Energieeffizienz im havenhostel

Energieberatung havenhostel

Prima Klima im havenhostel – dafür erhalten Geschäftsführer Jens Grotelüschen (li) und Otto Pottmeyer (re), Vorstand Projekte der Grotelüschen & Weber AG, von Heinfried Becker, energiekonsens-Büroleiter in Bremerhaven, die Auszeichnung.

Prima Klima im havenhostel

Das Klima stimmt – im havenhostel. Dieses Motto ist hier auf verschiedenen Ebenen Programm, seit Betreiber Jens Grotelüschen 2009 die ehemalige Marinekaserne am Zolltor Rotersand in Bremerhaven übernommen hat. Im Januar 2010 eröffnete er das Hostel, das er zuvor unter Berücksichtigung von Denkmal- und Klimaschutz von Grund auf renovieren ließ.

Für die energetische Sanierung zog er einen Fachmann zurate und nahm eine KfW-geförderte Initialberatung in Anspruch. Zu diesem Zeitpunkt war das Dach bereits gedämmt, das zweischalige Mauerwerk mit Einblasdämmung versehen, ein Teil der Fenster erneuert, Neonröhren waren durch LED ausgetauscht und zwei Blockheizkraftwerke in Betrieb genommen. Jedoch gab es bei dem über 80 Jahre alten Gebäude weiteren Verbesserungsbedarf, damit Grotelüschen sein Haus aus Energieeffizienz- und Klimaschutzgesichtspunkten optimal betreiben kann. Mit den durchgeführten Maßnahmen spart er jährlich 8.750 Euro und 31,92 Tonnen CO2. Für sein Engagement erhielt er von Heinfried Becker, energiekonsens-Büroleiter in Bremerhaven, die Auszeichnung.
Mithilfe einer Wärmebildkamera konnten Fehlstellen der Kerndämmung aufgedeckt werden. „Uns lagen keine Konstruktionspläne der Mauern vor, so dass wir nicht sicher sein konnten, dass die Einblasdämmung alle nötigen Stellen erreicht hat und nicht weggerutscht ist“, erinnert sich Betreiber und Geschäftsführer Grotelüschen. Allein durch das Nachbessern spart er 550 Euro und etwa zwei Tonnen CO2 im Jahr. Darüber hinaus regelte Energieberater Robert Schimweg die Heizungsanlage ein und stimmte sie auf die Bedürfnisse des Gebäudes und seine Nutzung ab, damit die Blockheizkraftwerke effizient arbeiten. Zudem empfahl Schimweg, die Raumtemperatur in ungenutzten Räumen abzusenken. „Dies steuert unser Haustechniker manuell. Eine große Herausforderung stellt das Nutzerverhalten der Gäste beim Lüften dar“, sagt Grotelüschen und schildert folgendes Szenario: „Es ist Winter. Der Gast geht auf sein Zimmer und reißt als erstes die Fenster auf, um Frischluft zu bekommen. Dabei achtet er nicht darauf, dass das Thermostatventil der Heizung viel Wärme anfordert, die eigentlich gar nicht benötigt wird. Bei 88 komfortablen Hotelzimmern und einer guten Auslastung verursacht uns dieses Nutzerverhalten hohe Energiekosten. Die wenigsten Gäste achten während ihres Aufenthaltes – anders als zuhause – auf Energieeffizienz. Denn Strom und Wärme sind im Zimmerpreis inbegriffen.“

Im Rahmen seiner Aktivitäten beim Wertoptimierer Grotelüschen & Weber AG hat der Geschäftsführer bereits diverse Projekte geplant und realisiert – darunter das havenhostel. Seit März 2010 erhält er dabei von Otto Pottmeyer (Vorstand Projekte bei Grotelüschen & Weber) Unterstützung. Aus ihrer langjährigen Erfahrung wissen sie, worauf zu achten ist. „Man muss die technischen Möglichkeiten nutzen aber natürlich auch regelmäßig prüfen und abgleichen, um eventuelle Abweichungen von Sollwerten zu identifizieren“, sagt Otto Pottmeyer. Aufgrund der besonderen Nutzungssituation haben die Betreiber auf robuste Technik und Ausstattung gesetzt und führen die Energieeffizienz zum Teil zwangsweise herbei. „Wenn der Gast einmal das Licht eingeschaltet hat, bleibt es in der Regel an. Daher nutzen wir in Fluren und Gemeinschaftsräumen Präsenzmelder.“ Pottmeyer und Grotelüschen bedauern, dass sich das „Thema Umweltschutz in den Köpfen der breiten Masse noch nicht ausreichend verankert hat“. Daher sei es bei solch einem Projekt – aber auch in anderen Unternehmen – Grundvoraussetzung, dass die Betreiber oder die Geschäftsführung hinter der energetischen Veränderung stehen, damit die Technik optimal eingesetzt werden kann.

Bilanz

Einsparung pro Jahr
Energiekosten: 8.750 Euro
CO2: 31,92 Tonnen

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