Energie- vs. Baukosten – zwei Haustypen im Kostencheck

In diesem Beispiel zeigen wir Ihnen, wie sich die Kosten eines Hauses mit gesetzlichem EnEV-16-Mindeststandard im Vergleich zu einem Niedrigstenergiehaus in den nächsten 50 Jahren entwickeln werden. Beide Häuser haben die gleiche Wohnfläche von 130qm und eine weitgehend identische Gebäudestruktur.

Die Rechnung

Effizienzhaus40* (Niedrigstenergiegebäude) Standardhaus nach EnEV2016* (KfW-70)
- sehr gute Gebäudehülle
- Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung
- Haustechnik auf Basis Gas-Brennwert mit solarer Warmwasserbereitung
- gute Gebäudehülle
- Fensterlüftung
- Haustechnik auf Basis Gas-Brennwert mit solarer Warmwasserbereitung
- Erstellungskosten: 271.700 €
- Baukosten gesamt: 2.090 €/m²
- Mehrkosten: 24.700 € bzw. 190 €/m² entspricht ca. 10%
- Erstellungskosten: 247.000 €
- Baukosten gesamt: 1.900 €/m²
- Eigenkapital: 64.000 € (ca.24%)
- KfW-Darlehen: 100.000 € mit 1,0 %
auf 20 Jahre, Tilgung 4%
- Tilgungszuschuss 10.000 € (10%)
- Hyp-Kredit 1: 107.300 Euro mit 2,70 % auf 30 Jahre
- Hyp-Kredit 2: Restschuld KFW von ca. 10.300 € mit Anschluss-Finanzierung ab Jahr 2035 von 5,0% für die restliche 10 Jahre
- Eigenkapital: 64.000 € (ca. 26%)
- KfW-Darlehen: entfällt


- Hyp-Kredit 1: 183.000 € mit 2,90 % auf 30 Jahre
- Hyp-Kredit 2: entfällt
Endenergiebedarf:
- Heizung & Warmwasser
3.900 kWh/a spezif. Bedarf 30 kWh/m²a
- Strom 650 kWh/a für Hilfsenergie und Lüftung
Endenergiebedarf:
- Heizung & Warmwasser
11.600 kWh/a spezif. Bedarf 89 kWh/m²a
- Strom 300 kWh/a für Hilfsenergie

Eigene Berechnung unter Berücksichtigung der wahrscheinlichen Zinssätze ab 01.04.2016 sowie moderater Energiekostensteigerung von 5% pro Jahr für Erdgas und Strom (Konditionen zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Broschüre noch nicht im Detail bekannt)

Quellen:
- Studie CO2-Minderungspotenzial und Wirtschaftlich erhöhter energetischer Standards, DR Architekten Dittert & Reumschüssel, im Auftrag Senator für Umwelt, Bau u. Verkehr, Bremen, 2014
- Investive Mehrkosten bei Neubau und Sanierung, IWU/ Institut. Wohnen und Umwelt, Darmstadt, Stand Okt. 2014

KFW Effizienzhaus 40 vs. Bauweise nach EnEV 2016

Und was heißt das jetzt für Ihr Haus?

Obwohl die Erstellungskosten des Niedrigstenergiegebäudes 25.000 Euro höher liegen, sind die jährlichen Gesamtkosten (Kredittilgung, Heizkosten) in den ersten 20 Jahren sogar etwas geringer. Der Grund hierfür liegt in der zinsgünstigen KfW-Förderung von 1% auf 20 Jahre sowie dem Tilgungszuschuss von ca. 10.000 Euro, wodurch die Mehrkosten der besseren Bauweise auf rund 15.000 Euro sinken. Außerdem sind die Heizkosten beim Niedrigstenergiehaus pro Jahr etwa 400 Euro geringer. Wie Sie in der Grafik erkennen, ist das Niedrigstenergiehaus ab dem zwanzigsten Jahr klar im Kostenvorteil. Nach 30 Jahren ist ihr Haus dann abbezahlt. Somit summiert sich durch die geringeren Energiekosten in dem Zeitraum von 30 Jahren ein Kostenvorteil des Niedrigstenergiegebäudes von 39.300 Euro. Die geringeren Energiekosten führen dann über die nächsten 20 Jahren zu einem weiteren Kostenvorteil, je nachdem wie die stark die Energiepreise zukünftig steigen. So stellen energieeffiziente Wohngebäude aufgrund der minimalen Energiekosten auch eine Rentenversicherung im Alter dar. Ihr Haus steht und steht und steht...