BHKW in Unternehmen

BHKW: Umweltschonend und wirtschaftlich effizient!

Es liefert Strom und Wärme gleichzeitig, amortisiert es sich relativ schnell und hilft, eine Menge CO2 einzusparen: Die Rede ist vom Blockheizkraftwerk, kurz BHKW. Den Begriff haben die meisten wohl schon einmal gehört, aber was verbirgt sich eigentlich genau dahinter – und eignet es sich für jedes Unternehmen? Heinz Eggersglüß ist einer der Gründer und Geschäftsführer des Bremer Ingenieurbüros UTEC, welches sich mit der Entwicklung und Anwendung umweltfreundlicher Technik beschäftigt. Für den Ingenieur stand schon während seines Studiums der Elektrotechnik an einer Technischen Universität fest, dass er am liebsten praktisch arbeiten möchte: Gemeinsam mit seinen Kollegen berät er heute Kunden und unterstützt sie bei der Planung und Umsetzung energieeffizienter Maßnahmen – eines seiner Steckenpferde sind dabei BHKW. Auch gehört er unter anderem unserem KMU-Beraternetzwerk an.

Herr Eggersglüß, können Sie kurz beschreiben, was ein Blockheizkraftwerk ist und welche Vorteile es mit sich bringt?

Bei einem BHKW handelt es sich um eine recht kompakte Apparatur, die oft nur so groß ist wie eine Gefriertruhe. Im Inneren befindet sich ein Motor, der mit Erdgas betrieben wird und welcher wiederum einen Generator antreibt, der Strom erzeugt. Während dieses Prozesses entsteht gleichzeitig Abwärme, die dank eines Wärmetauschers in einem Wärmesystem genutzt werden kann. Das ist äußerst effizient, es treten kaum Verluste auf und der Wirkungsgrad beträgt zwischen 90 und 100 Prozent. Ganz im Gegensatz zum Standard-Kraftwerk: Hier werden etwa 60 Prozent der Wärme ungenutzt an die Umwelt abgegeben und der Wirkungsgrad beträgt demnach lediglich 40 Prozent. Zudem ist ein BHKW noch gut fürs Klima, denn gegenüber konventionellen Methoden können 40 bis 50 Prozent CO2 eingespart werden.

Was kann ein Unternehmen denn genau einsparen, wenn es ein BHKW einsetzt?

Nun, eine direkte Energieeinsparung beim Kunden findet nicht statt. Es wird vor Ort Strom mit Erdgas produziert, der ansonsten von draußen bezogen wurde. Energie wird vor Ort veredelt. Dadurch entstehen wirtschaftliche Vorteile und die Umwelt wird entlastet. In der Regel beträgt die Amortisationszeit eines BHKW fünf Jahre, die anschließende Rendite lässt sich aber nicht so einfach pauschalisieren, da diese natürlich stark von der individuellen Nutzung abhängt.

Haben Sie denn ein konkretes Beispiel, in welchem ein Kunde besonders viel durch die Nutzung eines BHKW sparen konnte?

Ja, allerdings. Bei diesem Kunden hat sich das relativ große BHKW bereits nach zwei Jahren amortisiert, ich muss allerdings dazusagen, dass es sich hier um eine äußerst günstige Konstellation handelte. Das Kraftwerk an sich kostete in der Anschaffung 500.000 Euro, das bedeutet, dass der Kunde anschließend 250.000 Euro jährlich einsparen konnte – bei einer erwarteten Lebensdauer der Anlage von etwa zehn Jahren ist das schon enorm!

Sie sprechen von einer günstigen Konstellation – was muss man bedenken, wenn man sich ein BHKW zulegen möchte?

Theoretisch kann ein BHKW in jedes bestehende Energiesystem integriert werden. Praktisch gesehen müssen, damit die Effizienz auch wirklich gegeben ist, aber unbedingt die Gegebenheiten vor Ort überprüft werden. Es gilt, dass in einem Betrieb mindestens 5.000 Stunden Wärmebedarf pro Jahr bestehen sollten, ansonsten ist die Anschaffung unwirtschaftlich. In einer Werkstatthalle, die überwiegend bei nur 10 Grad betrieben wird, lohnt sich ein BHKW beispielsweise überhaupt nicht, während es für einen Galvanikbetrieb, der viel Wärme benötigt, eine Goldgrube wäre.

Was passiert eigentlich, wenn überschüssiger Strom produziert wird?

In diesem Fall erfolgt die Einspeisung ins Stromnetz und die wird derzeit mit 2,5 Cent pro kWh vergütet, also mit fast nichts. Um eine gute Erlössituation zu haben sollte man mindestens 50 Prozent des Stroms selber nutzen, damit das BHKW wirtschaftlich bleibt. Auch darauf achten wir in der Beratung!

Welche Fördermöglichkeiten gibt es für BHKW, abgesehen von der Einspeisungsvergütung?

Da wäre zum Beispiel das REN-Programm des Landes Bremen, ein Programm zur Förderung der rationellen Energienutzung in Industrie und Gewerbe. Anlagen, die größer als 50 kW sind, werden mit bis zu 50 Prozent gefördert. Bei kleineren Anlagen findet eine bestimmte Formel Anwendung, der Förderbetrag ist in diesem Fall abhängig von der elektrischen Leistung. Der Antrag muss allerdings jeweils vor der Errichtung des BHKW gestellt werden. Auch energiekonsens bietet verschiedene Fördermittel, die sich insbesondere an kleine und mittelständische Unternehmen richten.

Als Energieberater kommen Sie ja ganz schön rum, was macht Ihnen dabei am meisten Spaß?

Auf jeden Fall bekommt man in den vielen unterschiedlichen Unternehmen eine Menge zu sehen. Jedes Energiesystem und jede Firma ist anders, da kann man nicht einfach nach Schema F vorgehen – und das ist schon spannend! Unser Ingenieurbüro beschäftigt sich ja schwerpunktmäßig mit den Themen Energiesparen, Alternativenergien und Umweltentlastung, da gibt es viele interessante Ansätze. Und es macht wirklich Spaß, komplexere Energiesysteme zu planen und in die Umsetzung zu bringen!

Das hört sich so an – vielen Dank für das interessante Gespräch, Herr Eggersglüß!


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Heinz Eggersglüß

Dipl.-Ing Heinz Eggersglüß,
KMU-Berater vom
Ingenieurbüro UTEC

Mein Tipp:

"Ob ein Blockheizkraftwerk im jeweiligen Betrieb Sinn macht, kann während einer Beratung durch einen Experten festgestellt werden, der sich mit dem vorhandenen Energiesystem auseinandersetzt. Erste Fragen können bereits während eines Energie-Checks, wie ihn energiekonsens anbietet, beantwortet werden. Oder auch im Rahmen einer Energieberatung Mittelstand, die vom BAFA gefördert wird."