Presseinformation
Erfolgreiches "3/4plus"-Projekt läuft weiter
Energie- und Wassersparaktionen an Schulen werden fortgesetzt
Klimawandel und Finanznot in den Schulen - zwei Probleme, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, denen aber schon seit zehn Jahren mit dem erfolgreichen Projekt "3/4plus - Clevere Energie- und Wassernutzung an Bremer Schulen" begegnet wird. Neben Investitionen in Wärmeschutz und effiziente Gebäudetechnik tragen auch die Haustechniker, die Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler mit einem bewussten Verhalten dazu bei, dass Energie und Wasser nicht verschwendet, sondern effizient genutzt werden.
Viele Schulen haben so das durchaus hoch gesteckte Ziel einer 25-prozentigen Einsparung schon erreicht. Insbesondere im Bereich der Heizenergie und beim Wasserverbrauch sind große Erfolge zu verzeichnen. Insgesamt wurden bis Dezember 2004 - bezogen auf die Verbrauchswerte des Jahres 1994 - rund 332.645 MWh Heizenergie, 21,26 Millionen kWh Strom und 318.484 m³ Wasser eingespart. Dies entspricht einer CO2-Einsparung von 93.044 Tonnen und einer Energiekosten-Senkung von 16,2 Millionen Euro. "Es wurde ein Anreizsystem entwickelt, das Schulen motiviert, sparsam mit Energie umzugehen und die Schulen finanziell am Erfolg beteiligt", erläutert Werner Meinken vom Senator für Bildung und Wissenschaft. "Einerseits stehen vielen Schulen damit zusätzliche Mittel zur Verfügung, die sie frei verwenden dürfen, andererseits wurde durch die Einsparungen der Haushalt des Bildungssenators insgesamt spürbar entlastet. Erfreulich ist, dass inzwischen alle Schulen der Stadt Bremen freiwillig an dem Energiesparprojekt teilnehmen."
Neben dem finanziellen Aspekt habe das 3/4plus-Projekt auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz geleistet, freut sich Dr. Cornelis Rasmussen, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur energiekonsens auf die Fortsetzung des Projekts: "Wir sind froh, dass sich jetzt alle Bremer Schulen an dieser wichtigen Zukunftsaufgabe beteiligen und fördern daher die Maßnahmen zur Umweltbildung in diesem Projekt sehr gerne. Die Schülerinnen und Schüler verbreiten ihr Wissen in ihrem Umfeld und tragen so zum Verbessern von klimarelevantem Verhalten bei." Auch das Umweltressort beim Senator für Bau, Umwelt und Verkehr fördert die Bestrebungen, in öffentlichen Gebäuden sparsam mit Energie und Wasser umzugehen. "Die Schulen machen immerhin etwa die Hälfte der Fläche aller öffentlichen Gebäude aus", betont Rita Kellner-Stoll vom Umweltsenator, "das 3/4plus-Projekt hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass es möglich ist, trotz gestiegener Anforderungen an die Schulen den Energieverbrauch durch sparsames Nutzerverhalten zu reduzieren. Diese Erfahrungen würden wir gerne auch auf andere öffentliche Gebäude übertragen."
Neu bei dem Projekt ist als Kooperationspartner neben dem Umweltressort auch die Gesellschaft für Bremer Immobilien als Gebäudeeigentümerin der Schulen.
"Für die GBI als Eigentümervertreterin der Schulgebäude ist es selbstverständlich, dass im Rahmen von Sanierungen der Schulen darauf geachtet wird, dass im Hinblick auf Energie- und Wasserverbrauch der Schulen energiesparende Technik zum Einsatz kommt ", so Oliver A. Bongartz, Geschäftsführer der GBI. "Wir sehen aber auch in gering und nicht investiven Maßnahmen, die der Nutzer an den Schulen durchführt, eine sinnvolle Ergänzung."
Das Gebäude- und Technikmanagement (GTM) führt im Auftrag des Bildungssenators die Verbrauchsüberwachung und die Berechnung der Prämien durch. "Anhand der detaillierten Erfassung der Verbrauchszahlen und der durchgeführten Maßnahmen zum Energiesparen können wir ziemlich genau sagen, welche Maßnahme was gebracht hat", meint GTM-Geschäftsführer Falko Spieker. "Damit haben wir den Gebäude-Energiepass für Schulen quasi schon seit einigen Jahren eingeführt. Jede Schule kann im Internet unter www.34plus.de nachlesen, wie hoch ihr Verbrauch ist, wie die Schule im Vergleich zu anderen dasteht und wie erfolgreich ihre Einsparbemühungen sind."
Hintergrund
Das 3/4plus-Projekt ist im Rahmen des Agenda-Prozesses entstanden. Die Agenda 21 war das Hauptdokument des Weltgipfels in Rio 1992: ein Handlungs- und Aktionsprogramm für die dringendsten Probleme des 21. Jahrhunderts und zugleich Leitbild für die nachhaltige Entwicklung. Darin ist die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung im Bereich Energieerzeugung, Energieeffizienz und Energieverbrauch als Ziel festgelegt. Der Name "3/4plus" entstand zum einen aus dem Ziel, den Energieverbrauch auf 75 % des Wertes aus dem Jahr 1994 zu reduzieren. Zum anderen nimmt er Bezug auf das Prämiensystem, das die Schulen mit einem Anteil von 3/4 an den Einsparungen beteiligte.
Das 3/4plus-Projekt hat in den vergangenen Jahren einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz geleistet und erkennbar zur Entlastung des Haushalts des Senators für Bildung und Wissenschaft beigetragen. Gleichzeitig hat es Mittel freigesetzt für die Umsetzung weiterer Energie- und Wassersparmaßnahmen und die Durchführung schulspezifischer Aktivitäten in anderen Bereichen. Beim Wettbewerb "Öffentlichkeitsarbeit für den Klimaschutz in der Kommune" wurde 3/4plus im Herbst 2000 als eines der bundesweit besten 20 Projekte ausgezeichnet.
Kontakt:
Sandra Lachmann
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