Presseinformation
Bremerhavener wollen beim Klimaschutz mithelfen
Neues Projekt will Handlungsbereitschaft erforschen
Bremen, 17. August 2010. Neun von zehn Bremerhavenerinnen und Bremerhavenern sind der Meinung, dass neben Politik und Wirtschaft vor allem die Verbraucher gefordert sind, um die Klimaziele bis zum Jahr 2020 zu erreichen. Dies ist ein Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der Klimaschutzagentur energiekonsens und des Instituts für Informationsmanagement an der Universität Bremen (ifib). Mit einem auf zwei Jahre angelegten Forschungsprojekt soll jetzt die Handlungsbereitschaft der Bürger genauer erforscht werden.
„Die Studie zeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger in Bremerhaven die Zeichen der Zeit erkannt haben und bereit sind, selber für den Klimaschutz aktiv zu werden“, freute sich Umweltdezernent Volker Holm heute bei der Vorstellung der Ergebnisse. Bereits jetzt handeln viele Bremerhavener klimafreundlich – dies legen jedenfalls die Ergebnisse nahe: So achten rund 88 Prozent nach eigenen Angaben auf den Energieverbrauch, 82 Prozent verzichten auf Stand-By und 65 Prozent bevorzugen im Nahverkehr umweltfreundliche Verkehrsmittel. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Bremerhavener in vielen Bereichen schon sehr sensibilisiert sind“, so Martin Grocholl, Geschäftsführer von energiekonsens. „Sie zeigen aber auch die Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln. So halten 72% Prozent öffentliche Verkehrsmittel für eine wichtige Maßnahme zur Bekämpfung des Klimawandels, doch nur knapp 40 Prozent nutzen die Bahn für Fernreisen. Deutlich werde durch die Studie auch, so Grocholl, dass klimafreundliches Handeln oft mit anderen positiven Effekten einhergeht oder dadurch angeschoben wird: „Rund die Hälfte der Befragten sagt, dass sie ihren Fleischkonsum verringert haben - der Grund ist jedoch nur selten der Klimaschutz, sondern vor allem Gesundheitsbewusstsein.“
Rund drei Viertel aller Befragten gaben an, dass sie bereit sind, weiter CO2 einzusparen. Jetzt soll erforscht werden, ob ein mehr an Information auch zu einem mehr an Handlungen führt und welche Informationswege dabei besonders gut funktionieren. Über zwei Jahre wird daher das ifib unter der Leitung von Prof. Dr. Herbert Kubicek in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt Bürgerinnen und Bürger in Bremerhaven begleiten, die ihre CO2-Bilanz verbessern wollen. Gesucht werden dazu jetzt mindestens 400 Teilnehmer. Sie werden durch regelmäßige Informationen und Veranstaltungen von energiekonsens mit praktischen Tipps zur Verkleinerung des CO2-Rucksacks versorgt. Die Hälfte erhält die Informationen dabei nur via Internet, die andere Hälfte „klassisch“ über Papier und Veranstaltungen.
Gut die Hälfte der Befragten fühlt sich beim Thema Klimaschutz sehr gut oder gut informiert – die andere Hälfte nicht. „Aber nur knapp die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger sind mit den Maßnahmen des Landes und der Stadt zum Klimaschutz in Bremerhaven zufrieden“, so Kubicek. Dies zeigt auch, dass noch viel Beratungs- und Informationsarbeit in Bremerhaven zu leisten sei. Vor diesem Hintergrund begrüßt Umweltdezernent Volker Holm das kommende Forschungsprojekt: „ Mit den Ergebnissen werden wir hoffentlich die Bürgerinnen und Bürger in Bremerhaven noch besser zum Thema Klimaschutz ansprechen und überzeugen können.“
Ab heute besteht die Möglichkeit sich für das Forschungsprojekt im Internet unter www.e2democracy.eu/ichmachemit oder unter Tel.: 0421/21 87 375 anzumelden.
Kontakt:
Sandra Lachmann
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
energiekonsens
Tel.: 0421/ 376671-55
Fax: 0421/ 376671-9
E-Mail: lachmann@energiekonsens.de
