energiekonsens zeichnet erste Klimaschutzsiedlung Bremens aus
12.05.2017

energiekonsens zeichnet erste Klimaschutzsiedlung Bremens aus

Bauauftakt im Tauwerkquartier

Im Bremer Stadtteil Grohn wird mit dem Tauwerkquartier Bremens erste Klimaschutzsiedlung entstehen. Die neue Siedlung wird nur knapp halb so hohe CO2-Emissionen verursachen wie eine nach gesetzlichem Standard gebaute. Heute erhielt Bauherr Olaf Mosel, Geschäftsführer von M-Projekt, für seine Planungen von Umwelt- und Bausenator Dr. Joachim Lohse und Martin Grocholl, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur energiekonsens offiziell die Auszeichnung „Klimaschutzsiedlung“.
  

„Beim Neubau von Gebäuden stellen wir die Weichen für den Energieverbrauch in der Zukunft. Heute neu gebaute Häuser müssen so geplant werden, dass sie möglichst energieeffizient sind. Das schützt nicht nur das Klima, sondern senkt auch die Energiekosten der künftigen Bewohnerinnen und Bewohner. Mit dem Tauwerkquartier soll solch ein zukunftsweisendes Neubauprojekt im Bremer Norden entstehen“, so Grocholl. „Mit dem Konzept der Klimaschutzsiedlung setzen wir genau hier an, um die CO2-Emissionen in Wohnsiedlungen in Bremen und Bremerhaven weiter konsequent zu reduzieren.“ Die gemeinnützige Klimaschutzagentur energiekonsens hat das Konzept der Klimaschutzsiedlungen aus NRW übernommen und für Bremen weiter entwickelt.

Olaf Mosel, Geschäftsführer von M-Projekt, plant das Quartier und orientiert sich dabei an dem energiekonsens-Leitfaden für Klimaschutzsiedlungen: „In Vegesack soll die erste Klimaschutzsiedlung Bremens entstehen und Menschen in 105 Wohneinheiten einen klimafreundlichen Wohnraum bieten, dessen CO2-Emissionen bis zu 50 Prozent unterhalb des Referenzwertes der Energieeinsparverordnung von 2016 liegen.“

„Das Tauwerkquartier ist ein wichtiges Signal für den Klimaschutz und Vegesack damit Vorreiter im Land Bremen“, lobt Senator Lohse das Bauprojekt und hofft, dass das Quartier zum Vorbild für den Bau weiterer Klimaschutzsiedlungen im Land Bremen wird. „Bremen hat sich zum Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent zu senken. Das ist mehr, als die internationale Staatengemeinschaft vereinbart und die Bundesregierung sich als Ziel gesetzt hat. Eine klimafreundliche Stadtentwicklung, wie sie hier im Gebäudebereich mit der Klimaschutzsiedlung umgesetzt wird, ist ein wichtiger Schritt zur Erreichung dieser Ziele.“ Erfreut zeigte sich Lohse auch über die 25% an gefördertem Wohnraum, die unterstreichen, dass sich Klimaschutz und bezahlbarer Wohnraum vereinbaren lassen.

Und die Einsparungen sind im Hinblick auf die bremischen, bundesweiten und globalen Klimaschutzziele zur Energieeffizienz und CO2-Reduktion auch erforderlich. Klimaschutz ist eine der wichtigsten Herausforderungen der Gegenwart. Bremen und Bremerhaven verfolgen mit hohem Engagement Zielvorgaben zur Energieeffizienz, CO2-Reduktion und dem Ausbau der erneuerbaren Energien. Etwa ein Drittel des gesamten Endenergieverbrauchs in Deutschland wird den privaten Haushalten zugeschrieben. Der Anteil für Raumwärme und Warmwassererzeugung in Wohngebäuden liegt dabei über 80 Prozent. Das energieeffiziente Bauen und die energieeffiziente Sanierung des Gebäudebestandes sind somit entscheidend für die Entwicklung im Klimaschutz. Nach Berechnungen von energiekonsens wird das neue Tauwerkquartier in den kommenden 30 Jahren etwa 2.500 Tonnen CO2-Emissionen im Vergleich zu einer Bauweise nach gesetzlichem Standard vermeiden.