Bremer Energie-Konsens

Energieeffiziente Stadtplanung

Weserquartier-Computergrafik bei Nacht

 

Im Jahr 2007 lebten weltweit erstmals mehr Menschen in der Stadt als auf dem Land. Nach Prognosen der Vereinten Nationen werden im Jahr 2030 zwei Drittel aller Menschen in urbanen Zentren wohnen. Für den nationalen und weltweiten Klimaschutz fällt Städten daher eine Schlüsselrolle in den Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung zu.

Sie haben die Chance wichtige Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen in vielen Bereichen vorzugeben. Ein Kernbereich der nachhaltigen Entwicklung von Städten wie Bremen ist, neben der energieeffizienten Bestandssanierung von Quartieren, vor allem die Entwicklung bzw. Ausweisung von Neubauflächen. Hier kann die Stadt zum Beispiel mit Bebauungsplänen und städtebaulichen Verträgen Voraussetzungen schaffen, die sich nachhaltig auswirken.
Zukunftsfähiges Bauen setzt zwingend voraus, den damit verbundenen Energiebedarf und deren Bereitstellung zu betrachten. Bereits in der Planung/Ausweisung von Baugebieten oder Planung von Einzelobjekten werden die Weichen für den Energiebedarf der nächsten Jahrzehnte gestellt.
Hier setzt das Projekt „Energieeffiziente Stadtplanung an“. Informationen und Angebote für Stadtplaner, Architekten, Investoren, Gewerbetreibende und Bauherrn sollen möglichst früh den Weg für eine energieeffiziente Planung und Ausführung von Neubaugebieten, Gewerbeobjekten oder auch größeren Einzelobjekten ebnen und Hemmnisse abbauen. Beispielhaft werden Modellprojekte gefördert und realisiert sowie ein Selbstverständnis für das energieeffizienten Planen und Bauen geschaffen.

 

Projekte

Weser Quartier wird zentral mit Wärme und Kälte versorgt


In der Überseestadt in Bremen entsteht mit dem "Weser Quartier" zurzeit ein Gebäudeensemble, das neben wirtschaftlichen auch ökologische Kriterien beachtet. Auf dem Gelände der alten Hafenreviere sind mehrere Bürogebäude - Altbau und Neubau, ein Hotel und ein Variete sowie ein Parkhaus bereits gebaut bzw. in Planung. Das Besondere: Für Bestands- und Neubaugebäude wird ein integriertes Gesamtkonzept für eine Versorgung mit Wärme und Kälte umgesetzt. Die Wärmeversorgung wird dabei über den Anschluss an das Fernwärmenetz erfolgen, was zu einer Verringerung des Primärenergiebedarfs um 30 Prozent im Vergleich zu einer Versorgung über dezentrale Gaskessel führen soll. Für die Kühlung wird Grundwasser genutzt. Dies wird nach der Studie den Primärenergiebedarf für die Kälteerzeugung um 70 Prozent im Vergleich zu einer konventionellen Lösung mit Kompressionskältemaschinen reduzieren. Die Entwicklung dieses zukunftsfähigen und klimafreundlichen Energieversorgungskonzeptes wurde von der energiekonsens gefördert.

Vorbildlicher Neubau: Sporthalle in Passivhausstandard


gelbleuchtende Sporthallenfront An der Albert-Einstein-Schule in Bremen-Osterholz entsteht derzeit Bremens erste Sporthalle in Passivhausbauweise. Um die die vom Passivhaus-Institut Darmstadt aufgestellten Kriterien einzuhalten wurde ein Maßnahmenpaket erarbeitet, das den Standard öffentlicher Bauten in wesentlichen Punkten übertrifft. So erhält die neue Halle eine Super-Wärmedämmung (U-Werte der Außenhülle < 0,15 W/m²K) und eine luftdichte Gebäudehülle. Über große südorientierte Fensterflächen wird die Sonnenenergie passiv genutzt. Die mechanische Belüftung der Halle und der Umkleiden mit dem hygienisch erforderlichen Mindestluftwechsel erfolgt durch eine Lüftungsanlage mit hocheffektivem Wärmetauscher. Der Neubau soll beispielhaft zeigen, dass auch Sporthallen in Passivhausbauweise errichtet und vom Nutzer akzeptiert werden, zugleich eine deutliche Betriebskosteneinsparung erbringen und somit auch im öffentlichen Bausektor wirtschaftlich und nachhaltig realisierbar sind.

Bremer Symposium Nachhaltiges Bauen


Über 170 Teilnehmer verfolgten am 6. November die Vorträge des „Bremer Symposiums Nachhaltiges Bauen“ im Schuppen 2 in der Überseestadt. Organisiert wurde die Fachtagung vom Bund Deutscher Architekten Bremen und der School of Architecture Bremen in Kooperation mit der energiekonsens. Die Veranstaltung gab eine Übersicht über die Kriterien nachhaltigen Bauens, den aktuellen Diskussionsstand, das in Vorbereitung befindliche Zertifizierungskonzept (Das Deutsche Gütesiegel Nachhaltiges Bauen) und stellte zahlreiche aktuelle Beispiele vor. Deutlich wurde, dass Nachhaltiges Bauen als ein ganzheitlicher Ansatz zu verstehen ist, der die Schaffung hoher Nutzungsqualitäten unter Beachtung ökologischer, ökonomischer und soziokultureller Belange zum Ziel hat.
Weitere Informationen und die Vorträge finden Sie unter:
www.bsnb.de/Referenten.html

Stiftungsdorf Borgfeld


Mit dem Stiftungsdorf Borgfeld entsteht in Bremen-Borgfeld ein in seiner ökologischen und sozialen Dimension bundesweit beachtetes Zentrum für generationenübergreifendes Wohnen und Leben. Neben Servicewohnungen für Ältere, einer Pflegewohngemeinschaft, einem Stützpunkt eines ambulanten Pflegedienstes entsteht auch eine Mensa als Mehrgenerationenforum von Bremer Heimstiftung und der Grundschule am Saatkamp. Zudem ziehen eine Arztpraxis, eine Bankfiliale, eine Praxis für Physiotherapie, eine Hebammenpraxis und ein öffentliches Café mit Backshop ein. Auch ökologisch eröffnet das Stiftungsdorf im Bereich Energieeinsparung eine neue Dimension: Das gesamte Dorf inklusive der Praxen und des Generationsforums wurde in Kooperation mit der energiekonsens planerisch aufwändig auf KfW 40-Standard gebracht, was gegenüber herkömmlichen Bauten mehr als die Halbierung der notwendigen Energieverbräuche nach sich zieht. Erreicht wird dieses energetisch vorbildliche Niveau durch eine besondere Bauausführung mit hochwertiger Verklinkerung und besonders guter Wärmedämmung an Fassaden, Fundament und Dach. Die Energieversorgung des Stiftungsdorfs erfolgt über ein eigenes gasbetriebenes Blockheizkraftwerk.