energiekonsens - die Klimaschützer [Kleiner Junge schaut an einem Baum hoch]


Klimaschutz-Newsletter
für Bremen und umzu
09.2010

Guten Tag,

Martin Grocholl und Michael Pelzl der Klimagipfel in Kopenhagen, die Diskussion um Mini-Kraftwerke im Keller oder die Tagung der maledivischen Regierung unter Wasser – im vergangenen Jahr ist einiges passiert. Seit September 2009 halten wir Sie über alle Themen rund um den Klimaschutz in unserem Newsletter auf dem Laufenden und befragen Experten zu aktuellen Ereignissen. Treffen wir damit Ihre Interessen? Ist der Aufbau des Newsletters so, wie Sie sich ihn wünschen? Und haben Sie bestimmte Themenwünsche? Wir wollen Ihre Meinung erfahren und bitten Sie, bei unserer Befragung mitzumachen. Klicken Sie einfach auf nachfolgenden Link und lassen Sie uns wissen, wie Ihnen unser Newsletter gefällt und ob wir noch etwas verbessern können. Mitmachen lohnt sich: Als kleines Dankeschön verlosen wir unter allen Teilnehmern drei Mal zwei Freikarten für das Klimahaus Bremerhaven.

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Zum aktuellen Newsletter: Im Fokusthema dreht sich alles um die Wetterextreme der vergangenen Monate: Erst die Tropenhitze im Juli und jetzt ungewöhnlich nasses und kaltes Wetter. Ob dies bereits Zeichen des Klimawandels sind und womit wir künftig rechnen müssen, erfahren Sie in dieser Ausgabe des Klimaschutz-Newsletters. Lesen Sie außerdem, wie Touristen ab sofort umweltfreundlich Bremens Sehenswürdigkeiten erkunden können und wo die Klimafreunde Bremen unterwegs sind.

Viel Spaß beim Lesen wünschen Ihnen

Martin Grocholl & Michael Pelzl

Geschäftsführer


Inhalt

Im Fokus

• Regen, Sturm und Hitzewellen – Fazit eines Sommers
• Wetterextreme als Vorboten des Klimawandels?

energiekonsens aktuell

• Ihre Meinung ist gefragt: Der Newsletter-Check
• energiekonsens und GEWOBA starten Energiesparcheck für Mieter
• Gebäudeenergiechecks, Baubeispiele und viele Informationen
• Unterwegs mit den Klimafreunden

Klimaschutz regional

• Im Elektro-Minibus durch Bremens Fußgängerzonen
• Freie Fahrt fürs Klima
• Neue Energiestudie für Region Weser-Ems geplant
• Klimafreunde statt Klimamuffel

Blick über den Tellerrand

• Betrugsfälle beim Emissionshandel aufgedeckt
• Solarzellen mit neuer Rekordleistung
• Sanieren und kassieren

Fundgrube

• Mit der Sonne um die Welt

Termine

• Termin des Monats
• Weitere Termine

Fotonachweis

• Fotonachweis

Im Fokus

Regen, Sturm und Hitzewellen – Fazit eines Sommers
Ein einzelnes extremes Wetterereignis ist kein Beleg für den Klimawandel

Waldbrände in Russland, Erdrutsche in China und Überflutungen in Pakistan – die vergangenen Monate waren international von Wetterextremen geprägt. Auch die Deutschen erlebten einen Sommer der Extreme: Bremen überschritt mit 716 Sonnenstunden den langjährigen Mittelwert um 21 Prozent und war das trockenste Bundesland. Die Folgen waren spürbar: Im Norden und Osten herrschte über mehrere Wochen hinweg höchste Waldbrandgefahr, in den ICE-Zügen fielen die Klimaanlagen aufgrund der Hitzebelastung aus. Im August dagegen fiel dem deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge so viel Niederschlag wie nie zuvor im gleichen Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Handelt es sich hierbei schon um Zeichen des beschleunigten Klimawandels?

Nach Meinung von Experten und Klimaforschern lässt sich jedoch keines der Wetterereignisse allein dem globalen Klimawandel zuordnen. „Die intensive Hitzewelle dieses Sommers und jetzt die starken Regenfälle passen ins Bild des Klimawandels. Dennoch: Ein Einzelereignis kann niemals als Beleg für den Klimawandel gelten. Auch in der Vergangenheit gab es Sturmfluten oder Hitzewellen – es ist wichtig, die Wetterextreme über einen längeren Zeitraum zu betrachten“, sagt Karsten Smid, Klima-Experte bei Greenpeace. Aber einige Wetterextreme haben in den vergangenen Jahren messbar zugenommen. Das bestätigt auch Gerd Henghuber, Verantwortlicher im Bereich Media Relations für das Thema Klimawandel beim Rückversicherer Munich Re: „Die Analysen unserer Naturkatastrophenbank zeigen, dass sich die Anzahl von extremen Wetterereignissen wie Stürme und Starkniederschläge seit 1980 etwa verdreifacht hat. Dieser Trend ist nur durch den Klimawandel komplett erklärbar.“ Auch künftig werde die Anzahl und Intensität einiger Wetterextreme in Deutschland nach Meinung von Gerhard Müller-Westermeier, Leiter des Bereichs Klimaanalyse beim DWD, weiter steigen. „Wir werden häufiger mit mehr heißen Tagen über 30 Grad rechnen müssen. Regionale Modelle lassen vermuten, dass es trockener wird und sich unser Klima dem Mittelmeerklima anpasst.“

Hitzeextreme, Starkregenereignisse und Sturmböen – auch der Nordwesten wird von klimatischen Veränderungen betroffen sein. „Aufgrund des Klimawandels werden künftig Starkniederschläge und Hitzeextreme weiter zunehmen. Außerdem wird ein erhöhtes Risiko für Überschwemmungen im Nordwesten bestehen – insbesondere in Küsten- oder Flussnähe, da der Meeresspiegel und die Sturmflutwasserstände ansteigen. Insgesamt werden die Winter feuchter und milder, die Sommer hingegen trockener und wärmer“, sagt Stefan Wittig von BioConsult, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt „nordwest2050“ der Metropolregion Bremen-Oldenburg. Durch die extreme Hitze steige das Risiko für gesundheitliche Gefährdung der Menschen – insbesondere in Städten, da hier die nächtlichen Abkühlphasen geringer sind als auf dem Land. Zudem bestehe eine erhöhte Gefahr für Waldbrände wie derzeit in Russland. Neben Anstrengungen zur Minderung der Treibhausgasemissionen sind auch Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel notwendig, um Risiken für die Bevölkerung, Umwelt und Wirtschaft vorzubeugen. Welche Chancen und Risiken mit den für die Metropolregion Bremen Oldenburg skizzierten Klimaveränderungen verbunden sind und welche Anpassungsstrategien sinnvoll erscheinen, wird im Projekt „nordwest2050“ für verschiedene Sektoren erarbeitet.

Zum Projekt „nordwest 2050“


Wetterextreme als Vorboten des Klimawandels?

Wie hängen extreme Wetterereignisse und der Klimawandel zusammen? Müssen wir im Nordwesten künftig mit ähnlichen Wetterextremen wie in Russland rechnen? Wir haben unter anderem bei Stefan Wittig von BioConsult, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt „nordwest2050“, und bei Karsten Smid, Klima-Experte bei Greenpeace, nachgefragt.

Weiter zum Interview


energiekonsens aktuell

Ihre Meinung ist gefragt: Der Newsletter-Check
Bei der Befragung mitmachen und Karten fürs Klimahaus Bremerhaven gewinnen

Seit einem Jahr berichten wir in unserem Klimaschutz-Newsletter über Themen rund um den Klimawandel. Nun möchten wir von unseren Lesern erfahren, wie ihnen der Newsletter gefällt. Die Befragung dauert nur wenige Minuten. Selbstverständlich werten wir die Angaben streng vertraulich und anonym aus, denn sie werden ausschließlich zur Optimierung unseres Newsletters verwendet.

Mitmachen lohnt sich: Als kleines Dankeschön verlosen wir unter allen Teilnehmern drei Mal zwei Freikarten für das Klimahaus Bremerhaven. Wer sich Gewinnchancen sichern möchte, muss seine Kontaktdaten angeben, damit wir den Gewinnern die Freikarten zuschicken können. Die Daten werden nicht gespeichert, sondern einmalig für diese Verlosung genutzt.

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energiekonsens und GEWOBA starten Energiesparcheck für Mieter
Neues Projekt hilft Nebenkosten zu senken und das Klima zu schützen

Unter dem Motto „Nebenkosten senken – Klima schützen“ hat die GEWOBA in Kooperation mit der gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens das Projekt „Energiesparcheck für GEWOBA-Mieter“ gestartet. Im Rahmen des Kooperationsprojektes sollen Bremer Langzeitarbeitslose zu sogenannten Energiesparhelfern ausgebildet werden und Mietern kostenlos wertvolle Tipps zur Reduzierung der Strom-, Heiz- und Wasserkosten geben. In den insgesamt über 41.000 GEWOBA-Wohnungen sollen bis Ende 2014 etwa 700 Beratungen pro Jahr durchgeführt werden. Jeder beratene Haushalt erhält außerdem ein „Energiesparpaket“, das kostenlose Soforthilfen wie abschaltbare Steckerleisten, Energiesparlampen, Perlatoren beinhaltet, die von den Energiesparhelfern direkt installiert werden.

Presseinformation


Gebäudeenergiechecks, Baubeispiele und viele Informationen
BREMER MODERNISIEREN startet Stadtteilkampagne in Findorff und Walle

In Findorff und Walle gibt es viele alte architektonische Schmuckstücke – doch etliche dieser schönen Häuser sind noch nie saniert worden. Hohe Energieverbräuche und Nebenkosten sowie ein nicht optimaler Wohnkomfort sind die Folge. Um mehr Hauseigentümer dafür zu gewinnen, ihre Immobilien energetisch zu sanieren, hat BREMER MODERNISIEREN, die Altbauinitiative der Klimaschutzagentur energiekonsens, eine auf zwei Monate angelegte, umfassende Stadtteilkampagne gestartet. Zentrales Element der Aktion sind 200 durch energiekonsens geförderte Gebäudeenergie-Checks. Sie sollen den Hausbesitzern einen einfachen und kostengünstigen Einstieg in die Modernisierungsplanung bieten. Die kompakte Erstberatung findet vor Ort statt und dauert etwa eine Stunde. Hausbesitzer erfahren, an welchen Stellen des Hauses unnötig Energie verschwendet wird. Der Gebäudeenergiecheck kostet 50 Euro – davon zahlt die Klimaschutzagentur die Hälfte, die anderen 25 Euro zahlt der Hausbesitzer direkt an den Energieberater.

Presseinformation


Unterwegs mit den Klimafreunden
Der Bremer Sommer im Zeichen von Festen und Messen

Für die Kampagne „Klimafreunde“ war der Sommer geprägt von vielen erfolgreichen Außenauftritten: Viel zu entdecken gab es beim diesjährigen Kinderfest und auf dem Umweltbildungsfest im Bürgerpark. Dort gab es für alle Klima-Interessierten Klimafreunde-T-Shirts beim spannenden Klima-Quiz zu gewinnen. Bei der Klebezettel-Aktion konnten sich besonders die jüngeren Gäste des Umweltbildungsfestes austoben und stempelten fleißig Klimatipps auf kleine Post-its.

Auch auf dem Viertelfest wurden auf der Wallwiese – getreu dem diesjährigen Motto „Intelligente Netze“ – Klimafreundschaften geknüpft. In ein Kunstobjekt des Künstlers Christian Hauer integriert, präsentierte das Team der Klimafreunde in Zusammenarbeit mit dem BUND Bremen ein umfassendes Informationsangebot rund um die Themen Klimaschutz und erneuerbare Energien.

Beim Autofreien Sonntag bot sich Interessierten erneut die Gelegenheit, mit dem Klimafreunde-Check herauszufinden, wie es um das eigene Alltagsverhalten und den Klimaschutz bestellt ist. So manche Besucher outeten sich dabei als Klimafossile und entdeckten im CO2-Sparer umsetzbare Tipps für mehr Klimaschutzmaßnahmen in den Bereichen Strom, Ernährung, Heizen, Konsum und Mobilität. Zum ersten Mal waren die Klimafreunde auch auf der HanseLife – Bremens großer Einkaufs- und Erlebnismesse – dabei und zeigten allen Interessierten neun Tage lang, dass Klimaschutz Spaß macht, ganz einfach im Alltag umzusetzen ist und auch noch Geld spart!

Mehr über die Klimafreunde


Klimaschutz regional

Im Elektro-Minibus durch Bremens Fußgängerzonen
Umweltfreundliche Stadtrundfahrten im Testbetrieb

Bis Anfang Oktober können sich Touristen umweltfreundlich an den wichtigsten Bremer Sehenswürdigkeiten vorbeifahren lassen – mit dem Elektro-Minibus. Während der zweimonatigen Testphase starten die Rundfahrten mehrmals täglich am Liebfrauenkirchhof in der Innenstadt. Der kleine Bus mit 13 Sitzplätzen ermöglicht nicht nur Fahrten in der Fußgängerzone, sondern auch ans Weserufer, wo sonst nur Fußgänger, Radfahrer und Skater unterwegs sein dürfen. Initiatoren des Projekts sind die Bremer Touristik-Zentrale und die Bremer Straßenbahn AG.

Für Umweltsenator Dr. Reinhard Loske ist besonders der klimafreundliche Aspekt des Elektromobils von Bedeutung: „Ein Bus, der mit Strom betrieben wird, passt als innovatives, nachhaltiges und umweltfreundliches Serviceangebot besonders gut zu Bremen.“ Die Tour dauert 40 bis 50 Minuten und führt vorbei am Marktplatz über die Schlachte bis zur Überseestadt. Auch die Wallanlagen und das Schnoorviertel werden abgefahren. Im Herbst prüfen die Verantwortlichen die touristischen Inhalte der Rundfahrt, die Preise sowie die Streckenführung und werten die Rückmeldungen der Gäste aus. Ist die Testphase erfolgreich, wird der reguläre Betrieb ab April 2011 aufgenommen.

Zur Pressemitteilung des Bremer Senats


Freie Fahrt fürs Klima
Andrang bei Autofreiem Sonntag

Bahn frei für Inlineskater, Fußgänger und Radfahrer: Am fünften September fand in Bremen der zweite Autofreie Sonntag statt. Zu diesem Anlass lud der ADFC Bremen zu einer Radtour über die für PKW zeitweise gesperrten Hochstraßen. Rund 5.000 Radfahrer traten über eine Strecke von 15 Kilometern in die Pedale. Hätten diese die Strecke von 15 Kilometern mit dem jeweils eigenen Auto zurückgelegt, wären dabei nach Rechnungen des ADFCs rund 20 Tonnen CO2 und andere Schadstoffe ausgestoßen worden.

Im gesamten Innenstadtgebiet waren laut Medienberichten etwa 50.000 Besucher unterwegs. Das sind etwa fünfmal so viele wie im vergangenen Jahr. Auf manchen Kreuzungen saßen die Menschen bei Sonnenschein und Temperaturen um 20 Grad an Biertischen dort zusammen, wo sonst nur Platz für Autos und Motorräder ist. Die Nutzung von Bus und Bahn war zudem den ganzen Tag lang kostenlos. Neben verschiedenen Infoständen zu alternativen Mobilitätsformen – darunter Elektroautos und der öffentliche Nahverkehr – gab es auch einen Infostand der Klimafreunde Bremen.


Neue Energiestudie für Region Weser-Ems geplant
Politiker sprechen sich für Pilotprogramm im Landkreis Oldenburg aus

Langfristig ist die „Energieregion“ – eine Studie, die erneuerbare Energiepotenziale für Biomasse und Solarenergie sowie gleichzeitig den energetischen Bedarf abbildet – fürs gesamte Weser-Ems Gebiet geplant. Zunächst startet das Pilotprogramm im Landkreis Oldenburg, um Angebot und Nachfrage zu testen. Das Oldenburger „Kompetenzzentrum zukünftiger Energieversorgung“ bekommt dabei Unterstützung unterschiedlicher Politiker der Region. Funktioniert der erste Versuch, soll die von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Landkreis beauftragte Studie auch in weiteren Gemeinden erfolgen.

Im Kern beschäftig sich die Studie mit den Fragen: Wie viel erneuerbare Energie aus Biomasse und Solarenergie kann im Landkreis Oldenburg erzeugt werden? Welche Mengen werden in der Region verbraucht? Die Kosten der Pilotstudie werden rund 30.000 Euro betragen, die zum größten Teil das Kompetenzzentrum trägt. Doch auch die Mitglieder des Struktur- und Wirtschaftsausschusses sprachen sich dafür aus, dass sich der Kreis mit 5.000 Euro am Vorhaben beteiligt. Gleichzeitig äußerte Landrat Frank Eger in der Nordwest-Zeitung seine Bedenken: Vorhandene Potenziale sollten zwar genutzt werden, es solle aber kein neuer Biogasanlagenboom entstehen. Mit diesem Gedanken hat er die Ausschussmitglieder geschlossen auf seiner Seite.


Klimafreunde statt Klimamuffel
Bremen bei Altbau-Sanierung bundesweit vorne

Bei der Nutzung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms der KfW liegen die Bremer unter dem Bundesschnitt. Dies hat jetzt eine Studie des Bremer Energie-Instituts gezeigt. Dennoch: Bremer sind keineswegs Sanierungsmuffel. Mit dem Landesförderprogramm „Wärmeschutz im Wohngebäudebestand“ des Senators für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa gibt es in Bremen bereits seit Anfang der neunziger Jahre ein eigenes Förderangebot. Und dieses passt offensichtlich deutlich besser auf die Belange der Bremer Hausbesitzer als die KfW-Angebote. Solch ein Landesförderprogramm ist ein ebenso wichtiges wie überaus erfolgreiches Instrument, das für Bremen eine vergleichbare, wenn nicht sogar wichtigere Rolle spielt als das Bundesprogramm. Im Rahmen des Bremer Programms wurden im vergangenen Jahr 924 Förderanträge für Gebäude bewilligt. Hiervon wurden 97 Gebäude auch über die KfW gefördert. In Summe bleiben also 827 einzig über das Bremer Förderprogramm geförderte Gebäude mit 2.382 Wohnungen. Zusammen mit den KfW-Daten ergeben sich so 4.637 über Fördermaßnahmen sanierte Wohnungen. Dies entspricht einer Sanierungsquote von 1,31 Prozent, mit der Bremen bundesweit in der Spitzengruppe liegt.

Auch bei der Sanierung im Wohnungsbau ist Bremen bundesweit Spitze. So investiert die Gewoba in 2010 nach eigenen Angaben gut 20 Millionen Euro in die energetische Sanierung ihres Bestandes und ist damit bundesweit einer der größten Einzelkreditnehmer der KfW. Diese Förderungen laufen über ein anderes KfW-Projekt und sind daher in der Studie des Bremer Energie-Instituts nicht berücksichtigt. Bei der Inanspruchnahme der Förderung für die sogenannte Gebäudeenergieberatung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle liegt Bremen nach der Evaluation des IFEU-Instituts bundesweit sogar mit Abstand an der Spitze der Förderfälle. Ein wichtiger Aspekt hierbei: Die Initiative Bremer Modernisieren der energiekonsens.

Bremen steht bei der Sanierung des Gebäudebestandes im bundesweiten Vergleich also gut da. Aber dennoch gibt es im Bereich der Wohnungssanierung noch viel zu tun, um die klimapolitisch notwendigen Ziele zu erreichen.

Mehr über Bremer Modernisieren


Blick über den Tellerrand

Betrugsfälle beim Emissionshandel aufgedeckt
Unternehmen und Regierungen profitieren – nicht jedoch das Klima

Der Handel mit Emissionszertifikaten sollte eigentlich dem Klima nutzen. Jetzt haben jedoch Umweltverbände nachgewiesen, dass es zu Betrugsfällen im Clean Development Mechanism (CDM) des Kyoto-Protokolls gekommen ist. Demnach würden Hersteller von Lösch- und Kühlmitteln aus Entwicklungsländern Lücken im CDM gezielt ausnutzen, indem sie mehr von dem extrem schädlichen Treibhausgas HFC-23 (Fluoroform) als notwendig produzieren – um anschließend durch seine Entsorgung Emissionsgutschriften zu bekommen. Für jedes Klimazertifikat bekommen die Hersteller etwa das 65- bis 75-fache dessen, was die Beseitigung des Gases tatsächlich kostet. „Der finanzielle Missbrauch ist schon schlimm genug, aber in diesem Fall wird dadurch auch noch mehr emittiert und damit der Klimawandel vorangetrieben“, sagte Fionnuala Walravens von der Environmental Investigation Agency. Einige Mitglieder des CDM-Executive Board der UN-Klimakonvention hatten es jedoch abgelehnt, die Regeln für Emissionsgutschriften zu ändern. Aufgrund von politischen und wirtschaftlichen Interessen sahen Vertreter von Indien, China und Japan kein Problem in der bisherigen Praxis.

Unter anderem sind laut einer offiziellen Pressemitteilung der Organisation CDM Watch 17 japanische Firmen und die Regierung aktiv an HFC-23-Projekten beteiligt. China initiiert elf der 19 registrierten HFC-23-Projekte, die jährlich etwa 65 Millionen Emissionszertifikate abwerfen. Für die chinesische Regierung mache dies etwa 650 Millionen Euro im Jahr. In Indien finden sich sieben HFC-23-Projekte, die etwa elf Millionen Emissionsgutschriften im Wert von 110 Millionen Euro im Jahr abwerfen. Eva Filzmoser, Koordinatorin von CDM Watch, kritisierte: „Wenn man Entscheidungen auf Basis offenkundiger Interessenkonflikte von Board-Mitgliedern zulässt, steht die Glaubwürdigkeit des CDM in Gefahr.“

Hintergrund: Die Grundidee des Emissionshandels ist es, den Technologietransfer in den Entwicklungsländern zu fördern und eine klimafreundliche Wirtschaft aufzubauen. Beim sogenannten CDM investieren westliche Industrieunternehmen mit hohem CO2-Ausstoß in Klimaschutz-Projekte in Entwicklungsländern und erwerben dadurch Emissionszertifikate. Diese berechtigen den Inhaber eine bestimmte Menge an Treibhausgasen auszustoßen. Laut Kyoto-Protokoll der Vereinten Nationen ist es möglich, den verursachten Ausstoß einer bestimmten Kohlendioxidmenge an einem anderen Ort der Welt auszugleichen.

Pressemitteilung der Organisation CDM Watch


Solarzellen mit neuer Rekordleistung
Stuttgarter Forscher übertreffen eigenen Bestwert

Eine äußerst effiziente Solarzelle haben Forscher des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) entwickelt. Mit einem Spitzenwirkungsgrad von 20,3 Prozent ist sie die derzeit leistungsfähigste Dünnschichtsolarzelle. Die Stuttgarter Wissenschaftler haben den Rekordwert dank einer verbesserten Beschichtungstechnik erreicht und ihren eigenen Weltrekord übertroffen. Damit minimieren sie den Rückstand zu multikristallinen Zellen, die derzeit auf dem Markt dominieren.

Der Prototyp aus dem ZSW besteht aus extrem dünnen Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid-Schichten (CIGS), ist material- und kostensparend. Bei einer Fläche von 0,5 Quadratzentimetern sind die Zellen rund vier tausendstel Millimeter dick. Nach Aussage von Dr. Michael Powalla, Mitglied im ZSW-Vorstand und Geschäftsbereichsleiter Photovoltaik, wird es noch einige Zeit dauern, die Erhöhung des Wirkungsgrades kommerziell umzusetzen. Innovationen der Forschung und die Professionalisierung der Produktion steigern den Wirkungsgrad von Dünnschichtsolarmodulen weiter. In den kommenden Jahren werde der Gesamtwirkungsgrad der relativ preisgünstigen CIGS-Dünnschichtsolarmodule von elf Prozent auf rund 15 Prozent steigen, schätzen Experten.

Zur Pressemitteilung des ZSW


Sanieren und kassieren
Hausbesitzer profitieren von kostenloser Erstkontrolle der DBU

Im Rahmen einer Klimaschutzkampagne führte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) jüngst eine Befragung zur Investition in energetische Erneuerung bei Eigenheimen durch. Das Ergebnis: Hausbesitzer, die bereits eine Erstberatung durchführen ließen, investieren doppelt so häufig in Gebäudesanierungen wie andere. Dabei zeigt der Energie-Check von „Haus sanieren – profitieren“ nicht nur erste Maßnahmen sondern auch langfristige Einsparpotenziale auf. Vorteile, von denen Hausbesitzer nach einer Sanierung profitieren, sind unter anderem sinkende Energiekosten, Wertsteigerung des Gebäudes sowie eine Verbesserung des Wohnkomforts. Nicht zuletzt leistet jeder einen Beitrag zum Klimaschutz.

Nach Angaben des DBU-Generalsekretärs Dr. Fritz Brickwedde seien seit Kampagnenbeginn 2007 Gebäude-Investitionen von insgesamt 1,67 Milliarden Euro zu Stande gekommen. Zudem seien die Prognosen zur CO2-Einsparung bei Weitem übertroffen: Mit der Initiative konnten rund 217.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Darüber hinaus plane jeder zweite Hausbesitzer künftig weitere Sanierungsmaßnahmen.

Zur Pressemitteilung der DBU


Fundgrube

Mit der Sonne um die Welt
Abenteurer gelingt erster Nachtflug durch Solarstrom

Abenteurer Bertrand Piccard träumt davon, die Welt mit seinem Solarflugzeug „Solar Impulse" zu umrunden. Dazu soll allein die gespeicherte Kraft der Sonne dienen. Jetzt ist der Schweizer seinem Ziel einen Schritt näher gekommen: Der erste 24-Stunden-Flug ist geglückt. Eine Pause gönnt er sich allerdings nicht. Gemeinsam mit seinem Piloten André Borschberg möchte er den Atlantik überqueren, bevor es dann 2012 um die ganze Welt gehen soll. Piccard baut dafür bereits an einem leichteren Prototyp der Solarmaschine.

Bisher blieb der Sonnensegler nachts nicht in der Luft. Inzwischen wird mit knapp 12.000 Solarzellen Strom gewonnen und in Lithiumakkus gespeichert, die vier Elektromotoren antreiben. So kann tagsüber genug Energie gesammelt werden, um die Maschine auch über Nacht anzutreiben.

Zur offiziellen Pressemitteilung


Termine

Termin des Monats
23.10.2010: Bremer BHKW-Infotag - Vortragsveranstaltung mit Mini-Messe

10:00 bis 18:00 Uhr

Schuppen 2 – Eventloft, Hoerneckestr. 23, 28217 Bremen

Teilnahme kostenfrei, Anmeldung erforderlich: schulze@energiekonsens.de

Mit Blockheizkraftwerken (BHKW) lassen sich die Energiekosten in einem Gebäude langfristig reduzieren und die CO2-Emissionen senken. Auf dem Bremer BHKW-Infotag erfahren Unternehmer und Mehrfamilienhausbesitzer was sie bei der Errichtung und dem Betrieb eines BHKW beachten sollten. Das Vortragsprogramm gibt Antworten auf zentrale Fragen rund um die energieeffiziente Kraft-Wärme-Kopplung und Tipps aus der Betreiber-Praxis. Darüber hinaus präsentieren Hersteller auf einer begleitenden Ausstellung marktübliche BHKW, neue Entwicklungen so wie Dienstleistungen.

Weitere Informationen und das Vortragsprogramm


Weitere Termine

25.09.2010

Energiespartag bei der Bremer Landesbank mit Infoständen und Vorträgen von Bremer Modernisieren

28.09.2010:

Vortrag: Preiswert, zukunftssicher und nachhaltig – Gute Argumente für energieintelligente Lösungen

06.10.2010:

Vortrag: Welcher Dämmstoff passt zum Haus?

06.10.2010:

Vor-Ort-Veranstaltung: Effiziente Hallenbeleuchtung

21.10.2010:

Energietage Jade Weser


Fotonachweis

Fotonachweis

Cartoon: Eckhard Twistel
Elektro-Minibus: Bremer Touristik-Zentrale
Autofreier Sonntag: www.green-responsibility.de
Biogasanlage: © JuwelTop/PIXELIO’
Weltrekordzelle: Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg
Haus sanieren – profitieren: Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Solar-Flugzeug „Solar Impulse“: © Solar Impulse/Reuters/Christian Hartmann/Pool

Alle anderen Abbildungen: Bremer Energie-Konsens GmbH

Impressum, Herausgeber: Bremer Energie-Konsens GmbH, Am Wall 172/173, 28195 Bremen, Telefon: 0421 / 376671-0, Telefax: 0421 / 376671-9, Fotonachweis: Heizatlas: www.heizatlas.de, Thermometer: ‚© JPW. Peters/ PIXELIO’, Teile einer Windkraftanlage beim Transport: ‚© Heike Dreisbach/ PIXELIO’, Stopp-Schild mit roter Ampel: ‚© Rainer Sturm/ PIXELIO’, Energieverbrauch: ‚© haushaltsgeld.net/ PIXELIO’, „Umschalten“: ‚© Klaus-Uwe Gerhardt/ PIXELIO’, Grüne Tastatur: ‚© Viktor Mildenberger/ PIXELIO’

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