Energiesparpotenzial in Sportclubs
Bernd Langer, Toni Schiller und Steven Hollwedel
27.09.2017

Energiesparpotenzial in Sportclubs

Bremer Sportvereine engagieren sich für mehr Klimaschutz

Wie Energiesparmaßnahmen mit ein paar einfachen technischen Veränderungen im täglichen Vereinsleben umgesetzt werden können, zeigt ein Modellprojekt der Bremer Klimaschutzagentur energiekonsens. Das Projekt „ener:sport“ soll Bremer und Bremerhavener Sportvereine für mehr Energiesparen und Klimaschutz sensibilisieren und läuft noch bis Ende des Jahres.
  

Seitdem beteiligen sich mit dem TV Bremen-Walle 1875 e.V., Sportverein Grambke Oslebshausen e.V., BTS Neustadt 1859 e.V., TuS Komet-Arsten e.V., Bremerhavener Tennisverein 1905 e.V. sowie Bremen 1860 insgesamt sechs Sportvereine aus Bremen und Bremerhaven an der Initiative der Klimaschutzagentur. Nachdem die „Energiebeauftragten“ sich bereits im Mai zu einem ersten Energietisch zusammengefunden hatten, fand nun das zweite Austausch- und Planungstreffen in den Räumlichkeiten des Vereins TuS Komet Arsten statt.

Im Fokus des aktuellen Energietisches stand der konkrete Praxisbezug von verschiedenen Soforthilfen und längerfristigen Energieeffizienzmaßnahmen. „Beheizte und beleuchtete Trainingsräume, heiße Duschen und kalte Getränke erfordern jeden Monat eine Menge Energie“, sagt Projektleiterin Katharina Koch von der Klimaschutzagentur energiekonsens. „Mit gezielten Maßnahmen wie LED-Beleuchtung oder effizienten Pumpen lässt sich der Energieverbrauch an vielen Stellschrauben jedoch reduzieren.“ Die teilnehmenden Vereine haben bereits einige Maßnahmen umgesetzt, darunter die Inbetriebnahme eines Blockheizkraftwerks, der Einbau von Hocheffizienzpumpen, die Umstellung der Beleuchtung auf LED sowie die Installation einer Photovoltaikanlage. Anregungen und Input bekamen die Teilnehmer des Energietisches zudem bei einem gemeinsamen Rundgang durch die Vereinslokalitäten des TuS Komet Arsten.

So hat der Bremer Sportverein, eine Fusion aus dem TuS Arsten und des VFB Komet, bereits 2014 auf allen Gebäudedächern eine Photovoltaikanlage installiert, die eigenen Strom produziert. Zudem haben die Vereinsverantwortlichen angefangen, die Beleuchtung in einigen Räumlichkeiten nach und nach gegen effiziente LED-Beleuchtung auszutauschen. „Bezüglich der Effizienz sind LEDs unschlagbar“, sagt Bernd Langer von der BEKS Energieeffizienz GmbH, der das Treffen leitete. „Das ist die Zukunft der Beleuchtung.“ Toni Schiller vom TuS Comet Arsten möchte deshalb gerne auch bei der Hallenbeleuchtung noch mehr auf energiesparende Alternativen setzen. Die ganzheitliche Umstellung auf LED könnte eine jährliche Ersparnis von bis zu 3.000 Euro bringen, hat der gelernte Elektrotechniker errechnet. Auch die Fernwärme möchte Schiller künftig für die Beheizung der Hallen nutzen. „Es sind einige Kilowatt, die hier bisher flöten gehen.“

Zudem soll die 20 Jahre alte Lüftungstechnik des Vereins in Kürze ersetzt werden, berichtet der engagierte Bremer. „Ideen sind reichlich da“, sagt er. Das bestätigt auch Katharina Koch von der Klimaschutzagentur energiekonsens: „In Bremen gibt es über 400 Sportvereine, die ein großes CO2-Einsparpotenzial bieten. Das Ziel des Projekts ener:sport ist eine langfristige Energie- und Wassereinsparung.“