![energiekonsens - die Klimaschützer [Kleiner Junge schaut an einem Baum hoch]](http://energiekonsens.de/cms/upload/newsletter/1005/energie-konsens-die-klimaschuetzer-newsletter-kopf.jpg)
die
FIFA hält Wort und hat 27.000 südafrikanischen Bauarbeitern Eintrittskarten zur
Fußball-WM geschenkt. Damit haben FIFA-Präsident Joseph Blatter und das
Organisationskomitee ihr Versprechen eingelöst, das sie den Stadion-Bauarbeitern
im September 2008 gegeben haben. Mit unserer neuen Kampagne „Klimafreunde
Bremen“ fordern wir Bürger, Unternehmer, Politiker und Institutionen ebenfalls
auf, ein Versprechen abzugeben. Und zwar sollen sie ihren CO2-Ausstoß
durch verschiedene Maßnahmen nachweislich reduzieren. Mehr zur
Auftaktveranstaltung, welche Unternehmen sich bereits beteiligen und wie auch
Sie zur Klimafreundin oder zum Klimafreund werden können, erfahren Sie in
unserem Fokusthema. Auch unsere Fundgrube dreht sich aus aktuellem Anlass um
die WM. Lesen Sie dort, warum die Bewohner des afrikanischen Dorfs Oboadaka die
Spiele der Fußball-WM verfolgen können, obwohl das Dorf nicht ans öffentliche
Stromnetz angeschlossen ist. Dieses und weitere spannende Themen finden Sie in
unserem Klimaschutz-Newsletter.
Eine schöne
Weltmeisterschaft und viel Spaß beim Lesen wünscht Ihr
Dr. Cornelis Rasmussen
Neue
Freunde für den Klimaschutz
Statements
von Klimafreunden
„Bremer
Klimaschutz Preis 2010“ für Arne Dunker
„Energie
erfahren“
Gewinner
der CO2 Maus
BSAG
setzt sich für den Klimaschutz ein
Auf dem Weg
zum Büro das Klima schonen
Juist
will „Klima-Insel“ werden
Bundesrat
stoppt Kürzung der Solarförderung
Forscher
fordern Höchstgrenze für Pro-Kopf-Ausstoß
EU will
Klimaziel erhöhen
„Power Kick for Africa”: Public Viewing ohne
Stromnetz
„Eine
Stadt spart CO2“ – unter diesem Motto sind Ende Mai die
„Klimafreunde Bremen“ gestartet. Ziel der neuen Initiative ist es, aufzuzeigen,
dass Klimaschutz von jedem und überall realisiert werden kann. Und das
Klimaschutz viel leichter und einfacher geht, wenn viele mitmachen. „Wir wollen
das Schwarze-Peter-Spiel beenden, bei dem Bürger, Politik und Unternehmen auf
die jeweils anderen verweisen, wenn es um konkrete Schritte geht“, verdeutlicht
energiekonsens-Geschäftsführer Dr. Cornelis Rasmussen während der
Auftaktveranstaltung auf dem Bremer Marktplatz. Die Klimaschutzagentur
energiekonsens hat die neue Bremer Klimaschutzkampagne gemeinsam mit dem ADFC
Bremen, dem BUND Bremen und der Bremer Umwelt Beratung gestartet. Der Senator
für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa unterstützt die Klimafreunde. Und schon zum
Auftakt fanden sich zahlreiche Institutionen, Unternehmen und Bürger, die ganz
konkrete Maßnahmen für mehr Klimaschutz versprochen haben und so zu
„Klimafreunden Bremen“ geworden sind.
Zu den prominenten 28 Bremer Unternehmen, die
bereits ein Klimaversprechen abgegeben haben, zählen unter anderem die Bremer
Straßenbahn AG, die ENO, die Sparkasse Bremen und die Stadtbibliothek. In einer
Checkliste haben sie aus rund 80 Maßnahmen ihre Klimaschutz-Versprechen
ausgewählt. Ganz ähnlich funktioniert es bei den Bürgern. Anhand einer eigens
entwickelten Klimafreunde-Checkliste können sie herausfinden, welcher
„Klimatyp“ sie sind. Im nächsten Schritt wird das eigene Versprechen abgegeben.
Ein Beispiel: Wer zusichert, bei Taschentücher, Küchenkrepp und Toilettenpapier
nur noch Recyclingpapier zu wählen, kann damit im Jahr rund 40 Kilogramm CO2
vermeiden. Ganz einfach funktioniert der Klimafreude-Check im Internet. Dort
kann auch das Versprechen direkt abgegeben werden.
In den kommenden zwei Jahren soll die
Gemeinschaft der Klimafreunde stetig weiter wachsen. Hierzu wird es
verschiedene Aktionen und Vorträge und Infostände geben. „Am wichtigsten ist
aber, dass jede und jeder Einzelne den Gedanken weiterträgt und Klimafreunde
wirbt. Je mehr wir werden, desto stärker können wir den Klimaschutz in Bremen
nach vorne bringen“, betont Rasmussen.
Zum
Klimafreunde-Check für Bürger
28 Unternehmer haben gehandelt und ein
Klimaversprechen abgegeben. Wir haben bei sieben Unterzeichnern nachgefragt,
warum sie Klimafreund geworden sind und mit welchen Maßnahmen sie ihre Vereinbarung
erfüllen möchten.
Arne
Dunker, Geschäftsführer des Klimahauses Bremerhaven 8°Ost, ist mit dem „Bremer
Klimaschutz Preis 2010“ ausgezeichnet worden. Den Preis verleiht die
Klimaschutzagentur energiekonsens jährlich an Menschen, die richtungsweisende
Leistungen erbracht und hohes persönliches Engagement für den Klimaschutz in
Bremen und Bremerhaven gezeigt haben. „Mit dem Klimahaus, der Gründung der
Deutschen Klimastiftung sowie vielen, manchmal auch unbequemen Ideen trägt Arne
Dunker seit Jahren aktiv dazu bei, aus Bremerhaven „Klimahaven“ zu machen und
die Stadt zu einem Vorbild für viele andere Kommunen werden zu lassen“, begründete
energiekonsens-Geschäftsführer Dr. Cornelis Rasmussen vor rund 100 Gästen in
seiner Laudatio die Wahl des Preisträgers.
Als
erste Broschüre im neuen energiekonsens-Design ist die dritte Auflage des
Radführers „Energie erfahren“ pünktlich vor den Sommerferien erschienen. Durch
die sechs Touren lassen sich nicht nur die eigenen Akkus beim Radeln an
frischer Luft aufladen; sie geben auch Gelegenheit, sich direkt vor Ort ein
eigenes Bild davon zu machen, wie vielfältig moderner Klimaschutz ist: Die
vorgestellten Routen sind zwischen 13 und 65 Kilometer lang und führen zu drei
bis vier „Energie-Zielpunkten" aus den Bereichen Neubau, Altbausanierung,
Wind- und Wasserkraft oder solarer Energienutzung. Neue Ziele der dritten
Auflage sind beispielsweise das Weserstadion, mit seiner fassadenintegrierten
Solarzellenwand, das neue Ausstellungszentrum „bauraum“ und der Rotorblatthersteller
Rotec. Interessierte können die Orte erfahren, an denen Klimaschutz sichtbar
wird, und lernen die Stadt neu kennen! Bestellt werden kann der Radführer
kostenlos unter Tel. 0421/37 66 71 0 oder über das Bestellformular.
Radführer
„Energie erfahren“ mit 6 Karten
Dank
der Förderung durch die Klimaschutzagentur energiekonsens im Rahmen des 3/4plus
Projektes wurde die sogenannte CO2-Maus in diesem Jahr auch in
Schulklassen im Land Bremen aktiv. Die Schülerinnen und Schüler nahmen die
eigenen Haushalte unter dem Aspekt Klimaschutz mit Hilfe der Webseite co2maus.de
unter die Lupe.
Angemeldet hatten sich 17 Schulklassen aus
Bremen und Bremerhaven. Das besondere an dem Projekt: Die Eltern mussten sich
mit ihrem Kind an den heimischen PC setzen, um Fragen, beispielsweise zum
jährlichen Stromverbrauch zu beantworten. Nach dem ersten CO2-Check,
der Fragen zum Stromverbrauch umfasste, ging es weiter. Nun hieß es, die
hungrige Maus mit eingespartem CO2 zu füttern. Fast alle Eltern der
Klasse 6r der Albert-Einstein-Schule waren dazu bereit. Lehrerin Mechthild Brand
integrierte das Projekt interdisziplinär in den Englischunterricht und
erweiterte das Vokabular entsprechend. Jede/r SchülerIn sparte in zwei Monaten
ca. 1.200 Kilogramm CO2 ein.
Deutschland
möchte sein Klimaziel, den CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um 20 Prozent
zu senken, bis 2020 erreichen. Die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) hat es schon
jetzt geschafft. Nun hat der Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa den ÖPNV-Dienstleister
zum „Klimaschutzbetrieb CO2-20“ ernannt. Dieser Titel wird an
Unternehmen vergeben, die ihren Ausstoß an Kohlendioxid-Emissionen in den
vergangenen fünf Jahren am Standort Bremen um mehr als 20 Prozent reduziert
haben. Die BSAG erfüllte die Vorgaben mit einer Vielzahl energieeffizienter
Maßnahmen, die nach und nach auf dem Betriebsgelände umgesetzt wurden.
Der Firmensitz wurde energietechnisch
konsequent optimiert und zahlreiche bauliche Maßnahmen wie neue Fenster
umgesetzt. Den Löwenanteil der CO2-Reduktion bringt das neu
installierte Blockheizkraftwerk. Über Kraft-Wärme-Kopplung spare das
Unternehmen nach eigenen Angaben jährlich 1.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid ein.
Doch das ist dem Transportunternehmen noch nicht genug. BSAG-Vorstand Michael
Hünig hat für die BSAG ein Klimaschutz-Versprechen für noch mehr CO2-Reduktion
abgegeben, wodurch das Unternehmen Teil der „Klimafreunde Bremen“ geworden ist.
Um die Auszeichnung „Klimaschutzbetrieb CO2-20“,
die seit 2008 von der ’initiative umwelt unternehmen’ vergeben wird, können
sich Betriebe unterschiedlicher Branchen und Größen bewerben. Dabei wird neben
Energiesparmaßnahmen auch die Nutzung selbst erzeugter regenerativer Energie
anerkannt. Jedes Unternehmen kann sich jährlich neu um die Auszeichnung
bemühen.
Weitere
Informationen zum Klimaschutzbetrieb
Zur
offiziellen Pressemitteilung der BSAG
Gut
die Hälfte aller Bremer hat laut Statistischem Bundesamt einen Arbeitsweg von
weniger als zehn Kilometern. Wer für diese Strecke an nur 20 Tage im Jahr das
Auto stehen lässt und sie dafür mit dem Rad zurücklegt, erspart der Umwelt etwa
65 Kilogramm CO2. Aber nicht nur das Klima, auch die eigene
Gesundheit und der Geldbeutel profitieren. Unter dem Motto „Mit dem Rad zur
Arbeit“ haben der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) und die AOK
Bremen/Bremerhaven dazu aufgerufen, mindestens 20 Tage zum Büro, zur Ladentheke
oder zum Bau zu radeln. Die Aktion läuft noch bis zum 31. August.
Anmeldeschluss ist der 1. Juli.
Um möglichst viele Bremer zum Mitmachen zu
bewegen, schwingen sich Christian Weber, Präsident der Bremischen Bürgerschaft,
Umweltsenator Dr. Reinhard Loske und die Staatsräte Hans-Henning Lühr und Dr.
Joachim Schuster ebenfalls auf ihre Drahtesel und nehmen als Vierer-Team teil.
In der Regel besteht eine Mannschaft aus drei Arbeitskollegen. Sollte dies bei
einigen Firmen nicht möglich sein, so können auch Einzelstarter, Zweier- oder
Vierer-Teams teilnehmen. Wer auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist,
kann ebenfalls bei der Aktion mitmachen. Vorausgesetzt, die Kollegen legen eine
Teilstrecke mit dem Rad zurück. Die Teilnehmer erhalten ihre Unterlagen bei AOK
und ADFC oder im Internet unter www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de.
Sie müssen im Aktionskalender ihre gefahrenen Kilometer und Tage eintragen und
diesen nach Aktionsschluss an die AOK zurücksenden.
Auch Arbeitgeber können mitmachen und am
Sonderwettbewerb „fahrradaktiver Betrieb“ teilnehmen. Hier müssen Firmen
beweisen, inwiefern sie den Mitarbeitern eine gute Infrastruktur –
beispielsweise sichere Fahrradparkplätze – zur Verfügung stellen und wie gut
die Chefs ihre Angestellten zum Radfahren motivieren, indem sie selbst zur
Arbeit radeln.
Gemeinsam
mit dem Energieversorger EWE AG will der Bürgermeister von Juist, Dietmar
Patron, den Kohlendioxid-Ausstoß drastisch verringern. Bei dem auf mehrere
Jahre angelegten Projekt „Klima-Insel Juist“ geht es vor allem darum, den
Inselbewohnern und ihren Gästen dabei zu helfen, Energie zu sparen und damit
den Kohlendioxid-Ausstoß zu senken. Im Vorfeld hatte Im Jahr 2008 das Bremer
Energie-Institut den CO2-Fußabdruck der Ostfriesischen Insel
ermittelt – dieser lag 2008 bei 19.590 Tonnen.
Im ersten Schritt erfuhren die Juister bei
kostenlosen Energieberatungen der BEKS Energieeffizienz GmbH, wie sich die
eigene CO2-Bilanz ermitteln lässt und welche Möglichkeiten sich für
Betriebe und Bewohner zur Energieeinsparung bieten. Darauf aufbauend erhielten
die Teilnehmer Vorschläge zur Nutzung erneuerbarer Energien und Infos zur
finanziellen Förderung. Neben Energieeinsparungen verspricht sich die
Inselgemeinde von dem Projekt die Chance, sich bundesweit als Vorbild in Sachen
Klimaschutz zu profilieren. „Vom Klimaschutz profitiert grundsätzlich jeder;
für Juist erhoffen wir uns von dem Status ‚klimafreundliche Insel’ auch
positive Auswirkungen auf den Tourismus“, sagt Bürgermeister Dietmar Patron.
Der
Bundesrat hat die zum 1. Juli geplante Senkung der Solarstromförderung vorerst
gestoppt, da die Länder durch die vom Bundestag geplanten Einschnitte Nachteile
für deutsche Solarstandorte befürchten. Nach Aussage des Bundesrats gefährde
das Gesetz in seiner aktuellen Fassung die Wettbewerbsfähigkeit der
Solarbranche. Er forderte deshalb, die Verringerung der Einspeisevergütung auf
höchstens zehn Prozent zu begrenzen. Nun muss der Vermittlungsausschuss von
Bundestag und Bundesrat nach Kompromissmöglichkeiten zwischen den beiden
Positionen suchen.
Hintergrund: Bundesregierung und Bundestag
hatten die Einschnitte bei der Solarförderung beschlossen, um die staatlichen
Subventionen dem Preisrückgang bei Solaranlagen anzupassen. Die
Einspeisevergütung sollte bei Dachanlagen um 16 und bei Freiflächenanlagen um
15 Prozent gekürzt werden. Vollständig gestrichen werden sollten die
Fördermittel für Anlagen auf reinen Ackerflächen. In der Branche und bei der
Mehrheit der Verbraucher stößt der Entschluss auf Kritik.
Zur
offiziellen Pressemitteilung des Bundesrats
Die zur Kopenhagen-Vereinbarung
eingereichten Selbstverpflichtungen der Länder, ihre Treibhausgasemissionen zu
reduzieren, werden die globale Erwärmung nicht auf zwei Grad Celsius begrenzen.
Tatsächlich bedeuten die wenig ambitionierten Absichtserklärungen einen Anstieg
der globalen Mitteltemperatur um mehr als drei Grad Celsius in diesem
Jahrhundert und verfehlen damit das Klimaziel der Kopenhagen-Vereinbarung.
Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam des
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Aufbauend auf dem
„Budgetansatz“ des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für globale
Umweltveränderungen (WBGU) hat das Institut nun einen Bericht veröffentlicht.
In diesem fordern die Autoren eine einheitliche Emissionsbegrenzung beim
Pro-Kopf-Ausstoß für alle Menschen weltweit, um das Zwei-Grad-Ziel dennoch zu
erreichen. Produziere ein Land mehr CO2, müsse es an einer Art Börse
die Erlaubnis dafür kaufen. Auf diese Weise berücksichtige die
„2°max-Klimastrategie“ auch die Interessen Chinas und der USA, keine nationalen
Emissionsbeschränkungen zu akzeptieren. Die erste weltweit verbindliche
Höchstgrenze von 35 Milliarden Tonnen Kohlendioxid im Jahr 2015 müsste zur
Erreichung der Kopenhagener Vereinbarung in den darauf folgenden Jahren
stufenweise reduziert werden. Gleichmäßig auf die Weltbevölkerung von 6,9
Milliarden Menschen im Basisjahr 2010 verteilt, ergäben sich Emissionsrechte
von zunächst rund fünf Tonnen Kohlendioxid pro Kopf. Zum Vergleich: Derzeit
verursacht jeder Deutsche jährlich rund zehn bis elf Tonnen CO2-Ausstoß.
Zur
Pressemitteilung „Kopenhagen verfehlt 2°C-Ziel"
Wegen
des starken Rückgangs der Treibhausgasemissionen infolge der Wirtschaftskrise ist
es laut EU-Kommission möglich, ein CO2-Reduktionsziel von 30 Prozent
zu erreichen. Die Wirtschaftskrise „erspare“ der EU Klimaschutz-Kosten von rund
22 Milliarden Euro. Statt 70 Milliarden koste es nur 48 Milliarden Euro, um die
Emissionen bis 2020 um 20 Prozent zu senken, so eine Analyse der
EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard. Eine Erhöhung des Klimaziels auf 30
Prozent wäre damit ebenfalls günstiger zu erreichen, als bislang angenommen.
Während die deutsche Wirtschaft und Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle
(FDP) sich von der Idee wenig begeistert zeigten, halten Umweltschützer eine
Verschärfung für längst überfällig. Medienberichten zufolge hat die EU jedoch
beschlossen, ihr Klimaziel erst auf 30 Prozent anzuheben, wenn andere große
Luftverschmutzer wie die Vereinigten Staaten oder China im Rahmen eines
Weltklimaabkommens mitziehen.
Bremens Umweltsenator Dr. Reinhard Loske
(Bündnis 90/Die Grünen) spricht sich wie Bundesumweltminister Norbert Röttgen
(CDU) für eine Erhöhung des Klimaziels von 20 auf 30 Prozent aus: „Dies ist
klimapolitisch geboten und wirtschaftlich absolut vertretbar, wie die aktuelle
Analyse der EU-Kommission zeigt. Um die internationalen
Klimaschutzverhandlungen wieder in Schwung zu bringen, muss die EU jetzt ein
Zeichen setzen und mit ehrgeizigen Vorgaben vorangehen“, betont Loske.
WM-Spiele mit Gleichgesinnten beim
Public Viewing verfolgen – was in Deutschland ganz normal ist, ist für Oboadaka
eine kleine Sensation. Denn das Dorf in Ghana ist nicht an das Stromnetz
angeschlossen und kann trotzdem einen großen Teil der Fußball-Weltmeisterschaft
live miterleben. Ermöglicht wird dieses durch die Hamburger Stiftung World
Future Council (WFC) in Kooperation mit Energiebau Sunergy Ghana Ltd. – und
zwar mithilfe von Solarstrom. Dieser wird von einer eigens für das Projekt
„Power Kick for Africa“ auf dem Dach des Gemeindekrankenhauses installierten
Solaranlage produziert.
Etwa 80 Prozent der Afrikaner sind für ihre
Energieversorgung von Holz oder Holzkohle abhängig. Das Projekt „Power Kick for
Africa“ ist ein erster Schritt hin zu regenerativen Energien. „Wir wollen den
Menschen zeigen, dass Solarstrom zuverlässig ist – und ganz einfach dezentral
installiert werden kann. Und wir wollen afrikanische Politiker motivieren, die
Nutzung erneuerbarer Energien stärker zu fördern. Die erste Fußball-WM, die auf
dem afrikanischen Kontinent ausgetragen wird, bietet dafür eine hervorragende
Gelegenheit", sagt WFC-Gründer Jakob von Uexküll.
Oboadaka wird über die Fußball-WM hinaus eine
Vorreiterrolle einnehmen. Denn die Solaranlage bleibt dem Dorf erhalten. Mit
dem erzeugten Strom wird dann das Krankenhaus versorgt. Das dient als
Gesundheitszentrum für alle umliegenden Dörfer, mit insgesamt etwa 6.900
Menschen.
Cartoon: Eckhard Twistel
Straßenbahn: Danny König/PIXELIO
Mit dem Rad zur Arbeit: ADFC, Hannah Grundey
Dünenlandschaft Juist: Hans-Werner Schultz/PIXELIO
Photovoltaikanlage auf dem Dach: Armin Pfannes/PIXELIO
CO2-Weltkugel: Uta Herbst/PIXELIO
EU-Flagge: Gaby Schönemann/ PIXELIO
Logo Power Kick: World Future Council
Alle anderen Abbildungen: energiekonsens

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