Klimaschutz kompakt
Zwölf Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Klimaschutz
1. Gibt es einen Klimawandel und wie macht er sich bemerkbar?
Die Klimaerwärmung und ihre möglichen Folgen sind nicht erst seit gestern Gegenstand öffentlicher Diskussionen. Es mehren sich die Zeichen eines Klimawandels. Die globale Mitteltemperatur stieg in den vergangenen Jahren um 0,6 °C. Aktuelle Trends deuten darauf hin, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel noch dramatischer ausfallen wird als bisher. Nach neustem Erkenntnistand der Klimawissenschaften zu den klimatischen Auswirkungen der erhöhten Treibhausgaskonzentrationen ist noch in diesem Jahrhundert von einer Erwärmung von bis zu 6 °C auszugehen. Das Eis an Nord- und Südpol schmilzt durch die globale Erwärmung schneller als bisher vermutet, was wiederum einen stetigen Anstieg des Meeresspiegels nach sich zieht. Neben den Gefahren für den Küstenschutz ergeben sich weitere Folgen des Klimawandels wie die Zunahme von Extremwetterereignissen und Naturkatastrophen. Klimawissenschaftler weisen darauf hin, dass der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase jetzt reduziert werden muss, um die Folgen des Klimawandels noch zu begrenzen.
Weitere Informationen unter:
www.bmu.de/klimaschutz/klimaschutz_im_ueberblick/doc/2896.php
2. Ist das Klima noch zu retten?
Die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls durch Russland wird von Wissenschaftlern als Meilenstein des internationalen Klimaschutzes gefeiert. Studien des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung haben gezeigt, dass die Treibhausgasemissionen bis 2050 um mindestens 50 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden müssen, um den dramatischen Klimawandel noch aufzuhalten. Das bedeutet, dass die Reduktionsziele weiter auszubauen sind, alle Länder sich dem Klimaschutz verpflichten müssen und damit jeder einzelne Bewohner unserer Erde seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten muss.
Ausführliche Informationen erhalten Sie unter:
3. Was bedeutet "Treibhaus-Effekt"?
In der Atmosphäre gibt es bestimmte Spurengase, die das einfallende kurzwellige Sonnelicht fast ungehindert bis zur Erdoberfläche passieren lassen. Die von der Erde reflektierte langwellige Wärmestrahlung wird hingegen von diesen Spurengasen zur Erde zurückgestrahlt. Wie die Glasscheiben eines Treibhauses heizen die Spurengase die Erde auf. Entsprechend wirkende Gase sogenannte Treibhausgase sind: Kohlendioxid (CO2), Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), Methan (CH4), Ozon (O3) und andere Spurengase.

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Abbildung nach Stephen H. Schneider, Global Warming, San Francisco, 1989
Durch den Treibhaus-Effekt erwärmt sich die Erde auf eine durchschnittliche Temperatur von 15 °C und wird dadurch erst bewohnbar. Zu dem natürlichen Treibhauseffekt kommt der anthropogen (durch den Menschen) bedingte Treibhauseffekt. Er führt zu einer zusätzlichen Freisetzung von klimawirksamen Gasen und somit zu einem weiteren Anstieg der globalen Temperatur. Der Mensch setzt die Treibhausgase vor allem durch Verbrennung fossiler Energieträger (Öl, Gas, Kohle) frei (z.B. beim Auto fahren, Nutzung der Öl- oder Gasheizung, Stromverbrauch).
Weitere Informationen unter:
www.energiesparen-umweltschutz.de/treibhaus-effekt_20070330/
4. Welche Folgen hat der Klimawandel für Bremen?
Eine Folge des globalen Klimawandels ist der Anstieg des Meeresspiegels, auch wenn das Ausmaß sowie die Geschwindigkeit noch unsicher sind. Der Küstenbereich ist somit unmittelbar von der Erwärmung des Klimas betroffen. Ein Szenario der Uni Bremen zeigt bis zum Jahr 2050 einen Anstieg des mittleren Tidehochwassers um 70 Zentimeter. Dies hätte weitreichende Folgen für die Landwirtschaft, die Wasserwirtschaft, die Gewerbe- und Industrieansiedlung sowie den Küstenschutz. Anpassungsmaßnahmen müssen heute eingeleitet werden, um insbesondere die erheblichen Risiken für den Küstenschutz zu bewältigen. Daneben ziehen auch die zu erwartenden wärmeren und trockenen Sommer Wirkungen nach sich. Das Buch "Klimawandel und Küste. Die Zukunft der Unterweserregion" geht auf die Folgen des Klimawandels für die Nordseeküste ausführlich ein.
Weitere Informationen unter:
5. Besitzt Bremen konkrete Klimaschutzziele?
Die Intensivierung der Klimaschutzpolitik auf internationaler und nationaler Ebene prägt auch die Zielsetzung im Land Bremen. So wird vom Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa des Landes Bremen in der zweiten Fortschreibung des Landesenergieprogramms das Ziel fixiert, die CO2-Emissionen im Land Bremen bis 2005 jährlich um 700.000 Tonnen zu senken. Das entspricht einer Reduzierung um 11,6 Prozent gegenüber 1993. Eine große Bedeutung kommt hierbei dem Ausbau der emissionsfreien und emissionsarmen Stromerzeugung zu. Daneben hat der regionale Energieversorger swb in seiner "Bremer Klimaschutz-Erklärung" aus dem Jahr 2004 das Ziel definiert, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2010 jährlich um 1,5 Mio. Tonnen zu reduzieren. Zur Zielerreichung hat die swb ein umfangreiches Maßnahmenpaket entwickelt.
Energieleitstelle beim Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa:
6. Was bedeutet das Kyoto-Protokoll für den Klimaschutz?
Nachdem auf dem Weltumweltgipfel in Rio de Janeiro 1992 erstmals die Reduktion der Treibhausgasemissionen aufgegriffen wurde, sind im Kyoto-Protokoll von 1997 rechtsverbindliche Zusagen der Industriestaaten, ihre Emissionen zu senken, festgehalten. Rund sieben Jahre nachdem das Kyoto-Protokoll verabschiedet worden ist, sind mit der Ratifizierung durch Russland nun genügend Industriestaaten beigetreten, so dass das Protokoll im Februar 2005 in Kraft treten konnte. Die teilnehmenden Industriestaaten müssen laut Kyoto-Protokoll ihren Ausstoß an Treibhausgasen bis 2012 insgesamt um mindestens fünf Prozent verringern. Dadurch wurden erstmals verbindliche Reduktionsziele für die einzelnen Industriestaaten festgelegt. Dies ist ein erster Meilenstein für den internationalen Klimaschutz.
Weitere Informationen unter:
www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/ThemenAZ/Klimaschutz/klimaschutz
7. Wie sieht die Klimaschutzpolitik in Deutschland aus?
Die deutsche Klimaschutzpolitik steht im Kontext des Leitbildes einer nachhaltigen Entwicklung. Dabei liegt es auf der Hand, dass nationales Handeln für den Klimaschutz ebenso bedeutend ist wie das internationale Handeln. Die Bundesregierung setzt in ihrer Klimaschutzpolitik auf eine zielführende Kombination von Maßnahmen und Instrumenten. Die Klimaschutzmaßnahmen reichen von der Selbstverpflichtung der Wirtschaft über die ökologische Steuerreform, Energieeinsparverordnung, Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz, Erneuerbare-Energien-Gesetz, Treibhausgas-Emissionsgesetz bis hin zu Förderungen bei Gebäudesanierungen und Maßnahmen zur CO2-Minderung im Verkehrsbereich. Durch jede einzelne Maßnahme wird für den Energieverbraucher die Pflicht oder der Anreiz geschaffen, fossile Energieträger einzusparen und somit klimaschädliche Emissionen zu vermeiden.
Weitere Informationen unter:
8. Was bedeutet "Emissionshandel"?
Das Emissionshandelssystem schafft eine wirtschaftliche Basis, den Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 dort zu reduzieren, wo es am wirtschaftlichsten ist. Dies bedeutet, dass ökologisch wirksames Handeln ökonomisch umgesetzt wird. Den Wirtschaftssektoren und jeder betroffenen Anlage werden konkrete Minderungsziele zugeordnet und in diesem Umfang Emissionszertifikate für die erste Handelsperiode kostenlos gestellt. Erreicht das Unternehmen die Ziele durch eigene kostengünstige CO2-Minderungsmaßnahmen, kann es die nicht benötigten Zertifikate am Markt verkaufen. Entsprechend muss es Zertifikate am Markt zukaufen, wenn durch eigene Minderungsmaßnahmen das Ziel nicht erreicht werden kann. Erfüllt das Unternehmen seine Minderungsverpflichtung nicht, werden Sanktionen fällig. In Deutschland sind in der ersten dreijährigen Handelsperiode die Betreiber von ca. 2.400 Anlagen verpflichtet teilzunehmen.
Weitere Informationen unter:
9. Welche Anforderungen sind an die Energieversorgung zu stellen?
Die energiepolitische Diskussion der vergangenen Jahre ist vor allem durch Anforderungen an den Klimaschutz geprägt. Neben der Umweltverträglichkeit stellen die Sozialverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit die wichtigen Zielgrößen einer nachhaltigen Energieversorgung dar. So sehen sich der Verkehrsektor sowie die Strom- und Wärmeversorgung weitreichenden Anforderungen gegenüber. Nur ein ganzheitlicher Ansatz, der auf eine sparsame und rationelle Energienutzung jedes Einzelnen setzt, die Effizienz der Energiebereitstellung und des Energietransports erhöht, die energetische Nutzung von Abfallstoffen ausschöpft und die Erneuerbaren Energien zu einer tragenden Säule der Energieversorgung ausbaut, bietet die erforderliche Grundlage für eine sichere, wirtschaftliche, sozial- und umweltverträgliche Energieversorgung.
10. Was sind Erneuerbare Energien?
Unter dem Begriff "Erneuerbare Energien" werden Energieträger gefasst, deren Quellen für menschliche Maßstäbe unerschöpflich sind. Bei den erneuerbaren Energien wird grundsätzlich zwischen drei Primärenergiequellen unterschieden: Erdwärme (Geothermie), Gezeitenkraft (Planetenbewegung und Planetengravitation) und solare Strahlung. Die Energie der Sonne ist bei weitem die größte Quelle. Sie ruft eine Reihe weiterer erneuerbarer Energieströme hervor. Windenergie, Wasserkraft, Biomasse sowie verschiedene biogene Gase stellen im Wesentlichen die Sonnenenergie in umgewandelter Form dar.
Informationen über die verschiedenen erneuerbaren Energieträger erhalten Sie unter:
11. Warum sollten Erneuerbare Energien verstärkt genutzt werden?
Die erneuerbaren Energieträger bieten ein - gemessen an menschlichen Zeitmaßstäben - unerschöpfliches Energiepotenzial. Mit der Nutzung der erneuerbaren Energiequellen ist die Menschheit grundsätzlich in der Lage, alle heute und in Zukunft benötigten Sekundärenergieträger bzw. Nutzenergieformen Wärme, Strom oder Treibstoffe bereitzustellen. Im letzten Jahrzehnt wurden die Vorteile der erneuerbaren Energien zunehmend wahrgenommen. So hat die Tatsache, dass erneuerbare Energiequellen global gesehen viel homogener verteilt sind als fossile oder nukleare Energiereserven, große Bedeutung für die Importabhängigkeit Deutschlands. Das zweite Vorzugsargument ist die häufig unentgeltliche Bereitstellung der jeweiligen Energiequelle durch die Natur. Am stärksten fällt heute allerdings die Umweltverträglichkeit beim Betrieb ins Gewicht. Erneuerbare Energiesysteme emittieren in der Gesamtbetrachtung in einem geringeren Maße gefährliche Stoffe, insbesondere kein zusätzliches CO2.
Ausführliche Informationen erhalten Sie unter:
12. Was kann ich tun, um das Klima zu schützen?
Eine warme Wohnung, elektrisches Licht, Fernseher, Kühlschrank, Waschmaschine - dies alles ist für uns selbstverständlich. Doch der großzügige Umgang mit Energie ist fatal. Die fossilen Energieträger Öl, Kohle und Gas haben zwei wesentliche Nachteile: sie sind nicht unendlich verfügbar und ihre Verbrennung erzeugt klimaschädliche Emissionen. Wenn wir lernen, sorgsamer mit Energie umzugehen, schützen wir die Umwelt und sparen Energieressourcen und unsere Energiekosten. Das alles geht einfacher als viele glauben. Bereits das Abschalten von Geräten mit Stand-by-Verbrauch bei Nichtnutzung kann in einem durchschnittlichen Haushalt bis zu 75 Euro Stromkosten im Jahr sparen.
Hier finden Sie Energiespartipps für zu Hause.
