energiekonsens - die Klimaschützer [Kleiner Junge schaut an einem Baum hoch]


Klimaschutz-Newsletter
für Bremen und umzu
02.2012

 

Guten Tag,

Martin Grocholl und Michael Pelzl

klirrende Kälte, eisiger Wind – vor solch einem Winterwetter hatten Skeptiker gewarnt, als sich Deutschland für das Abschalten verschiedener Atomkraftwerke entschied. Die erste Bewährungsprobe nach der Energiewende hat das deutsche Stromnetz bestanden. Die Situation sei angespannt, aber stabil gewesen, so das Urteil des Wirtschaftsministerium. Um langfristig eine nachhaltige Energieversorgung zu gewährleisten gibt es in der Tat noch viel zu tun. Dennoch haben uns die kalten Tage gezeigt, dass wir auf einem guten Weg sind. Mit verstärkter Energieeffizienz und –einsparung auf der einen, dem Ausbau der Erneuerbaren Energien auf der anderen Seite können wir noch viel erreichen.

Was wir in den letzten Wochen in unseren konkreten Projekten unternommen haben, lesen Sie in diesem Newsletter. Was es mit einem Plus-Energie-Lift und Ökosex auf sich hat, erfahren Sie ebenfalls.

Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre!

Martin Grocholl & Michael Pelzl


Inhalt

Im Fokus

•  „Moralaufladung ist kontraproduktiv“

energiekonsens aktuell

•  Geputzte Räder und spannende Diskussionen
•  „Volle Kanne“ Modernisierungswissen
•  Klimaschutz im Abwasserkanal
•  Internationale Auszeichnung für Bremerhaven
•  Neues Programm für Fachveranstaltungen erschienen

Klimaschutz regional

•  Von Passivhäusern bis zu Strohballenbauten
•  Fifty fifty!
•  preis umwelt unternehmen: Nordwest 2011

Blick über den Tellerrand

•  Deutscher Zwist stört EU-Verhandlungen über Energieeffizienz-Richtlinien
•  UN-Generalsekretär ruft UN-Jahr „Nachhaltige Energie für alle“ aus

Fundgrube

•  Mit gutem Gefühl auf die Piste

Termine

•  Termine

Service

•  Service und Impressum

Im Fokus

„Moralaufladung ist kontraproduktiv“
Interview mit dem Wissenschaftler und Kolumnist Martin Unfried

| Er ist Wissenschaftler, Kolumnist und selbsternannter Ökotainer – Martin Unfried. Jüngst war er im Rahmen der energiekonsens-Initiative „Klimafreunde“ zu Gast in Bremen und präsentierte ernste Umwelt- und Klimaschutzthemen auf unterhaltsame Weise. Wir nutzten die Gelegenheit und sprachen mit ihm über Eigenverantwortung bei der Energiewende, über die Moral der Konsumgesellschaft und Ökosex.

Herr Unfried, Ihr Bühnenprogramm heißt „Ich denk so gern an Ökosex“. Was ist so sexy an Nachhaltigkeit?

Ich finde es supersexy, dass in meinem Haushalt keine fossilen Brennstoffe mehr verbrannt werden. Und vor Leuten, die sich für Nachhaltigkeit interessieren, kann ich damit schon ziemlich angeben.

In der öffentlichen Diskussion wirken Themen des Klima- und Umweltschutzes allerdings häufig hochkomplex oder schulmeisterlich, die Darstellung ist alles andere als sexy.

Wir kämpfen immer noch mit der Verknüpfung mit Moral. Bis heute steht in jedem Autofahrbericht, dass dieses Sparauto was für Leute, die ein gutes Umweltgewissen haben, sei. Moral und Gewissen sind aber in der Konsumgesellschaft schwierige Kategorien. Bisher ist die Moralaufladung für ein sinnvolles, modernes Produkt eher kontraproduktiv. Das heißt nämlich, man muss ein guter Mensch sein, um so was zu kaufen. Mit Modernität hat das effiziente Sparauto dann nix mehr zu tun. Wir sahen, wie dies früher auch die Biolebensmittel eher negativ aufgeladen hat. Das hat sich allerdings verändert, da diese heute eher mit Gesundheit und Lifestyle verbunden werden. Also sind solche gesellschaftlichen Unterschiede in der Wahrnehmung möglich.

Sie appellieren daran, dass Bürger nicht nur Stromkonsumenten, sondern auch -produzenten werden und in Erneuerbare Energien investieren. Die meisten Menschen kaufen sich allerdings lieber ein klimaschädliches Auto als eine umweltfreundliche Solaranlage. Wie gelingt es, dass unser aller Wertesystem grüner wird?

In Deutschland gibt es bereits über 1 Million PV-Anlagen. Ich glaube schon, dass PV auch mittlerweile als Statussymbol funktioniert. Und das Produkt verändert auch das Bewusstsein: Leute mit PV auf dem Dach haben ein anderes Verständnis für Kilowattstunden. Der Weg zur Effizienz ist da auch viel einfacher. Und es gibt hier Hoffnung: der solare Carport zum Beispiel ist ein absolut emotionaler Glücksfall. Solarworld spielt damit schon in der Werbung. Ich glaube viele Leute werden fasziniert sein von der Idee ihren eigenen Strom direkt in die Batterie zu speichern. Das wird jenseits dem ökologischen Nutzen auch viele ansprechen, denen Unabhängigkeit was wert ist.

Die aktuelle Diskussion um Photovoltaik-Anlagen ist nicht gerade förderlich, Bürger für regenerative Energien zu begeistern. Stehen ökonomische Interessen der Energiewende im Weg?

Interessanterweise ist ja die Akzeptanz der Photovoltaik bei jeder Umfrage immer noch sehr hoch. Ich weiss gar nicht, ob der unzufriedene Bürger, der nicht bluten will für Solarstrom, nicht ein Popanz der Medien ist. Dagegen spricht auch, dass ja bereits Millionen in Haushalten leben, die direkt mit PV zu tun haben. Vielleicht ist dies ja auch einer der grossen Erfolge des PV-Aufbaus. Bei Landwirten, Unternehmern und sonstigen Dachbesitzern hat diese Technik eben auch das Bewusstsein verändert.

Da haben es die Argumente der Kohle und Atomlobby gegen PV und Wind auch nicht mehr ganz so einfach. Warum allerdings noch weite Teile der Medien (Spiegel, Welt, FAZ) die PV-Debatte aus der Sichtweise der Konzerne führen und eben nicht die Perspektive und Interessen der neuen dezentralen Produzenten fair beschreiben, das ist in der Tat interessant. Ich habe in einigen Artikel mal die Kostenkommunikation der Medien analysiert. Die ist leider noch häufig geprägt von falschen Indikatoren, unzulässigen Hochrechnungen und wie gesagt, einseitigen Perspektiven. Deshalb traut sich ja auch niemand den PV-Aufbau zu feiern, obwohl die Entwicklung der letzten zwei, drei Jahre wunderbar ist und alle Erwartungen übertrifft.

Abschließend haben Sie Gelegenheit für zwei Appelle: Welchen richten Sie an die Politik, welchen an die Bürger?

Die Politik muss sich trauen, mit Ordnungsrecht zu kommen, wo es nötig ist. Das sehe ich beispielsweise bei allen Dingen im Bereich der Effizienz. Das Blockieren der EU-Effizienzrichtlinie durch das deutsche Wirtschaftsministerium ist in diesem Zusammenhang sehr kontraproduktiv. Wir haben gesehen, dass beispielsweise im Gebäudebereich Förderprogramme und reine Appelle die nötige Beschleunigung bringen. Den aufgeklärteren Haushalten würde ich empfehlen, doch ein bisschen anspruchsvoller zu sein, wo man tatsächlich was reißen kann. Also nicht nur ein bisschen Energiesparen, sondern wirklich rein in die erneuerbare Welt. Sich den 100% Haushalt als Ziel vorzunehmen.


energiekonsens aktuell

Geputzte Räder und spannende Diskussionen
Klimaschutzaktionstage im Bremer Umweltressort

| Da staunten die Mitarbeiter des Bremer Umweltressorts nicht schlecht, als sie am ersten Mittwoch im Februar mit dem Fahrrad bei der Arbeit ankamen: zwei fleißige Mitarbeiter von energiekonsens warteten bereits auf sie, um ihr Rad auf Hochglanz zu bringen. Diese Belohnung für eine klimafreundliche Fahrt ins Büro war ein „Schmankerl“ der zwei Klimaschutztage, die von der Initiative „Klimafreunde“ beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr organisiert wurden.

Vor allem im direkten Arbeitsumfeld, den Büros der einzelnen Mitarbeiter, traten die Klimafreunde in Erscheinung: Bei einer Bürobegehung gab das Team nützliche Tipps für Energieeffizienz am Arbeitsplatz und hatte ein offenes Ohren für alle Fragen, die anfielen. In der Kantine ging es währenddessen um klimafreundliche Ernährung, und beim sogenannten „Work-Café“ diskutierten Senator Dr. Lohse, Wissenschaftler Martin Unfried und Martin Grocholl über den aktuellen Stand des Klimaschutzes. Am Ende der zwei Tage fiel es Projektleiter Enno Nottelmann angesichts der positiven Resonanz nicht schwer, ein passendes Fazit zu fällen: „Die Klimaschutztage beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr waren insgesamt eine durchweg gelungene Erfahrung. Wir freuen uns darauf, auch weiterhin Klimaschutzaktionstage in mit Unternehmen oder Behörden auszurichten.“

Bericht zu den Klimaschutzaktionstagen im Klimafreunde-Magazin


„Volle Kanne“ Modernisierungswissen
Etablierte Beratungsstellen schließen sich bei BREMER/HAVENER MODERNISIEREN zusammen

| Mit den richtigen Modernisierungsmaßnahmen können Hausbesitzer bis zu 70 Prozent Energiekosten sparen. Doch welches sind die richtigen Schritte und wie gehe ich sie am besten an? Das fragen sich viele. In Bremen und Bremerhaven gibt es neutrale Hilfe: BREMER bzw. BREMERHAVENER MODERNISIEREN. Seit Beginn dieses Jahres versammeln sich unter den Dachmarken BREMER und BREMERHAVENER MODERNISIEREN verschiedene etablierter Beratungseinrichtungen. Ursprünglich 2006 von energiekonsens gegründet sind neben der Klimaschutzagentur nun noch diese Partner mit dabei: die Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund, die Bremer Umwelt Beratung, das Ausstellungszentrum bauraum Bremen, die Verbraucherzentrale Bremen, die Stadtbibliothek Bremerhaven, das Umweltschutzamt Bremerhaven sowie der Energieversorger swb. Zusätzliche Unterstützung kommt vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr.

Ganz neu ist auch das „Outfit“, das auf den Bremer Altbautagen im Januar zum ersten Mal präsentiert wurde. Dort sahen mehr als 16.000 Messebesucher als erste das neue Motiv der Initiative: Ein Haus in Thermoskannenform wird künftig symbolisieren, welche Vorteile eine Modernisierung mit sich bringt – mehr Wärmeschutz, mehr Wohnkomfort und dadurch ein wohliges Gefühl.

Das erste greifbare Ergebnis der neuen Struktur ist ein gemeinsames Veranstaltungsprogramm: Rund 71 Termine mit Themen aus den Bereichen Haustechnik, Gebäudehülle, Finanzierung und Wohngesundheit finden allein im 1. Halbjahr 2012 statt. Ein Info-Point von BREMERHAVENER MODERNISIEREN gibt es seit vergangener Woche in der Stadtbibliothek Bremerhaven. Die Partner spendeten der Stadtbibliothek in diesem Rahmen 15 Sachbücher zum Thema „Energetische Hausmodernisierung“.


Klimaschutz im Abwasserkanal
hanseWasser ist Klimafreund

| hanseWasser ist neues Mitglied bei den Klimafreunden und hat sich damit dem Kreis von knapp fünfzig anderen Unternehmen angeschlossen. Bremens Wasserdienstleiter ist bereits seit einigen Jahren im Klimaschutz aktiv, hat für die Mitgliedschaft bei den Klimafreunden aber noch weitere Maßnahmen versprochen: eine Energie- und Lastganganalyse zu veranlassen, wirkungsvollere BHKWs zu installieren und die Verfahrenstechnik energieeffizient auszurichten. Auch in der internen Kommunikation von hanseWasser soll Nachhaltigkeit mehr Aufmerksamkeit bekommen: „Zukünftig möchten wir unsere Mitarbeiter noch mehr motivieren und informieren, so dass sie auf der Arbeit und Zuhause bewusst klimafreundlich handeln,“ erklärt Rüdiger Meß, Energiemanager der hanseWasser Bremen GmbH.

Das Ziel von hanseWasser lautet „Klimaneutralität bis 2015“. Bereits 2013 soll der im Jahresmittel erzeugte Strom für die Kläranlage in Seehausen zu 100 Prozent aus umweltfreundlicher Eigenproduktion kommen. Dies wird durch den Betrieb der neuen 2-Megawatt-Windenergieanlage, den Neubau der Blockheizkraftwerkanlage, die komplette Verstromung des Klärgases und die energetische Optimierung des Kläranlagenbetriebes angestrebt.


Internationale Auszeichnung für Bremerhaven
Klimastadt übernimmt Verantwortung für nachfolgende Generationen

| Bremerhaven hat vergangene Woche den European Energy Award erhalten und ist ab sofort europäische Energie- und Klimaschutzkommune. Die Verantwortlichen reichten die Auszeichnung symbolisch an die Schülerin Lione Stienecke weiter und verpflichteten sich damit einerseits gegenüber nachfolgenden Generationen, die noch ausstehenden Klimaschutzmaßnahmen konsequent und zielgerichtet umzusetzen, appellierten andererseits aber auch an die Unterstützung der jungen Menschen.

Der eea® wird an europäische Städte und Gemeinden verliehen, die sich erfolgreich an einem Qualitätsmanagement- und Zertifizierungsverfahren zum schonenden und effizienten Energieeinsatz beteiligt haben. Dabei wird die kommunale Energiearbeit bewertet, regelmäßig überprüft und Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz werden identifiziert. Diese Analyse wurde in Bremerhaven von energiekonsens gefördert. Insgesamt haben sich bis jetzt 220 Städte, Gemeinden und 20 Landkreise am eea® beteiligt. Mit circa zwei Drittel der maximal zu erreichenden Punkte ist Bremerhaven seinem Klimaschutzziel ein gutes Stück näher gekommen. Beraten und unterstützt wurde die Stadt dabei von der BEKS GmbH Bremen.


Neues Programm für Fachveranstaltungen erschienen
Energieeffizienz in all ihren Facetten

| Das neue Fachveranstaltungsprogramm von energiekonsens ist erschienen und steht zum Download bereit. Zu vielen unterschiedliche Themen wird es Angebote geben. Unternehmen können sich beispielsweise über den Einsatz von LED (3. Mai) und eigenproduzierte Wärme aus einem BHKW (15. März und 21. Juni) informieren. Einen Blick hinter die Kulissen gewährt am 15. März die GEWOBA. Sie hat in Bremen-Kattenturm ein Biomethan-BHKW als Contracting-Modell in Betrieb genommen. Die Vor-Ort-Veranstaltung informiert über die Technik und Wirtschaftlichkeit von BHKW und zeigt, wie über 1.6000 Kattenturmer Haushalte ökologisch mit Wärme versorgt werden können. Premiere feiert am 25. April der „Unternehmer/innen-Sprechtag“. Experten aus den Bereichen Gewerbe, Industrie, IT und Gebäude sind an diesem Tag über eine Hotline erreichbar, um eingehende Fragen kostenlos zu beantworten.

Auch für Baufachleute gibt es im ersten Halbjahr 2012 zahlreiche Informationsangebote. Wie der hydraulische Abgleich von Flächenheizungen im Bestand technisch durchgeführt und dokumentiert werden kann, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen und gleichzeitig energieeffizienter zu werden, erläutert der Vortrag „Optimierung von Flächenheizungen im Bestand“ (18. April). Passend zum Sommer geht es im Juni um eine möglichst optimale Tageslichtnutzung und eine effektive Verschattung. Die Veranstaltung „Gestaltung von Verschattungselementen“ (14. Juni) ist vor allem für Entscheider und Planer ein wichtiges Thema.

Veranstaltungsprogramm zum Download


Klimaschutz regional

Von Passivhäusern bis zu Strohballenbauten
Norddeutsches Zentrum für nachhaltiges Bauen in Verden geplant

| Verden a.d. Aller soll Knotenpunkt für Nachhaltiges Bauen im Norden werden – so das Ziel des Ökologischen Zentrum e.V. Auf dessen Gelände wird derzeit das Norddeutsche Zentrum für nachhaltiges Bauen geplant. Nach seiner Fertigstellung wird es rund 840 Quadratmeter Bürofläche, Besprechungs- und Tagungsräume, einen Ausstellungsbereich, ein Seminar- und Tagungszentrum sowie eine Halle für Praxisschulungen und Forschungsprojekte umfassen. Die Macher erhoffen sich durch das Zentrum eine stärkere Ansiedlung von Betrieben, Fachverbänden und anderen Akteuren im Bereich Nachhaltiges Bauen. Außerdem soll es Qualifizierungen und Weiterbildungen für Handwerker, Planer und anderes interessiertes Fachpublikum, Forschungs- und Entwicklungsprojekten zu Aspekten Nachhaltigen Bauens sowie Beratungen für Bau- und Sanierungsinteressierten ermöglichen. Schwerpunktthemen des Norddeutschen Zentrums für nachhaltiges Bauen werden Passivhäuser, energieeffiziente Haustechniken, Ökologische Altbausanierungen und Strohballenbauten sein.

Weitere Informationen


Fifty fifty!
Gemeinde Bad Zwischenahn teilt Einsparungen mit Personalrat

| Ein Vertragsabschluss für die Nachhaltigkeit: Die Gemeinde Bad Zwischenahn, vertreten durch Bürgermeister Dr. Arno Schlling, und sein Personalrat haben die sogenannte „Fifty-fifty-Vereinbarung“ unterschrieben. Die finanziellen Einsparungen, die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch einen verantwortungsvolleren Umgang mit natürlichen Ressourcen innerhalb eines Jahres erzielt werden, fließen zur Hälfte an die Gemeinde zurück. Die andere Hälfte kommt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern selbst zugute. Ob für eine gemeinsame Exkursion oder die Anschaffung eines Firmenfahrrades – wie das Geld am Ende verwendet wird, bleibt allein dem Personalrat überlassen.

Auftakt des Fifty-Fifty-Projektes bildete vergangenen Donnerstag ein von energiekonsens organisierter Energieaktionstag. Er startete mit dem Vortrag „Klimaschutz am Arbeitsplatz“. Im Anschluss besuchten Experten der BEKS EnergieEffizienz GmbH die Mitarbeiter direkt am Arbeitsplatz und nahmen deren Räume und Verhaltensweisen unter die Lupe nehmen. „Aus unserer Erfahrung heraus wissen wir, dass sich manche Gegebenheiten bei den Mitarbeitern unbewusst eingeschlichen haben. Nach unseren Energieaktionstagen achten sie wieder stärker darauf, unnötige Energieverschwendung zu vermeiden“, berichtet Gerd Leidenberger von energiekonsens. Dabei helfen auch Erinnerungsstützen, die jeder Mitarbeiter geschenkt bekam: Türanhänger, ein Mousepad und Sticker fassen die wichtigsten Klimaschutztipps charmant zusammen.


preis umwelt unternehmen: Nordwest 2011
Klimaschutz-Preisträger Christian Ehlers nominiert

| Wer gewinnt den „preis umwelt unternehmen: Nordwest 2011“? Das entscheidet sich morgen im Oldenburgischen Staatstheater. Die Nominierten stehen allerdings schon fest: Insgesamt acht Projekte aus Wilhelmshaven, Löningen im Landkreis Cloppenburg, Bremerhaven und Bremen sind in dem mit insgesamt 60.000 Euro dotierten Wettbewerb für das Finale nominiert. Die thematische Bandbreite reicht vom Textilrecycling über ökologische Betriebskonzepte in den Branchen Holzhandel, Druck, Lackiererei oder Fischverarbeitung bis hin zu Innovationen aus den Bereichen Logistik, Trinkwasseraufbereitung und Pumpentechnologie. Zu den Finalisten gehört auch Christian Ehlers, dem im letzten Jahr von energiekonsens der Bremer Klimaschutzpreis verliehen wurde. Er konnte sein langjähriges Engagement jüngst toppen: Sein Betrieb arbeitet seit Anfang 2012 klimaneutral.

Mehr zur klimaneutralen Holzhandlung Ehlers


Blick über den Tellerrand

Deutscher Zwist stört EU-Verhandlungen über Energieeffizienz-Richtlinien

| Der Streit zwischen Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) erschwerte vergangene Woche die EU-Verhandlungen über ein Energiespar-Gesetz. Die Politiker konnten sich nicht auf eine gemeinsame Haltung zur Effizienz-Richtlinie einigen. Deutschland ist damit fast das letzte EU-Land ohne Meinung zum Gesetz, mit dem der Energieverbrauch bis 2020 stark gesenkt werden soll. Zwischen Rösler und Röttgen ist aktuell vor allem der Vorschlag von EU-Energiekommissar Günther Oettinger umstritten, die Versorger für eine Einsparung ihrer Kunden von jährlich 1,5 Prozent des Verbrauchs verantwortlich zu machen. Auch hinsichtlich der Solarförderung erzielen sie keine Einigung: Der liberale Wirtschaftsminister ist gegen volkswirtschaftlich gelenkte Ziele, der CDU-Umweltminister plädiert hingegen für kontrollierbare Vorgaben.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters warnte ein EU-Diplomat in Brüssel Deutschland davor, sich bei den Verhandlungen ins Abseits zu manövrieren. Die seit Sommer laufenden Verhandlungen schritten stetig voran und das größte EU-Mitgliedsland könnte am Ende überstimmt werden. Auch die dänische EU-Ratspräsidentschaft drängte die Bundesregierung, Stellung zu beziehen. "Wir können es nicht erwarten, die konsolidierte deutsche Position zu erfahren", hieß es in Kreisen der Präsidentschaft in Brüssel.


UN-Generalsekretär ruft UN-Jahr „Nachhaltige Energie für alle“ aus

| Anlässlich der bevorstehenden Rio+20-Konferenz für Nachhaltige Entwicklung hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon auf dem Weltgipfel für Zukunftsenergie (World Future Energy Summit – WFES) in Abu Dhabi den Startschuss für das kommende „UN-Jahr für Nachhaltige Energie für alle” gegeben. Unter seiner Leitung führt UN-Energy, ein Zusammenschluss aus 20 UN-Organen und Organisationen, eine gleichnamige Initiative durch.

Ziel der UN-Initiative ist es, bis zum Jahr 2030 allen Menschen einen Zugang zu modernen Energiedienstleistungen zu gewähren und den Anteil erneuerbarer Energie am globalen Energiemix auf 30 Prozent zu verdoppeln. Außerdem soll der globale Energieverbrauch um 40 Prozent gesenkt werden. Die so genannte „Roadmap” – eine Strategie und ein Maßnahmenpaket, wie diese Ziele erreicht werden können – soll auf der Rio+20-Konferenz im Juni 2012 vorgestellt und verabschiedet werden.


Fundgrube

Mit gutem Gefühl auf die Piste
In der Schweiz produziert ein Skilift Solarenergie

| Ein Skilift verbraucht Strom, kann ihn aber auch herstellen. Wie das geht, macht ein Bergdorf in der Schweiz vor: Dort produziert ein Lift mehr Strom, als er über das Jahr gesehen selbst verbrauchen kann. Möglich machen das zahlreiche Solar-Kollektoren, die auf insgesamt 450 Metern oberhalb des gesamten Schlepplifts montiert wurden. Die Umstellung auf erneuerbare Energien war notwendig geworden, da die Kosten für den alten Skilift von der kleinen Gemeinde Tenna nicht mehr getragen werden konnten. Heute macht sie mit dem weltweit ersten Plus-Energie-Lift Gewinn.

Mehr zum Solarskilift


Termine

Termine

| 22.02.2012:
Warm und sicher - was bieten Fenster und Türen?

23.02.2012:
Zuschuss und Kredit bei der Energetischen Gebäudesanierung

23.02.2012:
Rückkehr des Eisspeichers

28.02.2012:
Energetische Haussanierung staatlich fördern lassen

03./04.03.2012:
19. Bremer Immobilientage

03./04.03.2012:
17. KSK-Immobilia

09./10.03.2012:
Messe "zukunftsenergien nordwest"

15.03.2012:
BHKW-Einsatz bei der GEWOBA


Service

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Fotonachweis:
Interview: Fee Kirsch
eea für Bremerhaven: ecolo
Norddeutsches Zentrum: Netzwerk nachhaltiges Bauen e.V.
Skilift: http://www.solarskilift.ch/

Alle anderen Abbildungen: energiekonsens

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