ENER:CARE - Die Maßnahmen

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Eine Vielzahl von Energiesparmaßnahmen wurde seit Beginn des Projekts in den Bereichen Stromverbrauch, Dampf, Wärme- und Kälteerzeugung und Wasserverbrauch durchgeführt.
Grundlage hierfür bildete eine ausführliche technische Analyse in jeder Klinik und die darauf aufbauenden Gespräche mit dem technischen Personal vor Ort. Denn keiner kennt das Gebäude besser als die Techniker der Klinik. An Ihrer Beurteilung wird die Durchführbarkeit einer jeden Maßnahme gemessen.
Energiecontrolling
Projektbegleitend wurde in allen Häusern ein Energiecontrolling aufgebaut, um einen Überblick zu gewinnen, wo ein Einsparerfolg in welcher Höhe zu verzeichnen ist.

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Die Grafik der kumulierten Stromverbräuche aus den Jahren 2003 und 2005 zeigt, dass in der entsprechenden Klinik ab Januar 2005 Stromeinsparungen verzeichnet werden konnten. Diese stiegen im Laufe des Jahres weiter an, so dass bis Ende 2005 ca. 500.000 kWh Strom eingespart wurden.

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Da der Wasserverbrauch hauptsächlich von der Patientenbelegung eines Krankenhauses abhängt, wird diese in dem Energiecontrolling mit erfasst; Großverbraucher mit eigenen Unterzählern, wie hier die Wäscherei, werden ebenfalls gesondert aufgezeichnet. Die Grafik macht deutlich, wie hoch das Wassereinsparpotenzial sein kann. Waren es ab Juni 2004 monatlich ca. 500m² Wasser, die durch den Einbau einer Wasserwärmerückgewinnung im Bereich Wäscherei erzielt werden konnten, so werden nach der Optimierung der Dampfaufbereitung und der Reduktion von Wasserdurchflussmengen im Handwaschbereich jetzt monatlich über 5.000m³ Wasser eingespart.
Strom
Umwälzpumpen
In den Kliniken sind zahlreiche Umwälzpumpen im Einsatz, um Heizwärme und warmes Wasser im gesamten Gebäude zu verteilen. Oft sind noch keine differenzdruckleistungsgeregelten Pumpen eingesetzt sondern stufig schaltbare Umwälzpumpen. Die Leistungsstufen der Pumpen konnten vielfach reduziert werden. Bei einer einzelnen Pumpe ist die Energieeinsparung gering - aber durch die Vielzahl der vorhandenen Pumpen und deren Laufzeit rund um die Uhr an 356 Tagen im Jahr ergibt sich insgesamt eine erhebliche Stromeinsparung.
Lüftungsanlage
Die Lüftungsanlagen mussten in einer Klinik rund um die Uhr in höchster Leistungsstufe betrieben werden, da sich in den Luftkanälen die Brandschutzwächter befinden. Nach deren Umrüstung konnten die Lüftungsanlagen bedarfsgerecht geschaltet werden. Dies spart sowohl Heizenergie als auch Strom. Allein die jährliche Stromeinsparung liegt bei über 170.000 kWh/a.
Dampf
Überprüfung von Kondensatableitern
In jedem Dampfleitungssystem befinden sich Kondensat-Ableiter, die kontinuierlich überprüft werden müssen. Über Messungen wurden in allen Häusern "abblasende" Kondensat-Ableiter aufgespürt und erneuert.
Wärme
Heizkreisregler
Die Einstellungsoptimierung der Heizkreisregler erbringt hohe Wärmeenergie-Einsparungen. Sie erfordert eine Vielzahl von Messungen und Überprüfungen, da in einem Krankenhaus die erforderlichen Temperaturen genau eingehalten werden müssen. Das Protokoll verdeutlicht die Arbeitsweise eines technischen Coaches, der - einem Detektiv gleich - überhöhten Temperaturen auf der Spur ist.
Protokoll Begehung Heizzentrale u. Stationen 24.01.06:
Die Vorlauftemperatur beträgt heute um 9 Uhr bei einer Außentemperatur von ca. -10 °C bei allen Heizkreisen für statische Heizflächen etwa 72 °C. Auf der Südseite sind acht Fenster in Dauerkippstellung, davon drei in Ebene 6. Eine Begehung zeigt, dass in Räumen mit geschlossenen Fenstern, insbesondere in Patientenzimmern, die Thermostatventile auf Stellung 1 oder geschlossen sind. Die Heizkörper sind lediglich lauwarm. Hieraus kann geschlossen werden, dass die Heizkurve zu hoch eingestellt ist.
Programmierung zur Raumtemperaturabsenkung
Durch die Veränderung der Programmierung zur Raumtemperaturabsenkung wurde in einem Gebäude die optimale Nachtabsenktemperatur erzielt.
Hierzu ein Einblick in das Protokoll der Technik:
Die Raumtemperaturabsenkung der Heizkreise erfolgte dadurch, dass nur im Auslegungsfall (-15°C) eine Absenktemperatur eingestellt wurde. Die Heizkurve wurde im Absenkfall dann nicht parallel verschoben, sondern mit festem Fußpunkt nur gedreht. Dies führt bei höheren Außentemperaturen zu einer geringeren bzw. keiner Raumtemperaturabsenkung. Die Programmierung der Heizkurve wurde dahingehend geändert, dass die Heizkurve während der Absenkzeit parallel verschoben wird.
Kälte
Impressionskältemaschine
In Krankenhaus hat der Stromverbrauch zur Kühlung einen hohen Anteil am Gesamtstromverbrauch, da die OP-Bereiche mit hohen inneren Wärmelasten kontinuierlich auf 20°C temperiert werden müssen. Hier konnten im Winter aufgrund des geringeren Kühlbedarfs die Kaltwassertemperaturen erhöht werden. Da die Spreizung der Temperaturen je geringer ist, desto höher die Arbeitszahl der Kältemaschinen ist, führt diese Maßnahme zu erheblichen Stromeinsparungen.
Wasser
Absalzung benötigt Frischwasser - Optimierung der Dampfverteilung
Küche, Wäscherei und Sterilisation in einem Krankenhaus benötigen Dampf zwischen 0,5 und 10 bar. Zur Aufbereitung des Dampfs ist eine kontrollierte Absalzung notwendig. Routinemäßig wurde dem Absalzventil kontinuierlich aufbereitetes Wasser zugesetzt - seit 2005 erfolgt dies kontrolliert nur dann, wenn es die Höhe des Salzgehalts erfordert. Die Einsparung bei Dampf und Wasser sind immens; allein die Wassereinsparung beträgt über 8.000 m³/a.
Optimaler Wasserdurchfluss
Die Krankenhäuser Klinikum Reinkenheide Bremerhaven und das Klinikum Bremen-Mitte haben jeweils etwa 500 Handwaschbecken. Durch den Einbau von Wasserspar-Perlatoren können die Wasserdurchflussmengen optimiert und Wasser gespart werden. Ebenso werden Trinkwassereinsparungen durch eine Reduzierung des Wasserdrucks erzielt. Gleiches gilt für einen Austausch der Duschköpfe durch wassersparende Armaturen.
