Presseinformation
Klimaschutz macht Schule
Seit dem Projektstart 1994 wurden in den Bremer Schulen der Heizenergieverbrauch um 37 Prozent, der Stromverbrauch um 6 Prozent und der Wasserverbrauch um 27 Prozent gesenkt. Der Umwelt konnte insgesamt der Ausstoß von über 100.000 Tonnen CO2 erspart werden.
„Abgucken ist in diesem Fall ausdrücklich erlaubt“, betonte Anne Lücking, Referatsleiterin Liegenschaften bei der Senatorin für Bildung und Wissenschaft. „Energiesparprojekte und Klimaschutz sind wichtige Unterrichtsthemen geworden. Bremer Schüler lernen schon im Grundschulalter, wozu die Sonnenenergie genutzt werden kann und wie man sich und sein Haus am besten vor Kälte schützt. In den weiterführenden Schulen wird das Thema sowohl im Bereich Naturwissenschaften als auch in den gesellschaftlich-politischen Fächern aufgegriffen. Es geht hier ja auch um globale Gerechtigkeit.“
Die Umweltbildungsprojekte und die Öffentlichkeitsarbeit werden durch die Klimaschutzagentur energiekonsens unterstützt. „Das 3/4plus-Projekt hat in den vergangenen Jahren bewiesen, wie erfolgreich Klimaschutz an Schulen gelebt werden kann“, freut sich Geschäftsführer Dr. Cornelis Rasmussen: „Zudem bleibt der Erfolg nicht auf die Schule beschränkt: Schüler und Lehrer setzen die cleveren Energie- oder Wasserspartipps nicht nur im Schulalltag um, sondern nehmen auch Anregungen mit nach Hause. Kinder und Jugendliche schon in der Schule mit dem Thema Klimaschutz vertraut zu machen, sei aus zwei Gründen wichtig: „Zum einen sind sie es, die stärker als wir Erwachsenen den Klimawandel zu spüren bekommen werden und zum anderen muss das Verständnis für einen verantwortungsvollen Umgang mit Umwelt, mit Ressourcen und mit Energie von klein an verankert werden.“
Umweltsenator Dr. Reinhard Loske will das Bundesland Bremen zum Vorreiter in Sachen Klimaschutz machen: „Im Bereich der öffentlichen Gebäude bestehen nach wie vor erhebliche Einsparpotenziale“, so Loske. „Von 3/4plus können wir lernen, wie solche Potenziale erschlossen werden: durch technische Maßnahmen, aber vor allem auch durch die Information und Motivation der Nutzer.“ 3/4plus zahlt allen Schulen, die ihren Energie- und Wasserverbrauch senken, eine Prämie – abhängig vom Einsparerfolg. „Wir prüfen gerade, ob sich ein solches Prämienmodell auch auf andere öffentliche Bereiche übertragen lässt. Ein Modellvorhaben für Kindergärten konnte erfolgreich abgeschlossen werden.“
Der Geschäftsführer vom Gebäude- und TechnikManagement (GTM) Bremen, Falko Spieker, hebt die Rolle der Hausmeister hervor: „Unsere Techniker vor Ort an den Schulen haben sich in den vergangenen Jahren zu richtigen Sparfüchsen entwickelt. Wir führen regelmäßig Weiterbildungen für die Hausmeister durch, damit die Heizungen und technischen Anlagen möglichst sparsam und umweltschonend betrieben werden. Durch eine regelmäßige Verbrauchskontrolle, die von den Hausmeistern monatlich in unsere Datenerfassung gemeldet wird, haben sie den besten Überblick, wo sie eingreifen müssen oder wo sie sparen können.“ GTM habe zudem für alle öffentlichen Gebäude eine Datenerfassung der Verbrauchswerte eingeführt. „Der nächste Schritt wird ein Energieausweis für die größeren öffentlichen Gebäude sein. Wir arbeiten gerade daran, wie wir diese EU-Vorgabe für Bremen am besten umsetzen“, so Spieker. Die Gesellschaft für Bremer Immobilen (GBI) ist die Eigentümervertreterin der Bremer Schulgebäude und hat in den vergangenen Jahren eine große Zahl Schulen saniert. „Als Verwalter der Immobilien trifft die GBI Vorsorge, dass bei Sanierungen auch die energetischen Standards eingehalten werden und damit der Energieverbrauch mit jeder Sanierung gesenkt werden kann. Insbesondere beim Heizenergieverbrauch können so sehr hohe Einsparungen erzielt werden“, erläutert Geschäftsführer Dr. Oliver Bongartz.
Die Kooperationspartner wissen schon, wie es mit dem Klimaschutz an den Schulen weitergehen wird: „Wir wollen die Leerlaufverluste weiter senken, denn gerade in den Schulen gibt es durch die Ferien eine lange Phase der Nicht-Nutzung“, so Spieker. „Dann sollte eigentlich klar sein: alle Computer sind ausgeschaltet, die Heizung läuft auf niedrigster Stufe.“ Anne Lücking ergänzt: „Durch den Ausbau von Ganztagsschulen und die zunehmende EDV-Ausstattung gibt es natürlich auch einen Mehrverbrauch in einigen Bereichen. Den wollen wir so gering wie möglich halten und gerade bei der Neuausstattung von Küchen nur die sparsamsten Geräte anschaffen.“
Hintergrund
Das Kooperationsprojekt 3/4plus wurde 1994 gestartet. Es hilft Schulen dabei, Energie und Wasser einzusparen und das Thema in den Unterricht zu integrieren. Neben Investitionen in Wärmeschutz und effiziente Gebäudetechnik tragen auch die Haustechniker, die Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler mit einem bewussten Verhalten dazu bei, dass Energie und Wasser effizient genutzt werden. Dabei wird eine breite Palette an Maßnahmen angeboten: So gibt es Coaching für die Hausmeister und Weiterbildungskurse für Lehrer, Theateraufführungen, Wanderausstellungen und Videowettbewerbe, komplette Unterrichtseinheiten und vieles mehr. Viele Schulen – mittlerweile nehmen an 3/4plus alle Bremer und auch Bremerhavener Schulen teil – haben das Ziel einer 25-prozentigen Einsparung schon erreicht. Bis Ende 2004 wurden – bezogen auf die Verbrauchswerte von 1994 – über 23 Millionen kWh Strom, über 357.000 MWh Heizenergie und rund 390.000 m3 Wasser eingespart. Durch die investiven und nichtinvestiven Maßnahmen wurde der Umwelt so der Ausstoß von rund 100.000 Tonnen klimaschädlichen Kohlendioxids erspart. Zugleich wurden insgesamt etwa 20 Millionen Euro Betriebskosten eingespart. Hiervon profitieren auch die Schulen: Ein Teil des eingesparten Geldes fließt an sie als Prämie für eigene Projekte zurück.

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Bildzeile
Freuen sich über die Fortsetzung des erfolgreichen 3/4plus-Projekts:
Dr. Cornelis Rasmussen, Geschäftsführer energiekonsens, Umweltsenator Dr. Reinhard Loske, Dr. Oliver Bongartz, Geschäftsführer der Gesellschaft für Bremer Immobilien, Anne Lücking, Referatsleiterin Liegenschaften bei der Senatorin für Bildung und Wissenschaft und Falko Spieker, Geschäftsführer des Gebäude- und TechnikManagement Bremen (v.l.n.r.)
Foto: energiekonsens/Grocholl; Abdruck frei
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Sandra Lachmann
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