energiekonsens - die Klimaschützer [Kleiner Junge schaut an einem Baum hoch]


Klimaschutz-Newsletter
für Bremen und umzu
06.2010

Guten Tag,

Dr. Cornelis Rasmussendie FIFA hält Wort und hat 27.000 südafrikanischen Bauarbeitern Eintrittskarten zur Fußball-WM geschenkt. Damit haben FIFA-Präsident Joseph Blatter und das Organisationskomitee ihr Versprechen eingelöst, das sie den Stadion-Bauarbeitern im September 2008 gegeben haben. Mit unserer neuen Kampagne „Klimafreunde Bremen“ fordern wir Bürger, Unternehmer, Politiker und Institutionen ebenfalls auf, ein Versprechen abzugeben. Und zwar sollen sie ihren CO2-Ausstoß durch verschiedene Maßnahmen nachweislich reduzieren. Mehr zur Auftaktveranstaltung, welche Unternehmen sich bereits beteiligen und wie auch Sie zur Klimafreundin oder zum Klimafreund werden können, erfahren Sie in unserem Fokusthema. Auch unsere Fundgrube dreht sich aus aktuellem Anlass um die WM. Lesen Sie dort, warum die Bewohner des afrikanischen Dorfs Oboadaka die Spiele der Fußball-WM verfolgen können, obwohl das Dorf nicht ans öffentliche Stromnetz angeschlossen ist. Dieses und weitere spannende Themen finden Sie in unserem Klimaschutz-Newsletter.

Eine schöne Weltmeisterschaft und viel Spaß beim Lesen wünscht Ihr

Dr. Cornelis Rasmussen


Inhalt

Im Fokus

•Neue Freunde für den Klimaschutz
•Statements von Klimafreunden

Neues aus der Konsens

•„Bremer Klimaschutz Preis 2010“ für Arne Dunker
•„Energie erfahren“
•Gewinner der CO2 Maus

Klimaschutz regional

•BSAG setzt sich für den Klimaschutz ein
•Auf dem Weg zum Büro das Klima schonen
•Juist will „Klima-Insel“ werden

Blick über den Tellerrand

•Bundesrat stoppt Kürzung der Solarförderung
•Forscher fordern Höchstgrenze für Pro-Kopf-Ausstoß
•EU will Klimaziel erhöhen

Fundgrube

•„Power Kick for Africa”: Public Viewing ohne Stromnetz

Fotonachweis

•Fotonachweis

Im Fokus

Neue Freunde für den Klimaschutz
„Klimafreunde Bremen“: Unternehmen, Institutionen und Privatleute verpflichten sich zu mehr Klimaschutz

Cartoon„Eine Stadt spart CO2“ – unter diesem Motto sind Ende Mai die „Klimafreunde Bremen“ gestartet. Ziel der neuen Initiative ist es, aufzuzeigen, dass Klimaschutz von jedem und überall realisiert werden kann. Und das Klimaschutz viel leichter und einfacher geht, wenn viele mitmachen. „Wir wollen das Schwarze-Peter-Spiel beenden, bei dem Bürger, Politik und Unternehmen auf die jeweils anderen verweisen, wenn es um konkrete Schritte geht“, verdeutlicht energiekonsens-Geschäftsführer Dr. Cornelis Rasmussen während der Auftaktveranstaltung auf dem Bremer Marktplatz. Die Klimaschutzagentur energiekonsens hat die neue Bremer Klimaschutzkampagne gemeinsam mit dem ADFC Bremen, dem BUND Bremen und der Bremer Umwelt Beratung gestartet. Der Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa unterstützt die Klimafreunde. Und schon zum Auftakt fanden sich zahlreiche Institutionen, Unternehmen und Bürger, die ganz konkrete Maßnahmen für mehr Klimaschutz versprochen haben und so zu „Klimafreunden Bremen“ geworden sind.

Zu den prominenten 28 Bremer Unternehmen, die bereits ein Klimaversprechen abgegeben haben, zählen unter anderem die Bremer Straßenbahn AG, die ENO, die Sparkasse Bremen und die Stadtbibliothek. In einer Checkliste haben sie aus rund 80 Maßnahmen ihre Klimaschutz-Versprechen ausgewählt. Ganz ähnlich funktioniert es bei den Bürgern. Anhand einer eigens entwickelten Klimafreunde-Checkliste können sie herausfinden, welcher „Klimatyp“ sie sind. Im nächsten Schritt wird das eigene Versprechen abgegeben. Ein Beispiel: Wer zusichert, bei Taschentücher, Küchenkrepp und Toilettenpapier nur noch Recyclingpapier zu wählen, kann damit im Jahr rund 40 Kilogramm CO2 vermeiden. Ganz einfach funktioniert der Klimafreude-Check im Internet. Dort kann auch das Versprechen direkt abgegeben werden.

In den kommenden zwei Jahren soll die Gemeinschaft der Klimafreunde stetig weiter wachsen. Hierzu wird es verschiedene Aktionen und Vorträge und Infostände geben. „Am wichtigsten ist aber, dass jede und jeder Einzelne den Gedanken weiterträgt und Klimafreunde wirbt. Je mehr wir werden, desto stärker können wir den Klimaschutz in Bremen nach vorne bringen“, betont Rasmussen.

Zum Klimafreunde-Check für Bürger


Statements von Klimafreunden

28 Unternehmer haben gehandelt und ein Klimaversprechen abgegeben. Wir haben bei sieben Unterzeichnern nachgefragt, warum sie Klimafreund geworden sind und mit welchen Maßnahmen sie ihre Vereinbarung erfüllen möchten.

Weiter zu den Statements


Neues aus der Konsens

„Bremer Klimaschutz Preis 2010“ für Arne Dunker
energiekonsens zeichnet den Klimahaus-Betreiber aus

PreisübergabeArne Dunker, Geschäftsführer des Klimahauses Bremerhaven 8°Ost, ist mit dem „Bremer Klimaschutz Preis 2010“ ausgezeichnet worden. Den Preis verleiht die Klimaschutzagentur energiekonsens jährlich an Menschen, die richtungsweisende Leistungen erbracht und hohes persönliches Engagement für den Klimaschutz in Bremen und Bremerhaven gezeigt haben. „Mit dem Klimahaus, der Gründung der Deutschen Klimastiftung sowie vielen, manchmal auch unbequemen Ideen trägt Arne Dunker seit Jahren aktiv dazu bei, aus Bremerhaven „Klimahaven“ zu machen und die Stadt zu einem Vorbild für viele andere Kommunen werden zu lassen“, begründete energiekonsens-Geschäftsführer Dr. Cornelis Rasmussen vor rund 100 Gästen in seiner Laudatio die Wahl des Preisträgers.

Presseinformation


„Energie erfahren“
3. Auflage des Radwanderführers mit neuen Zielen und Routen

RadwanderführerAls erste Broschüre im neuen energiekonsens-Design ist die dritte Auflage des Radführers „Energie erfahren“ pünktlich vor den Sommerferien erschienen. Durch die sechs Touren lassen sich nicht nur die eigenen Akkus beim Radeln an frischer Luft aufladen; sie geben auch Gelegenheit, sich direkt vor Ort ein eigenes Bild davon zu machen, wie vielfältig moderner Klimaschutz ist: Die vorgestellten Routen sind zwischen 13 und 65 Kilometer lang und führen zu drei bis vier „Energie-Zielpunkten" aus den Bereichen Neubau, Altbausanierung, Wind- und Wasserkraft oder solarer Energienutzung. Neue Ziele der dritten Auflage sind beispielsweise das Weserstadion, mit seiner fassadenintegrierten Solarzellenwand, das neue Ausstellungszentrum „bauraum“ und der Rotorblatthersteller Rotec. Interessierte können die Orte erfahren, an denen Klimaschutz sichtbar wird, und lernen die Stadt neu kennen! Bestellt werden kann der Radführer kostenlos unter Tel. 0421/37 66 71 0 oder über das Bestellformular.

Zum Bestellformular

Radführer „Energie erfahren“ mit 6 Karten


Gewinner der CO2 Maus
Schüler der 6r der Albert-Einstein-Schule sparen 1.200 Kilogramm Kohlendioxid

Klasse 6rDank der Förderung durch die Klimaschutzagentur energiekonsens im Rahmen des 3/4plus Projektes wurde die sogenannte CO2-Maus in diesem Jahr auch in Schulklassen im Land Bremen aktiv. Die Schülerinnen und Schüler nahmen die eigenen Haushalte unter dem Aspekt Klimaschutz mit Hilfe der Webseite co2maus.de unter die Lupe.

Angemeldet hatten sich 17 Schulklassen aus Bremen und Bremerhaven. Das besondere an dem Projekt: Die Eltern mussten sich mit ihrem Kind an den heimischen PC setzen, um Fragen, beispielsweise zum jährlichen Stromverbrauch zu beantworten. Nach dem ersten CO2-Check, der Fragen zum Stromverbrauch umfasste, ging es weiter. Nun hieß es, die hungrige Maus mit eingespartem CO2 zu füttern. Fast alle Eltern der Klasse 6r der Albert-Einstein-Schule waren dazu bereit. Lehrerin Mechthild Brand integrierte das Projekt interdisziplinär in den Englischunterricht und erweiterte das Vokabular entsprechend. Jede/r SchülerIn sparte in zwei Monaten ca. 1.200 Kilogramm CO2 ein.

Mehr zu 3/4plus


Klimaschutz regional

BSAG setzt sich für den Klimaschutz ein
Dienstleister reduziert eigenen CO2-Ausstoß in den vergangenen fünf Jahren um 20 Prozent

StraßenbahnDeutschland möchte sein Klimaziel, den CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um 20 Prozent zu senken, bis 2020 erreichen. Die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) hat es schon jetzt geschafft. Nun hat der Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa den ÖPNV-Dienstleister zum „Klimaschutzbetrieb CO2-20“ ernannt. Dieser Titel wird an Unternehmen vergeben, die ihren Ausstoß an Kohlendioxid-Emissionen in den vergangenen fünf Jahren am Standort Bremen um mehr als 20 Prozent reduziert haben. Die BSAG erfüllte die Vorgaben mit einer Vielzahl energieeffizienter Maßnahmen, die nach und nach auf dem Betriebsgelände umgesetzt wurden.

Der Firmensitz wurde energietechnisch konsequent optimiert und zahlreiche bauliche Maßnahmen wie neue Fenster umgesetzt. Den Löwenanteil der CO2-Reduktion bringt das neu installierte Blockheizkraftwerk. Über Kraft-Wärme-Kopplung spare das Unternehmen nach eigenen Angaben jährlich 1.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid ein. Doch das ist dem Transportunternehmen noch nicht genug. BSAG-Vorstand Michael Hünig hat für die BSAG ein Klimaschutz-Versprechen für noch mehr CO2-Reduktion abgegeben, wodurch das Unternehmen Teil der „Klimafreunde Bremen“ geworden ist.

Um die Auszeichnung „Klimaschutzbetrieb CO2-20“, die seit 2008 von der ’initiative umwelt unternehmen’ vergeben wird, können sich Betriebe unterschiedlicher Branchen und Größen bewerben. Dabei wird neben Energiesparmaßnahmen auch die Nutzung selbst erzeugter regenerativer Energie anerkannt. Jedes Unternehmen kann sich jährlich neu um die Auszeichnung bemühen.

Weitere Informationen zum Klimaschutzbetrieb

Zur offiziellen Pressemitteilung der BSAG


Auf dem Weg zum Büro das Klima schonen
ADFC und AOK starten Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“

Mit dem Rad zur ArbeitGut die Hälfte aller Bremer hat laut Statistischem Bundesamt einen Arbeitsweg von weniger als zehn Kilometern. Wer für diese Strecke an nur 20 Tage im Jahr das Auto stehen lässt und sie dafür mit dem Rad zurücklegt, erspart der Umwelt etwa 65 Kilogramm CO2. Aber nicht nur das Klima, auch die eigene Gesundheit und der Geldbeutel profitieren. Unter dem Motto „Mit dem Rad zur Arbeit“ haben der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) und die AOK Bremen/Bremerhaven dazu aufgerufen, mindestens 20 Tage zum Büro, zur Ladentheke oder zum Bau zu radeln. Die Aktion läuft noch bis zum 31. August. Anmeldeschluss ist der 1. Juli.

Um möglichst viele Bremer zum Mitmachen zu bewegen, schwingen sich Christian Weber, Präsident der Bremischen Bürgerschaft, Umweltsenator Dr. Reinhard Loske und die Staatsräte Hans-Henning Lühr und Dr. Joachim Schuster ebenfalls auf ihre Drahtesel und nehmen als Vierer-Team teil. In der Regel besteht eine Mannschaft aus drei Arbeitskollegen. Sollte dies bei einigen Firmen nicht möglich sein, so können auch Einzelstarter, Zweier- oder Vierer-Teams teilnehmen. Wer auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, kann ebenfalls bei der Aktion mitmachen. Vorausgesetzt, die Kollegen legen eine Teilstrecke mit dem Rad zurück. Die Teilnehmer erhalten ihre Unterlagen bei AOK und ADFC oder im Internet unter www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de. Sie müssen im Aktionskalender ihre gefahrenen Kilometer und Tage eintragen und diesen nach Aktionsschluss an die AOK zurücksenden.

Auch Arbeitgeber können mitmachen und am Sonderwettbewerb „fahrradaktiver Betrieb“ teilnehmen. Hier müssen Firmen beweisen, inwiefern sie den Mitarbeitern eine gute Infrastruktur – beispielsweise sichere Fahrradparkplätze – zur Verfügung stellen und wie gut die Chefs ihre Angestellten zum Radfahren motivieren, indem sie selbst zur Arbeit radeln.

Weitere Informationen


Juist will „Klima-Insel“ werden
Mit Energieeinsparung und erneuerbaren Energien zum Tourismus-Vorbild werden

JuistGemeinsam mit dem Energieversorger EWE AG will der Bürgermeister von Juist, Dietmar Patron, den Kohlendioxid-Ausstoß drastisch verringern. Bei dem auf mehrere Jahre angelegten Projekt „Klima-Insel Juist“ geht es vor allem darum, den Inselbewohnern und ihren Gästen dabei zu helfen, Energie zu sparen und damit den Kohlendioxid-Ausstoß zu senken. Im Vorfeld hatte Im Jahr 2008 das Bremer Energie-Institut den CO2-Fußabdruck der Ostfriesischen Insel ermittelt – dieser lag 2008 bei 19.590 Tonnen.

Im ersten Schritt erfuhren die Juister bei kostenlosen Energieberatungen der BEKS Energieeffizienz GmbH, wie sich die eigene CO2-Bilanz ermitteln lässt und welche Möglichkeiten sich für Betriebe und Bewohner zur Energieeinsparung bieten. Darauf aufbauend erhielten die Teilnehmer Vorschläge zur Nutzung erneuerbarer Energien und Infos zur finanziellen Förderung. Neben Energieeinsparungen verspricht sich die Inselgemeinde von dem Projekt die Chance, sich bundesweit als Vorbild in Sachen Klimaschutz zu profilieren. „Vom Klimaschutz profitiert grundsätzlich jeder; für Juist erhoffen wir uns von dem Status ‚klimafreundliche Insel’ auch positive Auswirkungen auf den Tourismus“, sagt Bürgermeister Dietmar Patron.

Weitere Informationen


Blick über den Tellerrand

Bundesrat stoppt Kürzung der Solarförderung
Geplante Einschnitte bei der Einspeisevergütung gefährden Wettbewerbsfähigkeit

SolardachDer Bundesrat hat die zum 1. Juli geplante Senkung der Solarstromförderung vorerst gestoppt, da die Länder durch die vom Bundestag geplanten Einschnitte Nachteile für deutsche Solarstandorte befürchten. Nach Aussage des Bundesrats gefährde das Gesetz in seiner aktuellen Fassung die Wettbewerbsfähigkeit der Solarbranche. Er forderte deshalb, die Verringerung der Einspeisevergütung auf höchstens zehn Prozent zu begrenzen. Nun muss der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat nach Kompromissmöglichkeiten zwischen den beiden Positionen suchen.

Hintergrund: Bundesregierung und Bundestag hatten die Einschnitte bei der Solarförderung beschlossen, um die staatlichen Subventionen dem Preisrückgang bei Solaranlagen anzupassen. Die Einspeisevergütung sollte bei Dachanlagen um 16 und bei Freiflächenanlagen um 15 Prozent gekürzt werden. Vollständig gestrichen werden sollten die Fördermittel für Anlagen auf reinen Ackerflächen. In der Branche und bei der Mehrheit der Verbraucher stößt der Entschluss auf Kritik.

Zur offiziellen Pressemitteilung des Bundesrats


Forscher fordern Höchstgrenze für Pro-Kopf-Ausstoß
„2°max-Klimastrategie“ zeigt, wie Zwei-Grad-Ziel erreicht werden kann

http://energiekonsens.de/cms/upload/newsletter/1006/co2-globus.jpgDie zur Kopenhagen-Vereinbarung eingereichten Selbstverpflichtungen der Länder, ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren, werden die globale Erwärmung nicht auf zwei Grad Celsius begrenzen. Tatsächlich bedeuten die wenig ambitionierten Absichtserklärungen einen Anstieg der globalen Mitteltemperatur um mehr als drei Grad Celsius in diesem Jahrhundert und verfehlen damit das Klimaziel der Kopenhagen-Vereinbarung.

Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Aufbauend auf dem „Budgetansatz“ des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für globale Umweltveränderungen (WBGU) hat das Institut nun einen Bericht veröffentlicht. In diesem fordern die Autoren eine einheitliche Emissionsbegrenzung beim Pro-Kopf-Ausstoß für alle Menschen weltweit, um das Zwei-Grad-Ziel dennoch zu erreichen. Produziere ein Land mehr CO2, müsse es an einer Art Börse die Erlaubnis dafür kaufen. Auf diese Weise berücksichtige die „2°max-Klimastrategie“ auch die Interessen Chinas und der USA, keine nationalen Emissionsbeschränkungen zu akzeptieren. Die erste weltweit verbindliche Höchstgrenze von 35 Milliarden Tonnen Kohlendioxid im Jahr 2015 müsste zur Erreichung der Kopenhagener Vereinbarung in den darauf folgenden Jahren stufenweise reduziert werden. Gleichmäßig auf die Weltbevölkerung von 6,9 Milliarden Menschen im Basisjahr 2010 verteilt, ergäben sich Emissionsrechte von zunächst rund fünf Tonnen Kohlendioxid pro Kopf. Zum Vergleich: Derzeit verursacht jeder Deutsche jährlich rund zehn bis elf Tonnen CO2-Ausstoß.

Zum PIK-Report Nr. 116

Zur Pressemitteilung „Kopenhagen verfehlt 2°C-Ziel"


EU will Klimaziel erhöhen
Verschärfung auf 30 Prozent durch Wirtschaftskrise günstiger zu erreichen

EU-FlaggeWegen des starken Rückgangs der Treibhausgasemissionen infolge der Wirtschaftskrise ist es laut EU-Kommission möglich, ein CO2-Reduktionsziel von 30 Prozent zu erreichen. Die Wirtschaftskrise „erspare“ der EU Klimaschutz-Kosten von rund 22 Milliarden Euro. Statt 70 Milliarden koste es nur 48 Milliarden Euro, um die Emissionen bis 2020 um 20 Prozent zu senken, so eine Analyse der EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard. Eine Erhöhung des Klimaziels auf 30 Prozent wäre damit ebenfalls günstiger zu erreichen, als bislang angenommen. Während die deutsche Wirtschaft und Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sich von der Idee wenig begeistert zeigten, halten Umweltschützer eine Verschärfung für längst überfällig. Medienberichten zufolge hat die EU jedoch beschlossen, ihr Klimaziel erst auf 30 Prozent anzuheben, wenn andere große Luftverschmutzer wie die Vereinigten Staaten oder China im Rahmen eines Weltklimaabkommens mitziehen.

Bremens Umweltsenator Dr. Reinhard Loske (Bündnis 90/Die Grünen) spricht sich wie Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) für eine Erhöhung des Klimaziels von 20 auf 30 Prozent aus: „Dies ist klimapolitisch geboten und wirtschaftlich absolut vertretbar, wie die aktuelle Analyse der EU-Kommission zeigt. Um die internationalen Klimaschutzverhandlungen wieder in Schwung zu bringen, muss die EU jetzt ein Zeichen setzen und mit ehrgeizigen Vorgaben vorangehen“, betont Loske.

Weitere Informationen


Fundgrube

„Power Kick for Africa”: Public Viewing ohne Stromnetz
Kraft der Sonne versorgt Dorf in Ghana mit nötiger Energie

http://energiekonsens.de/cms/upload/newsletter/1006/power-kick-for-africa.jpgWM-Spiele mit Gleichgesinnten beim Public Viewing verfolgen – was in Deutschland ganz normal ist, ist für Oboadaka eine kleine Sensation. Denn das Dorf in Ghana ist nicht an das Stromnetz angeschlossen und kann trotzdem einen großen Teil der Fußball-Weltmeisterschaft live miterleben. Ermöglicht wird dieses durch die Hamburger Stiftung World Future Council (WFC) in Kooperation mit Energiebau Sunergy Ghana Ltd. – und zwar mithilfe von Solarstrom. Dieser wird von einer eigens für das Projekt „Power Kick for Africa“ auf dem Dach des Gemeindekrankenhauses installierten Solaranlage produziert.

Etwa 80 Prozent der Afrikaner sind für ihre Energieversorgung von Holz oder Holzkohle abhängig. Das Projekt „Power Kick for Africa“ ist ein erster Schritt hin zu regenerativen Energien. „Wir wollen den Menschen zeigen, dass Solarstrom zuverlässig ist – und ganz einfach dezentral installiert werden kann. Und wir wollen afrikanische Politiker motivieren, die Nutzung erneuerbarer Energien stärker zu fördern. Die erste Fußball-WM, die auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen wird, bietet dafür eine hervorragende Gelegenheit", sagt WFC-Gründer Jakob von Uexküll.

Oboadaka wird über die Fußball-WM hinaus eine Vorreiterrolle einnehmen. Denn die Solaranlage bleibt dem Dorf erhalten. Mit dem erzeugten Strom wird dann das Krankenhaus versorgt. Das dient als Gesundheitszentrum für alle umliegenden Dörfer, mit insgesamt etwa 6.900 Menschen.

Weitere Informationen


Fotonachweis:

Cartoon: Eckhard Twistel
Straßenbahn: Danny König/PIXELIO
Mit dem Rad zur Arbeit: ADFC, Hannah Grundey
Dünenlandschaft Juist: Hans-Werner Schultz/PIXELIO
Photovoltaikanlage auf dem Dach: Armin Pfannes/PIXELIO
CO2-Weltkugel: Uta Herbst/PIXELIO
EU-Flagge: Gaby Schönemann/ PIXELIO
Logo Power Kick: World Future Council
Alle anderen Abbildungen: energiekonsens

Impressum, Herausgeber: Bremer Energie-Konsens GmbH, Am Wall 172/173, 28195 Bremen, Telefon: 0421 / 376671-0, Telefax: 0421 / 376671-9, Fotonachweis: Heizatlas: www.heizatlas.de, Thermometer: ‚© JPW. Peters/ PIXELIO’, Teile einer Windkraftanlage beim Transport: ‚© Heike Dreisbach/ PIXELIO’, Stopp-Schild mit roter Ampel: ‚© Rainer Sturm/ PIXELIO’, Energieverbrauch: ‚© haushaltsgeld.net/ PIXELIO’, „Umschalten“: ‚© Klaus-Uwe Gerhardt/ PIXELIO’, Grüne Tastatur: ‚© Viktor Mildenberger/ PIXELIO’

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