Pädagogische Maßnahmen
Konzeptioneller Hintergrund
Die Erstellung der Materialien für das pädagogische Personal in den Kitas orientiert sich grundsätzlich an zwei Zielgruppen: Drei- bis vierjährige sowie fünf- bis sechsjährige Kinder. Aufgrund des unterschiedlichen Lernentwicklungsstandes (Konzentration, Motorik, Wahrnehmung, etc.) dieser Altersgruppen werden Lerninhalte in den Materialienkisten für beide Altersstufen benötigt. Wobei trotzdem jahrgangsübergreifendes Lernen stattfinden sollte, so dass die Kleinen von den Großen lernen können.
Die bereitgestellte Kita-Kiste beinhaltet also zum einen Materialien zur spielerischen Vermittlung durch Malen, Singen und einfache Bastelaktion und zum anderen Material für einfache Experimente (z.B. Stromkreisaufbau Batterie/Glühlampe oder Zusammenbau eines solarzellenbetriebenen Spielzeugs), die fortgeschrittene Fähigkeiten der Motorik und des Verständnisses erfordern. Genau hier sollen die Großen den Kleinen als Vorbild und Motivationshilfe dienen und können auch Hilfestellungen geben. Nebeneffekt ist, dass die „Großen“ stolz auf die Verantwortung sind, die ihnen im Umgang mit den jüngeren Kindern zugetraut wird und damit noch stärker motiviert sind, ihre Erkenntnisse auch weiter zu geben – vielleicht bis ins Elternhaus.
Erfolgsbestätigung durch visuelle Anzeige
Neben dem beim Koordinationstreffen angesprochenen wichtigen Anreizsystemen, ist für Kinder eine Erfolgswahrnehmung ihres Handelns zu empfehlen. Hier gilt es, das situative Interesse für Energie, Wasser- und Wärmeeinsparung per aktiver Handlung bzw. Erfolgsmeldung in ein langfristiges (individuell selbst motivierendes) Interesse zu wandeln. Die einfachste Möglichkeit der Umsetzung ist dabei eine visuelle „Zwischenstandsanzeige“ als eine Art Pegelstand, die von den Kindern selbst aktualisiert wird. Gelb steht dabei für Energie, blau für Wasser und rot für Wärme. Die Darstellung (z.B. als Plexiglasleiste) wird dabei mit entsprechenden Symbolen erklärt.
Vorstellbar ist hier anhand der Verbrauchsdaten von 2007/08 ein Modell bereitzustellen, welches dreimonatlich mit den von der BEKS EnergieEffizienz bzw. Immobilien Bremen bereitgestellten Daten abgeglichen und im Eingangsbereich der entsprechenden Kita dargestellt werden kann. Als Nebeneffekt bleibt das Thema „Energie- und Wassersparen“ somit dauerhaft in den einzelnen KiTas präsent.
Workshop und Einarbeitung in die Materialien
Integraler Bestandteil der Weiterbildung sowie der pädagogischen Projektdurchführung ist das Arbeitsheft. Es beinhaltet sowohl Empfehlungen zur Projektdurchführung als auch eine Sammlung an Ideen und inhaltlichen Umsetzungsmöglichkeiten (Spiele, Geschichten, Lieder, Experimente). Als Fallbeispiele kommen hier die entwickelten Materialien zur Anwendung (Experimente, Aktionswoche, Leitfaden), die während des Workshops praktisch durchgeführt werden. Die Termine der Workshops werden in Zusammenarbeit mit den Kitas in den nächsten Wochen festgelegt (siehe oben).
Aktionsplanung
Wie bereits eingangs im konzeptionellen Hintergrund beschrieben, wird das Material sowie die pädagogische Betreuung zielgerichtet für eine Aktionswoche vorbereitet. In dieser Woche sollen die Kinder an das Thema heran geführt werden, ausprobieren und zum Schluss natürlich selbst in die Anwendung gehen. Das Konzept sieht vor, dass die ersten drei Tage (jeder Tag ist einem Thema gewidmet) zum Schnuppern bzw. zur Erzeugung des Interesses genutzt werden. Die dabei erlangten Fähigkeiten und erlernten Zusammenhänge können dann bei einer Rallye „ausgetestet“ werden. Die Kinder entdecken hinsichtlich der Themen „Energie- und Wassersparen“ ihre eigene Kindertagesstätte.
Wo wird Energie verschwendet? Was kostet am meisten Energie und womit muss man sorgsam umgehen? Der Ablauf und Inhalt dieser Rallye wird als roter Faden vorgegeben und durch das Betreuungspersonal durchgeführt. Ideen wie die Ernennung eines “Klimasheriffs“ oder das Markieren von wichtigen Energieplätzen in der Kita können inhaltlich aufgegriffen und umgesetzt werden.

