Klimaschutz in Praxis für Frauenheilkunde: Dr. Catherine Ruth

Klimaschutz in Unternehmen: Praxis für Frauenheilkunde: Dr. Catherine Ruth

Astrid Stehmeier (rechts), Projektleiterin bei energiekonsens, übergibt Frauenärztin Dr. Catherine Ruth (Mitte) die Auszeichnung für die Umsetzung einer energieeffizienten Maßnahme.

Arztpraxis kühlt energieeffizient

Dass sich auch Arztpraxen eine „plietsch!“-Plakette verdienen können, beweist Dr. Catherine Ruth. Die Frauenärztin setzt seit Praxiseröffnung im Jahr 2008 Energie sehr sparsam ein und bezieht Ökostrom. Um Stand-by-Verluste zu vermeiden, wird in der Praxis der Strom-Hauptschalter nach Feierabend ausgeschaltet. Bis auf Server und Kühlschränke sind dann alle Stromverbraucher vom Netz getrennt. Jetzt wollte Dr. Ruth es noch einmal genau wissen und ließ mit Unterstützung der Klimaschutzagentur energiekonsens eine Energieanalyse durchführen. Unter anderem empfahl die Energiebraterin Dr.-Ing. Anne Schierenbeck den Austausch eines alten Kühlschrankes durch ein „A++“-Modell. Allein dadurch spart die Frauenärztin in ihrer Praxis 350 Kilowattstunden Strom im Jahr, was 70 Euro entspricht. Das nennt energiekonsens „plietsch!“ und hat der Frauenarztpraxis die gleichnamige Plakette verliehen.

Aufgrund des Ökostrom-Bezugs sind mit den vorgeschlagenen Maßnahmen rein rechnerisch keine CO2-Einsparungen realisierbar. Gemessen am bundesdeutschen Strommix mit 617 Gramm CO2 pro Kilowattstunde entspricht die Einsparung 216 Kilogramm jährlich.

Neben dem Austausch des Kühlschrankes empfahl die Energieberaterin, die sieben Leuchtstofflampen im Empfangsbereich mit einer Leistung von 58 Watt nach und nach durch sparsamere 51-Watt-Lampen zu ersetzen. Neue Lampen haben neben dem geringeren Energieverbrauch eine höhere Lebensdauer, so dass sie seltener ausgewechselt werden müssen und sich der höhere Anschaffungspreis über die Lebensdauer bezahlt macht. „Sobald eine Lampe kaputt geht, werden wir sie durch eine energieeffizientere ersetzen“, versichert Dr. Catherine Ruth. Damit nicht genug – die Frauenärztin hat ihren Vermieter angeschrieben und vorgeschlagen, die Heizungstechnik und Treppenhausbeleuchtung zu optimieren.

Damit hat Dr. Ruth alle Einsparmöglichkeiten berücksichtigt und auch ihre Mitarbeiter auf ihrer Seite. „Beim Verlassen eines Raumes wird das Licht ausgeschaltet und Geräte, die nicht genutzt werden, konsequent vom Netz getrennt.“ Ihre Motivation beruht auf dem Wunsch, sich selbst für den Klimaschutz stark zu machen und dies nicht nur anderen zu überlassen. „Im Grunde bin ich froh, dass die Energieberaterin uns attestiert hat, dass wir schon ganz gut aufgestellt waren“, resümiert Dr. Catherine Ruth. Energieberaterin Anne Schierenbeck empfindet die Frauenarztpraxis als gutes Beispiel, dass man auch mit kleinen Maßnahmen Klimaschutz betreiben kann: „Viele kleine Betriebe sollten Dr. Ruth als Vorbild nehmen und verstehen, dass die Umsetzung energieeffizienter Maßnahmen nicht immer mit immensen Investitionen verbunden sein müssen. Jeder Einzelne kann Energie sparen. Wenn wir alle Kräfte bündeln, können wir den Klimaschutz mit großen Schritten voran bringen.“

Bilanz

Einsparung pro Jahr
Energiekosten: 70 Euro
CO2: 216 Kilogramm
(Über den Stromverbrauch entstehen aufgrund des Ökostrom-Bezugs keine CO2-Emissionen. Die Angaben sind gemessen am bundesdeutschen Strommix)

«zurück zu den Praxisbeispielen