stellschraube, mit der Verbräuche gesenkt werden können.“

Eine Koryphäe für Energiesparpotentiale im Haushalt ist Wolfgang Virnich. Der Energiesparberater, der 2014 zum "Serviceberater für Energie- und Wasserspartechnik" von der Handwerkskammer Dortmund zertifiziert wurde, gehört von Anfang an zum Team des GEWOBA-EnergieSparChecks, welches mittlerweile bereits über 2.500 Haushalte in Bremen und Bremerhaven besucht hat. Er nennt die größten Energiefresser: „Neben älteren Kühlgeräten sind das häufig die beliebten Deckenfluter mit 300 Watt-Lampen, hier kann man durch Austausch viel Geld sparen. Und riesige Plasma-Bildschirme können bis zu 400 Watt verbrauchen.“ Doch vor allem ginge es ihm in seiner Arbeit auch darum, für das Thema zu sensibilisieren und zum Nachdenken über das eigene Verbrauchsverhalten anzuregen. (Hier finden Sie ein Interview mit Wolfgang Virnich.)

„Der Klimaschutz ist eine der zentralen Aufgaben des 21. Jahrhunderts. Das energiebewusste Verhalten jeder Bürgerin und jedes Bürgers ist wertvoll, um die Folgen des Klimawandels möglichst gering zu halten. Die EnergieSparChecks leisten einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Handeln. Denn das Wissen darum, wie Ressourcen beim Heizen und Stromverbrauch gespart werden können, zahlt sich doppelt aus“, sagt Umweltsenator Joachim Lohse.

In den kommenden Jahren soll das Projekt zur Energieeinsparung in den GEWOBA-Haushalten mit verschiedenen Maßnahmen fortgeführt und weiterentwickelt werden. Die Beratungen und Soforthilfen für Mieter mit geringem Einkommen werden künftig im Rahmen des bundesweiten Projekts „StromSparCheck Kommunal“ von dem Deutschen Caritas Verband und dem Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands durchgeführt. Künftig soll es auch ein Beratungsmodul mit dem Schwerpunkt zur Einsparung von Wärmeenergie geben.

Des Weiteren plant die Klimaschutzagentur energiekonsens die Umsetzung eines Modellprojekts für das energieeffiziente Wohnen für Geflüchtete. Dafür werden mehrsprachige Materialien, interaktive Schulungen und Veranstaltungsformen entwickelt. In Kooperation mit dem bundesweiten Projekt „StromSparCheck Kommunal“ soll mit Vor-Ort-Beratungen notwendiges Energiesparwissen und -verhalten vermittelt werden. Dabei lernen die Bewohner, wie sie ihre Wohnungen energieeffizient nutzen und dabei gleichzeitig für ein gesundes Raumklima sorgen, Wohnungsschimmel vermeiden und Kosten einsparen können.
 
Alle GEWOBA-Mieter, die einen EnergieSparCheck in Anspruch nehmen möchten, können sich in Bremen unter der Telefonnummer 0421-22 21 80 80 anmelden, in Bremerhaven unter 0471 – 30 94 26 57.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.